Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Sport

Positive EM-Bilanz

Wie die Ustermer hinter Ponti ablieferten

An der Kurzbahn-EM in Polen überstrahlte Noè Ponti alles. Doch SCU-Chefcoach Pablo Kutscher war auch mit «seinen» Ustermerinnen und Ustermern zufrieden.

Er hat die Zeiten seiner Schwimmer immer im Blick: SCU-Chefcoach Pablo Kutscher mit Stoppuhr am Beckenrand an der Kurzbahn-EM.

Foto: Keystone

Wie die Ustermer hinter Ponti ablieferten

An der Kurzbahn-EM in Polen überstrahlte Noè Ponti alles. Doch SCU-Chefcoach Pablo Kutscher war auch mit «seinen» Ustermerinnen und Ustermern zufrieden.

Ponti, Ponti, Ponti. Mit drei Goldmedaillen und einer Silbermedaille sorgte der für den SC Uster schwimmende Ausnahmekönner an der Kurzbahn-EM im polnischen Lublin im Alleingang dafür, dass die Schweiz im Medaillenspiegel den 7. Rang belegte. Und insbesondere die Goldmedaillen hatten eine historische Komponente: Es waren die ersten Kurzbahn-Titel überhaupt für den SCU.

Doch die Ustermer Delegation in Polen bestand nicht nur aus Ponti allein, sondern aus sechs weiteren Schweizerinnen und Schweizern. Klammert man Marius Toscan aus, der wie Ponti in Tenero bei Massimo Meloni trainiert, verbleibt ein Ustermer Quintett, mit dem sich SCU-Cheftrainer Pablo Kutscher durchaus zufrieden zeigt: «Jeder hatte ein Highlight. Aber es gab auch bei jedem irgendeinen Punkt, der nicht ganz perfekt war.»

Antonio Djakovic: Auf dem Weg aus der Pechsträhne

Swiss Swimmer Antonio Djakovic competes in the Men's 100m Freestyle Heats during the European Aquatics Short Course Swimming Championships in Lublin, Poland, Friday, Dec. 5, 2025. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)
Für Antonio Djakovic ging es in Lublin nicht um Bestzeiten und Medaillen.

Er hat schon eine WM-Medaille gewonnen auf der Kurzbahn und vier EM-Medaillen im grossen Becken, er ist zweifacher Olympia-Teilnehmer und hält derzeit sechs Schweizer Rekorde: Antonio Djakovics Potenzial ist unbestritten. Abgerufen hat es der 23-Jährige aber schon eine Weile nicht mehr, auch nun in Lublin nicht.

Im Juni 2024 gewann er noch zwei EM-Medaillen, seither kassierte er viele gesundheitliche Rückschläge. An den Olympischen Spielen in Paris machte ihm eine schwere Erkältung einen Strich durch die Rechnung, vor einem Jahr musste er Hämorrhoiden operativ entfernen lassen und durfte einen Monat lang nicht ins Wasser – und so zog es sich weiter mit Krankheiten und verletzungsbedingten Ausfällen. «Wie kann man nur so viel Pech haben?», fragt sich Coach Kutscher. Das schlug sich nicht nur in der Psyche von Djakovic nieder, sondern führte auch zu einem grösseren Trainingsrückstand. «Selbst ein so talentierter Schwimmer wie er braucht Zeit, um das wieder aufzuholen», sagt Kutscher. Zuletzt setzte er auf eine Luftveränderung und trainierte mit dem schwedischen Team, unter anderem absolvierte er einen Höhentrainingsblock in Livigno. «Das war für ihn eine sehr gute Erfahrung.»

In Lublin schwamm Djakoviuc zwar nicht ganz an seine Bestzeiten heran und musste in seiner Paradedisziplin 400 m Crawl mit dem 16. Rang als Bestresultat vorliebnehmen, zweieinhalb Sekunden vom Finaleinzug entfernt. Und doch fällt Kutschers Fazit positiv aus: «Auch wenn ihm die Bestzeiten fehlten. Er war eigentlich der Konstanteste von allen, das war sein Highlight. Und er konnte zeigen, dass er wieder vorwärtskommt.»

Vanna Djakovic: Bald einmal in einem Final?

Vanna Djakovic competes in the Women’s 400m Freestyle Heats during the European Aquatics Short Course Swimming Championships in Lublin, Poland, Tuesday, Dec. 2, 2025. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)
Vanna Djakovic nähert sich den Besten immer mehr an.

Gefreut haben dürfte sich Antonio Djakovic ab den Leistungen von seiner Schwester Vanna. Die 19-jährige Crawl-Spezialistin legte an der EM einen Steigerungslauf hin, verpasste über 400 m ihre Bestzeit um drei Zehntel, über 800 m um sieben Hundertstel – und brillierte zum Abschluss über 1500 m, indem sie ihren eigenen Schweizer Rekord um 3,74 Sekunden verbesserte. Rekordhalterin war sie erst seit der Kurzbahn-SM von Mitte November in Uster gewesen – damals hatte sie eine 17 Jahre alte Bestmarke unterboten.

«Sie hat ordentlich Gas gegeben – und sie hat selber bemerkt: Wenn ich so weitermache, dann liegt bald eine Finalqualifikation drin», sagt Kutscher. Und er gibt zu bedenken, dass sich Vanna Djakovic wie viele andere die EM-Qualifikation erst an der SM gesichert hatte. «Da trainiert man nicht ein halbes Jahr lang im Bewusstsein, dass man an die EM fährt – sondern man spitzt alles auf die SM zu. Dass man wie Vanna dann die Leistung auf einer Langstrecke noch verbessern kann, ist schon sehr bemerkenswert.»

Gian-Luca Gartmann: Erst die Angina, dann die Bestzeit

Swiss Swimmer Gian-Luca Gartmann competes in the Men's 200m Breaststroke Heats during the European Aquatics Short Course Swimming Championships in Lublin, Poland, Thursday, Dec. 4, 2025. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)
Gian-Luca Gartmann verpasste einen Final nur knapp.

Er ist mit internationalen Grossanlässen bei der Elite noch nicht so erfahren. Es war erst die zweite Kurzbahn-EM für Gian-Luca Gartmann – und der 22-jährige Lagen-Spezialist zeigte unter schwierigen Umständen, was in ihm steckt. Über 200 m Lagen erreichte er den Halbfinal und senkte dort seine vor drei Wochen an der SM in Uster aufgestellte persönliche Bestzeit um über eine halbe Sekunde. Das reichte am Ende für den 10. Rang – drei Zehntel fehlten zum Finaleinzug.

Umso eindrücklicher wird diese Leistung angesichts der Tatsache, dass Gartmann erst mit zwei Tagen Verspätung angereist war, weil er eine Angina eingefangen hatte und Antibiotika nehmen musste. Hätte er im Vollbesitz der Kräfte den Finaleinzug geschafft? «Darüber kann man sicher spekulieren», sagt Kutscher, «aber seine Leistung war wirklich sehr, sehr gut.»

Angelina Patt: Flüchtigkeitsfehler bei der Premiere

Swiss Swimmer Angelina Patt reacts after competing in the Women's 100m Individual Medley (IM) Heats during the European Aquatics Short Course Swimming Championships in Lublin, Poland, Wednesday, Dec. 3, 2025. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)
Angelina Patt unterliefen einige Fehler.

Es war die erste Elite-EM für Angelina Patt – und sie feierte während des Anlasses auch noch ihren 20. Geburtstag. Sich just an diesem Tag selber zu beschenken, verpasste sie aber und schwamm über 200 m Lagen um 26 Hundertstel am Halbfinal vorbei. «Da hat sie richtig geliefert», sagt Kutscher. Tags darauf klappte es dafür über 50 m Rücken, wo sie bis auf sieben Hundertstel an ihren eigenen Schweizer Rekord heranschwamm und damit den 12. Rang belegte. Vor zwei Jahren hat Patt von den Limmat Sharks nach Uster gewechselt – und nun erstmals so richtig auf sich aufmerksam gemacht. «Sie ist in dieser Saison wirklich explodiert», sagt Kutscher. An der EM seien ihr hie und da noch Flüchtigkeitsfehler unterlaufen – «sonst wäre auch über 100 m Rücken der Halbfinal dringelegen». Doch da blieb sie um eine Sekunde über ihrer eigenen Bestzeit.

Flavio Bucca: Nach dem Highlight fiel die Spannung ab

Swiss Swimmer Flavio Bucca competes in the Men’s 100m Backstroke Heats during the European Aquatics Short Course Swimming Championships in Lublin, Poland, Thursday, Dec. 4, 2025. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)
Flavio Bucca kam nach gutem Start nicht mehr ans Optimum heran.

Seit etwas mehr als einem Jahr schwimmt der Thurgauer Flavio Bucca in Uster – und der 20-jährige Rücken-Spezialist schöpfte in Lublin sein Potenzial über 200 m aus. Dort verbesserte er seine Bestzeit sowohl im Vorlauf als auch im Halbfinal, was ihm letztlich den 14. Rang einbrachte. Über 50 m und 100 m kam er nicht mehr ganz ans Optimum heran. «Er hatte seine Hauptstrecke zum Auftakt – danach war die Spannung etwas weg», sagt Kutscher.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns