Uster gewinnt hässliches Spiel
Der FC Uster hat den Bann gebrochen. In Liestal feierte er einen seltenen Arbeitssieg und gewann damit im siebten Saisonspiel zum ersten Mal.
Die Steine, die den Ustermern von den Herzen fielen, sollen weitherum gehört worden sein. Im siebten Anlauf hatte es der FCU im Interregio-Duell auswärts gegen Liestal nämlich endlich geschafft, den ersten Saisonsieg einzufahren.
Es hätten zuvor schon einige Spiele in dieselbe Richtung laufen können, sagte Trainer Etienne Scholz nach dem knappen 1:0-Erfolg. «Daher bin ich schon froh, dass es nun einmal zu drei Punkten gereicht hat.»
Dass die Ustermer trotz des misslungenen Saisonstarts weiterhin an sich glaubten, bewiesen sie in Liestal von Beginn weg. Auch dank vorherigem Videostudium gelang es ihnen sogleich, das Pressing des Heimteams zu durchschauen und wiederholt in die sich deshalb bietenden Räume vorzustossen.
Finn Knecht kam zu einer Gelegenheit, schoss aber nicht satt genug, und auch Gionata Centoducato sowie Bujar Ajeti hatten erste, wenn auch nicht zwingende Chancen.
In der Folge sahen die Baselbieter ein, dass ihr Pressing an diesem Tag nicht zielführend sein würde, und gaben dieses auf. So konnte der FCU sein gewohntes, auf viel Ballbesitz ausgerichtetes Spiel aufziehen und ging denn auch prompt durch Knecht, der nach einem nur ungenügend abgewehrten Freistoss zur Stelle war, in Führung. Danach setzte Regen ein und erschwerte das Kombinieren auf dem ohnehin schon schwierig zu bespielenden Terrain zusätzlich. Uster brachte bis zur Pause jedenfalls nicht mehr viel zustande, liess aber auch kaum etwas zu.
«Hauptsache, gewonnen»
Im zweiten Abschnitt war die Partie nurmehr hässlich. Zu den immer stärker werdenden Niederschlägen gesellten sich sturmartige Böen, die ein normales Fussballspiel verunmöglichten und sogar zu einem zehnminütigen Unterbruch führten. Ajeti verpasste es nach einem langen Sprint, das vielleicht vorentscheidende zweite Tor zu erzielen und das Folgende zu verhindern, was Scholz «Krieg» nannte.
Liestal ging zuletzt nämlich äusserst aggressiv zu Werke und unternahm alles, um nicht als Verlierer vom heimischen Platz gehen zu müssen. Die Ustermer ihrerseits verzichteten gezwungenermassen für einmal auf das Schönspielen und hielten genauso kräftig dagegen. Ihr Coach stellte dabei sogar auf eine Fünferkette um, «weil es angesichts der zur Verfügung stehenden Auswechselspieler nicht anders ging».
Für seinen Kampfgeist wurde der FCU schliesslich belohnt – zuerst mit etwas Glück, als Andi Salihi in der Nachspielzeit einen Ball auf der Linie noch retten konnte, und gleich darauf mit dem Schlusspfiff, der den ersten Saisonerfolg bedeutete. Angesichts aller widrigen Umstände und des bisherigen Saisonverlaufs resümierte selbst Fussball-Ästhet Scholz für einmal kurz und knapp: «Hauptsache, gewonnen.»
Liestal - Uster 0:1 (0:1). – Tor: 25. Knecht 0:1.
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