Wie aus der Sportikone Kevin Young ein Maurmer wurde
Aus dem Ghetto bis nach Maur
Im Sommer 1992 stellt Kevin Young über 400 Meter Hürden einen Weltrekord auf, der 29 Jahre standhält. Heute wohnt der US-Amerikaner mit seiner Schweizer Ehefrau in Maur – und ist dankbar, dass er überhaupt noch lebt.
Olympiasieger, Weltmeister, jahrzehntelanger Weltrekordhalter: Standesgemäss würde man die Ankunft in einem schönen Auto oder zumindest auf einem schnittigen E-Bike erwarten. Doch Kevin Young steigt an diesem Herbstmorgen an der Haltestation der Maurmer Sportanlage Looren aus einem beigen Regionalbus.
Im schwarzen Kapuzenpullover und mit dem schwarzen Baseballcap schreitet der 59-jährige US-Amerikaner in Richtung Tartanbahn. Es ist nicht die Kleidung, sondern die langen Beine, an denen man ihn, den Weltklasse-Hürdenläufer aus den 1980er und 1990er Jahren, erkennt.
«Was für ein wundervoller, pittoresker Ort», entfährt es ihm schon bei der Begrüssung. «Vor meiner Haustüre hat es einen Wald und Kühe, die weiden. Für jemanden, der in einem ärmlichen Viertel in Los Angeles aufgewachsen ist, ist das eine andere Welt.»

