Er hat einiges verändert und sagt: «Mental fühle ich mich frischer»
Was hat sich beim Laupner Quer-Profi Kevin Kuhn Wichtiges getan? Und wie sehr glaubt er daran, dass seine Sportart bald olympisch sein könnte? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Am Sonntag startet Kevin Kuhn an der EM. Mit welchem Ziel?
Die Europameisterschaften in Middelkerke an der belgischen Küste geniessen für den Laupner keinen hohen Stellenwert. «Klar, es ist cool, mit dem Nationalteam am Start zu sein», sagt Kevin Kuhn. Hohe Erwartungen hat er indes keine. Das hat mit dem frühen Zeitpunkt in der Saison vor Beginn des Weltcups zu tun, aber auch mit dem Untergrund. Von einem «mega Sand-Rennen» spricht Kuhn. «Als Schweizer bin ich da nicht der Topfavorit», sagt er und lacht. Es sei schwierig, eine Prognose abzugeben, findet er und verweist auf das breite Feld. «Es kann mir weit nach vorne reichen. Man ist schnell aber auch weit hinten.»
Wo steht er nach den ersten Einsätzen der Saison?
Mitte September stieg Kevin Kuhn mit zwei Quer-Rennen in Deutschland ein. Eines gewann er, im anderen wurde der 27-Jährige Zweiter – dieselben Plätze belegte er danach bei seinen zwei Auftritten in der Schweiz. Zuletzt bestritt der Oberländer in Belgien die Superprestige-Wettkämpfe in Ruddervoorde (4.) und Overijse (15.). «Ich bin happy», sagt Kuhn. «Im Grossen und Ganzen war das ein guter Start.»
Was hat sich bei ihm Grundlegendes verändert?
An erster Stelle der Arbeitgeber. Neu fährt Kevin Kuhn für den deutschen Rennstall Heizomat-Cube. Fünf Jahre lang stand das Schweizer Quer-Aushängeschild zuvor bei demselben belgischen Team unter Vertrag und verbrachte einen Grossteil der Saison in Belgien. Also da, wo das Herz der Sportart schlägt. Kuhns Basis befindet sich während der Saison neu nun im Oberland, wo er ebenfalls den Grossteil der Vorbereitung absolvierte. Oder wie Kuhn sagt: «Ich probiere, mehr daheim zu sein.» Während der Saison wird er wochenweise in der Quer-Hochburg Belgien weilen, um die Reisestrapazen zu minimieren. Beispielsweise im Dezember. Da finden innerhalb von rund zwei Wochen gleich fünf Weltcup-Rennen in Belgien statt.
Welche Schwerpunkte weist sein Rennkalender auf?
An seiner sportlichen Ausrichtung hat sich durch den Mannschaftswechsel nichts verändert. «Ich seckle nicht den kleinen Rennen nach, mein Fokus liegt weiterhin auf den grossen», heisst das in seinen Worten. Oder konkret: Im Mittelpunkt stehen für Kuhn der Weltcup sowie die belgische Superprestige-Serie. Im Mitte November beginnenden Weltcup plant er, elf der zwölf Rennen zu absolvieren. Einzig den Wettkampf auf Sardinien lässt er sausen. Stattdessen hatte er sich ursprünglich für das Radquer Hittnau am 7. Dezember angemeldet. Mittlerweile hat Kuhn entschieden, vor der eigenen Haustür nicht zu starten. «Ich werde dafür nochmals einen Trainingsblock einschieben», begründet er. Sein Programm weist nur wenige Fragezeichen auf. Und die stehen allesamt nach der am 1. Februar 2026 stattfindenden WM in Holland im Kalender.
Was hat er sich für die Quer-Saison vorgenommen?
«Resultatmässig würde ich gerne nochmals einen Schritt machen», sagt Kuhn. Die letzte Saison beendete er mit sechs Top-Ten-Plätzen im Gesamt-Weltcup auf Rang 12. Nun verströmt der Laupner viel Zuversicht. Er glaubt, davon profitieren zu können, im Gegensatz zu anderen Jahren im Sommer keine Strassenrennen bestritten zu haben. «Mental bin ich frischer», sagt er. Die Vorbereitung lief nach seinem Gusto, Kuhn spricht von einer positiven Entwicklung, die er sehe. «Die würde ich gerne in den Rennen zeigen», sagt er. Gleichzeitig möchte sich die Nummer 14 der Quer-Weltrangliste nicht mit bestimmten Rangzielen zu stark unter Druck setzen. Er mag es lieber simpler: «Fahren, Spass haben – dann kommt das gut.»
Radquer an Olympia 2030 – was sagt Kuhn dazu?
Seit vielen Jahren versucht der internationale Radsportverband UCI, die Disziplin Radquer ins Programm von Olympischen Winterspielen zu hieven. Zuletzt haben sich die Anzeichen verstärkt, dass es an den Spielen 2030 in den französischen Alpen so weit sein könnte. Kuhn wäre dann knapp 32, also in einem idealen Alter. Er gibt sich dennoch zurückhaltend, mit dem Hinweis auf die vielen Geschichten rund um diese Thematik. «Geheissen hat es schon viel.» Wäre Olympia überhaupt etwas Besonderes? «Logisch, zu einem solchen Rennen würde ich sofort Ja sagen.»
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