Wetzikon rennt umsonst an – und rutscht in der Tabelle ab
In Bülach hat der EHC Wetzikon zwar ab dem zweiten Drittel mehr vom Spiel. Er verliert dennoch 1:2 und ist in der MHL-Tabelle nur noch Vorletzter.
Wieder gelingt dem EHC Wetzikon nur ein Tor, wieder muss er eine Niederlage hinnehmen. Vier Tage nach dem 1:3 in Thun unterliegt das Oberländer MHL-Team dem Vorletzten EHC Bülach 1:2. Nach 42 Minuten trifft Nico Crameri im Unterland für den EHCW aus dem Slot heraus. Mit dem Anschlusstreffer bringt der Stürmer die Hoffnung bei den Gästen zurück, der Partie doch noch eine für Wetzikon günstige Wende zu geben.
Doch die Minuten verrinnen. Die Wetziker sind nun pausenlos im Angriff, die Bülacher konzentrieren sich längst nur noch aufs Verwalten ihrer knappen Führung. Zur einen oder anderen guten Ausgleichschance kommt der EHCW, letztlich aber rennt er umsonst an.
Die Unterländer retten den Vorsprung über die Zeit und überholen die Oberländer in der Tabelle. Zwei Runden vor Schluss der Qualifikation liegen diese neu auf Rang 10 – oder anders gesagt, auf dem vorletzten Platz.
«Am Anfang waren wir schlecht», wählte Torschütze Crameri in seiner Kurzanalyse klare Worte. «Und hinten hinaus war es dann zu spät.» An der Intensität habe es nicht gelegen, fand der Wetziker Stürmer, man habe aber zu viele Details vernachlässigt. Das brachte ihn zur Erkenntnis: «Wir müssen zurück zu unserem einfachen Spiel gehen und auch unsere Chancen verwerten.»
Ein Ausflug ohne Folgen
Erst einen Treffer hatten die Wetziker zuvor bei ihren zwei Siegen gegen die Bülacher kassiert. Gleich doppelt so viele waren es am Mittwochabend in der Startviertelstunde. Es hätte dem EHCW ganz sicher geholfen, nicht gleich in Rückstand zu geraten. Doch genau dies passierte ihm. Nach lediglich vier Minuten lief er in einen Konter und musste mit der ersten richtigen Chance des Spiels schon das 0:1 hinnehmen.
Damit nicht genug: Kurz nach Hälfte des Startdrittels kassierten die Oberländer wegen zu vielen Spielern auf dem Eis die erste Strafe der Begegnung. In Unterzahl liessen sie sich im gegnerischen Drittel die Scheibe abluchsen, nur wenige Sekunden später schlug es hinten erneut ein – 0:2.
Ein Zwei-Tore-Rückstand ist im Eishockey jetzt nicht die Welt. Und doch dürften die Wetziker Fans beim Blick auf dieses Handicap ein ungutes Gefühl beschlichen haben. Zu schwer tut sich der EHCW schon seit längerem in der Offensive.
Auch in Bülach bemühte er sich nach Kräften, war aber zu wenig zwingend. Nach einem mehrheitlich ausgeglichenen ersten Drittel riss der EHCW das Spieldiktat in der Folge an sich. Er trat jetzt deutlich aggressiver auf und drückte aufs Anschlusstor, ohne dass ihm dieses vorerst gelungen wäre.
Dass es den Wetzikern derzeit am nötigen Selbstvertrauen in der Offensive fehlt, zeigte sich exemplarisch in der 38. Minute und nach einem missglückten Ausflug von Bülach-Goalie Jannis Morf. Drei Gästespieler standen in Tornähe, die Wetziker waren gegenüber den Bülachern in Überzahl und Scheibenbesitz. Sie schafften es aber tatsächlich nicht, den Puck zum 1:2 im leeren Tor unterzubringen.
Gleich zu Beginn des Schlussdrittels belohnte Crameri die Gäste ein erstes Mal für ihre Bemühungen. Zu ihrem Unglück blieb es auch gleich das letzte Erfolgserlebnis des Spiels.
