Darum stehen die Glattal Falcons unter maximalem Druck
Unter Zugzwang
Die Glattal Falcons haben es mehrfach verpasst, ihrer Saison eine erfreulichere Wendung zu geben. Jetzt steht der Erstligist am Abgrund.
Die Situation ist für die Glattal Falcons bedrohlich. Neu aber ist sie für den Erstligisten nicht. Wie vor zwei Jahren müssen sich die Glattaler in den Auf-/Abstiegsplayoffs gegen den Sturz in die 2. Liga wehren. 2024 gelang ihnen die Rettung gegen Zweitligist Frauenfeld.
Heuer heisst der unterklassige Gegner Inwil-Baar. Das erste Spiel der Best-of-5-Serie entschieden die Zentralschweizer klar 7:1 für sich, wobei die Glattaler im Schlussdrittel gleich fünf Gegentore hinnehmen mussten.
Es hätte gar nicht so weit kommen müssen, dass die Glattal Falcons um den Ligaerhalt zittern. Zwischenzeitlich sah es auch nicht danach, dass das 2019 in die 1. Liga aufgestiegene und seither nie besser als auf Rang 8 klassierte Team in die Bredouille geraten würde.
Doch den ersten Rettungsanker liess Glattal wieder los. In den Playouts führten die Falken in der Serie gegen die Zuger Highlands mit 2:1 Siegen, in der Folge zogen sie zweimal den Kürzeren. Besonders bitter für den Playout-Verlierer: Das entscheidende fünfte Spiel kontrollierte er daheim über weite Strecken, unterlag aber in der Verlängerung.
Stillstand nach der Pause
Es ist zum zweiten Mal diese Saison, dass die Falcons vom Weg abkamen. Den Grossteil der Qualifikation lagen sie über dem Trennstrich. Die Weihnachtspause bekam den Glattalern indes nicht gut. Im neuen Jahr reihte der Playoff-Kandidat fünf Niederlagen aneinander, einen mageren Punkt ergatterte er nur noch.
Ganz überraschend kam das schlechte Ende nicht, das zeigt die Entwicklung. In der ersten Meisterschaftshälfte sammelten die Falken trotz Fehlstart mit zwei Kanterniederlagen letztlich 18 Punkte und grüssten Mitte November vom 5. Platz. In der zweiten Meisterschaftshälfte holten sie dann nur sieben Punkte und rutschten auf Platz 10.
Beim Blick auf die Statistik kann man vereinfacht festhalten: Die Glattaler schossen zu wenige und mussten zu viele Tore hinnehmen. Einzig das abgeschlagene Schlusslicht Züri Süd kassierte mehr Gegentore. Verwundbar waren die Falcons in Unterzahl. Kein Team wies ein schwächeres Boxplay auf.
Nach den Misserfolgen der letzten Wochen dürfte es um das Selbstvertrauen der Glattaler nicht zum Besten gestellt sein. Im Gegensatz zu jenem beim Team aus Inwil-Baar. Den Zentralschweizern gelang die beste Qualifikation der 35-jährigen Vereinsgeschichte. Vor dem Duell gegen die Falcons verloren sie nur eines ihrer 22 Meisterschaftsspiele.
Es dürfte für die Falcons also eine alles andere als leichte Aufgabe sein, gegen den euphorisierten Unterklassigen die nötigen drei Siege einzufahren. Mehr denn je gilt, was Goalie Jonas Zolliker unmittelbar vor den Playouts forderte: «Jetzt müssen wir als Team zusammenstehen.»