Darum steckt «Pfanni» im Tief
Der UHC Pfannenstiel hat zuletzt so häufig hintereinander verloren wie seit Jahren nicht mehr. Zu schaffen macht dem Oberländer B-Ligisten primär ein Bereich.
Ob im Fussball, Eishockey oder Unihockey, gerne wird «das verflixte zweite Jahr» eines Aufsteigers beschworen. Im Fall des UHC Pfannenstiel scheint sich die Weisheit zu bestätigen. Ein Drittel der Qualifikation in der Nationalliga B ist vorbei. Und das Oberländer Team tut sich schwer.
Es liegt unter dem Trennstrich auf Rang 9, nur sechs Punkte hat es auf dem Konto. Das ist weniger als die Hälfte als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Nach zwei Siegen zum Auftakt kassierte Pfannenstiel zuletzt fünf Niederlagen hintereinander.
Es ist eine Negativserie, die «Pfanni» in der Ära von Marc Werner noch gar nie durchmachen musste. Und der Trainer steht beim Team aus Egg bereits in der achten Saison.
Auf dem starken 4. Platz hatte der UHC Pfannenstiel die erste Saison nach dem Aufstieg beendet. «Da flogen wir durch», erinnert sich Werner. Jetzt ist die Leichtigkeit weg. Und die Frage stellt sich: Wie schnell finden die Oberländer zurück in die Spur?
Der Umbruch ist spürbar
Nur grosse Optimisten dürften «Pfanni» nach den Veränderungen im Kader erneut in der erweiterten Tabellenspitze erwartet haben. Mehr als eine Handvoll erfahrener Spieler ist nicht mehr dabei. Werner spricht von einem Umbruch. «Vielleicht ist dies auch mit ein Grund, weshalb das Selbstverständnis etwas verloren gegangen ist.»
Die neu eingebauten jungen Spieler machen ihre Sache gut. «Sie schwimmen mit», lobt er. Entscheidende Impulse können sie vorerst kaum setzen, was man aber von ihnen nicht erwarten kann. Der Trainer gibt sich im Zusammenhang mit der Integration von jungen Spielern selbstkritisch. «Wir wollten sie unbedingt bringen», sagt der Fehraltorfer. «Vielleicht haben wir zu viel rotiert. Einen Stamm zu haben, ist wichtig.»
Dieser war letzte Saison breiter. Verletzte und Abwesende haben das Problem jüngst verschärft. Nur elf Spieler haben bisher alle Partien absolviert. Eine tiefere Quote hat einzig Davos-Klosters. In mehr als der Hälfte der Begegnungen musste «Pfanni» beispielsweise auf die zuverlässigen Punktelieferanten Florian Nideröst, Fabio Luchsinger und Luca Rizzi verzichten.
Jüngst hat sich auch der beste Torschütze verletzt, der Finne Juho Sorri. Dem Team fehlen also mehrere Schlüsselfiguren. Oder wie Trainer Werner sie nennt: Spiel-Entscheidungsspieler. Die Folge davon ist für ihn: «Der Druck auf einzelne Leute ist extrem.»
Der trügerische Start
Die ungewohnte Niederlagenserie hat Spuren hinterlassen. Es ist nicht so, dass beim UHC Pfannenstiel der Baum brennt. Und sich Werner Sorgen um seinen Posten machen müsste. Der Trainer hält aber fest, derzeit müsse man mehr in den Teamzusammenhalt investieren als in einer erfolgreichen Phase.
Die zwei Siege zum Anfang seien trügerisch gewesen, vermutet Werner zudem. «Wir waren in jenen Partien nicht besser als der Gegner.» Dann kam das Startdrittel gegen Davos-Klosters. «Es war eine Katastrophe. Etwas vom schlechtesten, seit ich bei ‹Pfanni› bin», wählt Werner deutliche Worte.
Seither sieht er einen Steigerungslauf. «Die Entwicklung ist nicht besorgniserregend», sagt der Fehraltorfer. Dann stutzt er kurz, ehe er sagt: «Das ist dann wohl die klassische Trainerfloskel, wenn die Resultate nicht stimmen.»
Dass diese trotz spielerisch mehrheitlich guten Auftritten nicht positiv sind, hat stark mit der mangelhaften Offensivproduktion zu tun. 22 Tore oder umgerechnet etwas mehr als drei Treffer pro Spiel erzielte «Pfanni» – nur die Ausbeute von Schlusslicht Limmattal ist geringer.
An Chancen mangelt es den Oberländern nicht, dafür an der nötigen Kaltblütigkeit. Werner thematisiert das Thema trotzdem nicht über Gebühr. Ganz bewusst. «Sonst glaubt man am Ende selbst dran, keine Tore mehr schiessen zu können.»
Überhaupt strahlt der Trainer sehr viel Gelassenheit aus. Er spricht gar von einer interessanten Phase für sich und die Mannschaft und glaubt, «es tut jedem Team gut, in eine Krise zu geraten. Es ist einfach wichtig, sie wieder beenden zu können».
Aus seiner Sicht kommt das Auswärtsspiel am Samstag gegen den Tabellenletzten Limmattal zur rechten Zeit. «Das ist unsere Chance, endlich wieder einen Sieg zu holen. Um danach wieder einmal glücklich in eine neue Woche starten zu können.»
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