Uster ist im Niemandsland
Der FC Uster unterlag Dornach 0:2 und rangiert nach der Vorrunde unter ferner liefen. Trainer Etienne Scholz ist zumindest froh, nach einem schwachen Saisonbeginn den Turnaround geschafft zu haben.
Der FC Uster hat die Hinrunde so beendet, wie er sie begonnen hatte – nämlich mit einer Heimniederlage. Der interregionale Zweitligist verlor gegen Dornach trotz ansprechender Leistung 0:2 und überwintert im unteren Mittelfeld.
Angesichts der Tatsache, dass seine Mannschaft einzig im Spiel gegen Thalwil die schwächere gewesen sei, wäre natürlich mehr drin gelegen, findet FCU-Coach Etienne Scholz. Zuweilen habe sie sich aber aufgrund von Chancenwucher und folgenschweren Eigenfehlern selbst geschlagen. «Deshalb stehen wir am Ende da, wo wir unter diesen Umständen hingehören.»
Vorab in der ersten Hälfte der Vorrunde bekundeten die Ustermer weit mehr Mühe, als ihnen lieb war. Und dies, obwohl der Coach laut eigener Einschätzung auf einen stärkeren Kader zählen kann als im Vorjahr und auch die Vorbereitung besser verlaufen war. Selbst wenn reichlich Verletzungs- und mitunter auch Spielpech dem FCU das Leben nicht eben leichter machten, «müssen wir ganz klar sagen, dass wir nicht genug Punkte eingefahren haben», so Scholz.
Schon im Startspiel gegen Binningen verloren die Ustermer, die eigentlich von Anfang an möglichst weit vorne in der Tabelle stehen wollten, trotz klarer Überlegenheit. Und je länger sie sieglos blieben – insgesamt sechs Partien lang –, desto grösser wurde der Frust darüber, den eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden.
Gleichzeitig litt das Selbstvertrauen der Spieler, was diese während der Partien jeweils zu sehr ans Ergebnis denken und so immer tiefer in eine Negativspirale geraten liess. Und aus dieser herauszukommen, fällt bekanntlich schwer.
Die Baisse als Lernmoment
Dennoch blieben die Ustermer ihrer nach viel Ballbesitz und Dominanz strebenden Spielweise treu und schafften trotz Nebengeräuschen – Assistenztrainer Oscar Barreiro trat nach fünf Partien überraschend zurück – den Turnaround. Es gelang ihnen, im Verlauf einer Begegnung auch einmal Widerständen zu trotzen, sie trafen häufiger ins Tor, und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wuchs schlagartig an.
So sehr, dass es nach drei Siegen en suite und einer klaren Führung im vorletzten Spiel in Allschwil bereits in Übermut umschlug und die Partie noch verloren ging. Dass der Mannschaft der Schritt aus dem anfänglichen Tief gelang, macht Scholz dennoch stolz. «Diese Baisse zu überwinden, war für uns alle ein grosser Lernmoment», sagt er, «und wir sind dadurch noch ein Stück näher zusammengerückt.»
Mit der fussballerischen Entwicklung ist Scholz trotz den beiden ernüchternden Niederlagen zum Schluss ebenfalls zufrieden. Immer öfter hätten seine Schützlinge auf dem Platz im selben Moment dasselbe Ziel, sagt er. Sie hätten gelernt, Situationen zu verstehen und selbst zu entscheiden, was der richtige nächste Schritt ist, und leiteten sich nun häufig selbst an.
«Sprich, das Verständnis für das, was wir wollen, wächst», sagt der Trainer, der kein Freund des Einstudierens von Automatismen ist, sondern das «Principal Coaching», also die Unterstützung seiner Spieler beim Entwickeln eigener Lösungen und Strategien, bevorzugt.
Sollte sich die Konkurrenzsituation innerhalb des Teams mit der Rückkehr von Langzeitverletzten verschärfen, erwartet Scholz in der Rückrunde noch einmal eine Qualitätssteigerung. «Und wenn wir dann einen guten Start erwischen, ist noch vieles möglich.»
Vorher wollen die Ustermer am Mittwoch aber noch im Cup gegen Linth 04 eine Runde weiterkommen. Damit die Hoffnung auf einen renommierten Gegner weiterlebt und vor allem, «damit wir mit einem Sieg im Rücken in die viermonatige Meisterschaftspause gehen können», so Scholz.
Uster - Dornach 0:2 (0:1). – Tore: 41. Nsumbu (Foulpenalty) 0:1. 94. Currenti 0:2.
Unser neuer Newsletter «Oise Regionalsport»
Abonnieren Sie hier unseren Regionalsport-Newsletter – jeden Montag in Ihrem Postfach.