Deshalb ist WM-Silber für sie ein Happy End
Die Wetziker Ultraradfahrerin Isabelle Pulver wird an der 24-Stunden-Weltmeisterschaft Zweite und spricht danach von einem versöhnlichen Resultat.
Wer schon einmal einen Weltmeistertitel gewonnen hat, tut sich danach wohl eher schwer, sich mit Silber zufriedenzugeben. Erst recht, wenn man wie die aus Wetzikon stammende Ultraradfahrerin Isabelle Pulver seit Jahren zu den Besten der Welt gehört. An der 24-Stunden-WM in Borrego Springs im US-Bundesstaat Kalifornien hatte sie sich jedenfalls den Titel zum Ziel gesetzt, den zweiten bei der dritten Teilnahme notabene.
Als Pulver am frühen Sonntagmorgen um 1 Uhr Schweizer Zeit ins Ziel kam, hatte sie 734 Kilometer zurückgelegt, was einem Schnitt von 30,6 Kilometern pro Stunde entspricht. Das sind sehr eindrückliche Werte, und damit verbesserte sie ihre Bestleistung aus dem Jahr 2023 um neun Kilometer. Aber im Gegensatz zu damals verpasste sie den WM-Titel. Diesen sicherte Yvonne Margraf. Die Deutsche legte in 24 Stunden noch zwölf Kilometer mehr zurück als Pulver.
Nicht Frust, sondern Freude
Die beiden lieferten sich auf dem rund 30 Kilometer langen und flachen Rundkurs in der Wüste ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem Pulver 19 Stunde lang die Nase vorn hatte. Doch dann überholte Margraf die Wetzikerin und verteidigte die Führung bis ins Ziel. «Meine Beine waren am Schluss komplett leer. Ich konnte gegen Margraf nichts mehr ausrichten. Sie war einfach zu stark», resümierte Pulver. Doch die Wetzikerin zeigte sich nicht enttäuscht über den so knapp verpassten Titel, sondern überglücklich mit ihrer Leistung. «Dieses WM-Rennen hat mir gezeigt, dass ich meine Grenzen nach wie vor verschieben kann. Physisch und mental war ich voll da.»

