Erst beschimpft, dann gelobt: Das wilde Wochenende des Nico Hülkenberg
Seit seinem Podestplatz in Silverstone passte bei Nico Hülkenberg nicht mehr viel zusammen. In Austin meldete sich der deutsche Sauber-Pilot nun zurück. Und wie.
Ein Wochenende voller Aufs und Abs endete für Nico Hülkenberg versöhnlich. Achter wurde der Deutsche im Sauber in Austin, Texas. Für das Hinwiler Team war es die Rückkehr in die Top Ten nach zwei Rennen ohne Zähler. Und für Hülkenberg das Ende einer längeren persönlichen Durststrecke: Seit seinem sensationellen 3. Rang in Silverstone hatte 38-jährige der keine WM-Punkte mehr geholt.
«Endlich», sagte er denn auch als erstes am Funk nach der Zieldurchfahrt. Und hörte dann Teamchef Jonathan Wheatley, der sagte: «Was für ein fantastisches Wochenende. Da fragt man sich, was im Sprint möglich gewesen wäre.»
Erst war er der «Amateur»
Das fragte sich nicht nur Wheatley. Denn am Samstag im Sprint endeten die hohen Ambitionen Hülkenbergs in der ersten Kurve und mit einer Beleidigung. «Amateur!» entfuhr es Zak Brown – und der McLaren-Teamchef sagte den Namen nicht, aber jedem war klar, wen er meinte. Hülkenberg kollidierte in der ersten Kurve mit WM-Leader Oscar Piastri, was zu einer Kettenreaktion führte und in der Folge zum Ausfall beider McLaren-Piloten.
Hülkenbergs Frontflügel ging dabei in die Brüche, er wurde am Ende 13. Und Brown ruderte später zurück, denn von den Rennkommissaren wurde der Zwischenfall als normaler Rennunfall taxiert. Simpel formuliert: Wenn zu viele Autos gleichzeitig am selben Ort um die Kurve fahren wollen, geht zwangsläufig der Platz aus.
Klare Steigerung im Qualifying
Bemerkenswert war aber, dass sich Hülkenberg als 4. für den Sprint qualifiziert hatte. Ausgerechnet er, der zuletzt so oft von Teamkollege Gabriel Bortoleto über eine schnelle Runde bezwungen worden war.
Für das Hauptrennen sicherte er sich mit Startplatz 11 zwar nicht mehr eine so sensationelle, aber immernoch vielversprechende Ausgangslage, die er mit einer fehlerfreien und intelligenten Fahrt in die vier Punkte ummünzte, die es für den 8. Rang gibt.
Hülkenberg sendete in Austin ein starkes Lebenszeichen aus, verbesserte sich in der Fahrer-WM auf Rang 9 und sorgte dafür, dass Sauber den Rückstand auf die vor den Hinwilern klassierten Teams wieder etwas verringerte.
Für Bortoleto hingegen war es ein Rennwochenende zum Vergessen. Er fuhr beide Male weit hinten los und hatte weder im Sprint (11.) noch im GP vom Sonntag (18.) eine Chance auf Punkte. Als einer von nur zwei Piloten setzte er auf eine Zwei-Stopp-Strategie - das lohnte sich nicht.
Verstappen macht es wieder spannend
Die ganz grosse Figur in Austin war Max Verstappen. Zwei Start-Ziel-Siege im Sprint (vor George Russell und Carlos Sainz) und im Grossen Preis (vor Lando Norris und Charles Leclerc) bescherten ihm das Punktemaximum. Der Weltmeister verringerte seinen Rückstand auf das McLaren-Duo in der Fahrer-WM weiter und scheint vor allem wieder kaum zu schlagen. Drei der letzten vier Rennen hat er gewonnen – die Spannung an der Spitze wird für die verbleibenden fünf Rennen nicht kleiner.
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