Dieses Mal verpasst Wetzikon das Happy End
Der EHC Wetzikon macht gegen Lyss zweimal einen Rückstand wett. In der Defensive aber agiert er zu unsortiert, um gewinnen zu können.
Am Samstag hatte der EHC Wetzikon in Frauenfeld grosse Nehmerqualitäten gezeigt. Er kam nach einem 1:3 zurück, glich eine Sekunde vor Ablauf der regulären Spielzeit zum 4:4 aus und gewann später im Penaltyschiessen. Auch am Mittwoch gegen den SC Lyss rannte das Oberländer MHL-Team wieder Rückständen nach. Erst einem 0:2, im Schlussdrittel dann einem 2:3 und schliesslich dem 3:5.
Gian Andrea Thöny (58.) verkürzte zwar noch zum 4:5, als die Wetziker bereits ohne Torhüter angriffen. Die Hoffnungen, erneut eine Wende zu schaffen, waren damit zurück. Dieses Mal aber glückte dem EHC Wetzikon das Comeback nicht. Er verlor 4:6, rutschte auf Platz 8 und musste sich vom Gegner in der Tabelle überholen lassen. Im Kampf um einen Platz in den Top 6, den sich die Oberländer zum Ziel gesetzt haben, ist diese Niederlage ärgerlich. Und vor allem ein Rückschlag.
Die Wetziker müssen sich an der eigenen Nase nehmen. Sie schienen nach dem Aufholen eines Zwei-Tore-Rückstands mit den besseren Karten ins letzte Drittel zu steigen. Und reagierten auf das 2:3 mit einer Druckphase, die schnell zum 3:3 durch Severin Karrer (48.) führte.
Um gewinnen zu können, präsentierte sich das Heimteam in der eigenen Zone aber schlicht zu nachlässig. Schon im ersten Drittel, als es 0:2 ins Hintertreffen geriet. Gleich vier Gegentore setzte es für den EHCW im letzten Abschnitt ab, wobei das 4:6 ins leere Tor fiel.
Strafen nehmen den Wind
Dass das Spiel im dritten Abschnitt im Prinzip nochmals neu beginnen konnte, hatten die Wetziker auch Gästegoalie Matteo Maruccia zu verdanken. Dieser liess sich nämlich sieben Sekunden vor der zweiten Pause von Ari Hochheuser aus ungünstiger Position zum 2:2 erwischen.
Der EHCW agierte zu diesem Zeitpunkt zum zweiten Mal in diesem Spiel im Powerplay. Sein Überzahlspiel war gut anzusehen. Er zeigte sich scheibensicher und kombinationsfreudig, aber eben auch zu wenig entschlossen im Abschluss. Wie das zweite Tor des Heimteams war das erste ebenfalls nicht herausgespielt gewesen. Nach einem Bullygewinn von Andrin Locher kam die Scheibe zu Kyan Krähenbühl, der direkt abzog.
Das 1:2 in der 25. Minute hätte die Initialzündung sein können, auf die die nur 300 Fans in der Wetziker Eishalle bis zu diesem Zeitpunkt gewartet hatten. Doch das Heimteam kassierte danach innerhalb von vier Minuten zwei Strafen. Und nahm sich damit vorerst gleich selbst den Wind wieder aus dem Segel.
Die Oberländer überstanden die zwei Unterzahlsituation jeweils problemlos. Was ein weiterer Fingerzeig war, dass dieser Gegner schlagbar gewesen wäre. Um im Startdrittel mit zwei Toren in Führung zu gehen und später immer wieder vorzulegen, dafür brauchten die Lysser nicht viel mehr, als eine solide Leistung zu zeigen. Und ihre Chancen kaltblütig zu nützen.
Die Wetziker waren derweil bemüht. Sie gaben auch nicht auf. Was sie in der Offensive zeigten, war allerdings über weite Strecken nicht mehr als Stückwerk.