Die Demut steht Audi gut
Vor über drei Jahren stieg Audi beim Hinwiler Sauber-Team ein. Nun ist der Wandel zum Werksteam vollzogen. Was darf man vom Rennstall erwarten? Unsere Analyse.
Am Sonntag beginnt mit dem GP von Australien nicht nur für die Formel 1 eine neue Ära mit neuen Regeln. Es ist auch ein neuer Abschnitt für den von Peter Sauber gegründeten Hinwiler Rennstall. Das Team und die seit 1970 existierende Firma dahinter tragen nicht mehr den Namen Sauber. Die 34. Formel-1-Saison markiert eine Zäsur in der Firmengeschichte. Was nun kommt, ist eher ein neuer Band als einfach ein nächstes Kapitel. Denn Audi will seine eigene Geschichte schreiben – und 2026 soll nur der Anfang sein.
Wobei es – um bei der Buch-Analogie zu bleiben – im Prolog noch nicht so ganz nach reibungslosem Start klang. Audi lieferte wohl ungewollt an der Präsentation im Januar ein Bild dafür: Da schaute man im Livestream nach einer Begrüssung zuerst einmal zu, wie viele Menschen eine Treppe hochstiegen, bevor nach einer Viertelstunde die Show dann effektiv losging.
Der Schwung kam mit Verspätung
Passiert da noch etwas? Wird da überhaupt etwas daraus? Das fragte sich der Zuschauer an der Teampräsentation – und ähnliche Unkenrufe waren auch in den über drei Jahren seit dem Audi-Einstieg bei Sauber phasenweise recht laut. Denn das Engagement des deutschen Herstellers wirkte lange eher halb gar – und die Gerüchte über einen Ausstieg, bevor es überhaupt losgeht, hielten sich hartnäckig. Ein Machtkampf und eine personelle Zäsur auf Führungsebene brachten sie zum Verstummen. Mehr noch: Seit Audi-Chef Gernot Döllner das Formel-1-Projekt im Sommer 2024 zur Chefsache machte, die aktuelle Führungscrew mit Mattia Binotto installierte und sie vor einem Jahr mit Teamchef Jonathan Wheatley ergänzte, hat der Rennstall viel Schwung erhalten.

