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Vor den NLA-Playoffs

Deshalb glaubt Laupen an einen Coup gegen den grossen Favoriten

Der UHC Laupen und die Playoffs – das war bis anhin keine echte Liebesbeziehung. Dies soll sich nun ausgerechnet in der Serie gegen die Dauermeisterinnen von Kloten-Dietlikon ändern.

Laupens Tamara Fritschi (links) und Anouk Bouvard wollen sich auch gegen Kloten-Dietlikon über Tore freuen. (Archiv)

Foto: Robert Pfiffner

Deshalb glaubt Laupen an einen Coup gegen den grossen Favoriten

Der UHC Laupen und die Playoffs – das war bis anhin keine echte Liebesbeziehung. Dies soll sich nun ausgerechnet in der Serie gegen die Dauermeisterinnen von Kloten-Dietlikon ändern.

Die Qualifikation: Dieser Rückschritt ist erklärbar

Nachdem die NLA-Frauen des UHC Laupen in der vergangenen Saison als Qualifikationszweite ihre beste Platzierung seit dem Aufstieg 2018 erreicht hatten, ging es in dieser Spielzeit wieder spürbar abwärts. Platz 6 – und das mit einem deutlichen Abstand von 12 Punkten auf den Fünftplatzierten Emmental Zollbrück. Auffällig: Die 103 Gegentore sind der drittschlechteste Wert in der ganzen Liga.

Der Rückschritt der Oberländerinnen lässt sich durch das enorme Verletzungspech erklären. Einige langjährige Leistungsträgerinnen fielen von Anfang an aus. Trainer Yves Kempf sagt dazu: «Wir haben nach wie vor Qualität im Team, aber es wurde vieles über den Haufen geworfen.» Immerhin kehrten mit Yara Hofmann und Ann Zurbuchen zwei wichtige Spielerinnen rechtzeitig für die entscheidende Saisonphase ins Team zurück. Beide haben jedoch noch Nachholbedarf.

Laupens Yara Hofmann gegen Skorpions Corina Grundbacher
Wieder einsatzfähig: Laupens Topskorerin Yara Hofmann hier in einem Spiel gegen Emmental. (Archiv)

Der Playoff-Gegner: Serienmeister im Krisenmodus

Seit 2017 war der Schweizer Frauenmeister, mit einer Ausnahme, immer Kloten-Dietlikon. Die Unterländerinnen sind also der denkbar schwerste Gegner für eine Playoff-Serie (best of 7). Ein Ausscheiden scheint fast vorprogrammiert. Hinzu kommt: Laupen traf bereits dreimal seit 2021 in den Viertelfinals auf Kloten-Dietlikon und war dabei meist chancenlos. Und: Bis heute konnte Laupen noch keine einzige Playoff-Serie in der NLA gewinnen – eine Tatsache, die die Aufgabe, gegen die Jets zu bestehen, umso schwieriger macht. Doch Coach Yves Kempf bleibt optimistisch: «Wir haben uns die Jets gewünscht.» Er ist froh, nicht auf Qualifikationssieger Bern Burgdorf oder dessen ersten Verfolger Zug zu treffen.

Es gibt gute Gründe für diese Aussage. Laupen besiegte Mitte Januar von den Spitzenteams einzig Kloten-Dietlikon. Ausserdem forderte man den Serienmeister bereits beim letzten Playoff-Aufeinandertreffen vor zwei Jahren erheblich heraus. Nach einem überraschenden Sieg im ersten Spiel fehlte im zweiten Duell bei der 3:4-Niederlage nur wenig für einen erneuten Coup. Im weiteren Verlauf aber liessen die Favoritinnen nichts mehr anbrennen.

Kempf ist jedoch Realist genug und sagt: «Für eine erfolgreiche Serie muss wirklich alles stimmen – und das viermal.» Klar ist: Nur mit spielerischen Mitteln wird es gegen die individuell so stark besetzten Jets nicht reichen. Ein Lichtblick für Laupen könnte die aktuell durchzogene Form vom UHC Kloten-Dietlikon sein, der seit Anfang Jahr keine zwei Siege am Stück mehr verbuchen konnte. Zum Ende der Qualifikation gab es ein 5:8 beim Tabellensiebten Berner Oberland. «Wir müssen uns in jeden Schuss reinwerfen – und uns für nichts zu schade sein», sagt Kempf kämpferisch mit Blick auf die Playoffs gegen die Jets.

Die Zukunft: Noch ein Jahr mit Kempf als Trainer?

Yves Kempf ist schon eine gefühlte Ewigkeit Trainer bei den Laupner Frauen. In seiner langen Ära gelangen mit einem starken Kern an Eigengewächsen der direkte Durchmarsch in die NLA und die Etablierung des Teams auf diesem Niveau. Dem nicht genug, ist der zweifache Familienvater derzeit noch für den Breitensport zuständig – und betreut zusätzlich die D-Juniorinnen und -Junioren.

Laut dem Fachmagazin «unihockey.ch» bleibt Kempf noch ein weiteres Jahr Headcoach des NLA-Teams. Danach soll der bisherige Assistent Kym Bähni übernehmen. In einer Meldung heisst es, Bähni habe bereits einen neuen Zweijahresvertrag unterschrieben. Tatsächlich plant Kempf, sich in seinem Aufgabenbereich zu verändern und künftig eine andere Rolle im Verein zu übernehmen. «Ich bin dabei, dies zu organisieren», bekräftigt Kempf. Bezüglich der Personalie zu seiner Nachfolge hält er sich allerdings noch bedeckt.

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