15 Runden lang hoffte Bortoleto vergeblich
Das Hinwiler Sauber-Team ging im Grossen Preis von Aserbaidschan leer aus. Das Problem dabei: Die Konkurrenz im Mittelfeld punktete erheblich.
28,6 Sekunden. So viel fehlte Gabriel Bortoleto in Baku auf einen Top-Ten-Platz und damit einen WM-Punkt für Sauber. Elfter wurde der Brasilianer in der Hauptstadt Aserbaidschans, und als er diese Position in der 36. von 51 Runden eingenommen hatte nach dem grossen Boxenstopp-Reigen, wussten er und seine Boxencrew: Aus eigener Kraft reicht es nicht mehr. Es würde einen Ausfall eines der zehn Piloten vor Bortoleto brauchen – oder Regen.
Doch beides passierte nicht. Und für Bortoleto ging es nicht mehr weiter nach vorn. Im 17. Rennen der Saison blieben die Hinwiler damit zum neunten Mal ohne Punkte. Es ist der zweite Nuller in den letzten neun Rennen.
Am Samstag war Chaos – doch Sauber profitierte nicht
Mitentscheidend dafür war das Qualifying vom Samstag, in dem Sauber es nicht schaffte, von den chaotischen Verhältnissen zu qualifizieren. Dass es im letzten Abschnitt regnete war nur das Tüpfelchen auf dem i. Der böige Wind sorgte für viele Crashes und insgesamt sechs Unterbrüche in Form von roten Flaggen – Formel-1-Autos mit ihren vielen aerodynamischen Elementen sind auf Windböen anfällig, und der Sauber C45 gilt diesbezüglich als besonders heikel.
Nico Hülkenberg war einer der Leidtragenden – der deutsche Sauber-Pilot verursachte einen der Unterbrüche selber indem er in die Leitplanken rutschte. Startplatz 17 resultierte für ihn, Startplatz 13 für Bortoleto – der Rookie schlug den Routinier zum siebten Mal in Serie im Qualifying. Im Rennen ging es für Hülkenberg nicht wirklich nach vorn; er verbesserte sich um einen einzigen Rang.
Profiteur des Qualifying-Chaos war unter anderem Carlos Sainz, der seinen Williams auf den zweiten Startplatz stellte – und als Dritter im Rennen dem britischen Traditionsrennstall den ersten Podestplatz seit 2021 bescherte. Oder Liam Lawson im Racing Bulls, der von Startplatz 3 aus Rang 5 holte. Für ihre beiden Teams waren das wichtige Punkte im Kampf im Mittelfeld. Sauber bleibt zwar auf dem 8. WM-Rang – sich von da aus noch deutlich zu verbessern, wird aber immer schwieriger.
McLaren für einmal bei den Verlierern
Für WM-Leader Oscar Piastri und sein McLaren-Team gab es für einmal nichts zu feiern. Für den Australier endete das Rennen in der ersten Runde in der Leitplanke, sein Teamkollege und WM-Rivale Lando Norris kam nicht über den 7. Rang hinaus. Das war zu wenig, um die Konstrukteure WM bereits jetzt für sich zu entscheiden, wie gemeinhin erwartet worden war.
Stattdessen siegte Weltmeister Max Verstappen im Red Bull vor Mercedes-Pilot George Russell und verkürzte damit den Rückstand auf das McLaren-Duo, dessen Vorsprung allerdings noch immer beachtlich ist.
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