Vom Neuling bis zum König: Die besten Oberländer am Esaf
Ein Blick in die Geschichte zeigt: Schwinger aus der Region holten immer wieder Kränze – und sorgten für spezielle Momente.
Der letzte Oberländer Kranzgewinner
Die beiden letzten Eidgenössischen Schwingfeste in Pratteln 2022 und in Zug 2019 endeten ohne Kranzgewinner aus unserer Region. Schon neun Jahre ist es her, seit ein Oberländer sich weit genug vorne klassierte, um die begehrte Auszeichnung zu ergattern. Bruno Gisler holte 2016 in Estavayer-le-Lac seinen insgesamt dritten eidgenössischen Kranz.
Gisler feierte seine grössten Erfolge zwar als «Ausgewanderter» quasi, als er schon im solothurnischen Rumisberg lebte. Seine Wurzeln hat er aber im Schwingklub Zürcher Oberland (SKZO). Und bei seinen ersten beiden Esaf-Teilnahmen 2001 und 2004 lebte er in Wernetshausen.
Der letzte Oberländer, der den Kranz auch tatsächlich als SKZO-Mitglied holte, ist Fabian Kindlimann. 2013 in Burgdorf war es für den Fischenthaler bei seiner dritten Teilnahme so weit. In Mollis ist der 34-Jährige nun das siebte Mal dabei – als einziger aktiver Oberländer «Eidgenosse».
Bruno Gisler seinerseits ist 2018 zurückgetreten. Unterdessen schickt sich sein Sohn an, in seine Fussstapfen zu treten: Timo Gisler bestreitet sein erstes Esaf – mit 16 Jahren ist er der zweitjüngste aller Schwinger in Mollis.
Die Oberländer mit den meisten Esaf-Kränzen
Gemessen an der Anzahl insgesamt gewonnener Kränze ist Bruno Gisler der erfolgreichste Oberländer. 127 gewann er in seiner Karriere – das ist der fünftbeste Wert aller Zeiten. Wenn es aber um eidgenössische Kränze geht, taucht Gisler mit seinen drei gewonnenen Exemplaren nicht in den Spitzenrängen auf.
Unter den 69 Schwingern mit vier oder mehr eidgenössischen Auszeichnungen figurieren mit Karl Oberholzer und Max Wolfensberger zwei mit Bezug zur Region. Oberholzer stammt zwar aus Uznach, lebte aber lange in Dübendorf und schwang für den Schwingklub Glatt- und Limmattal. Fünf eidgenössische Kränze holte er zwischen 1958 und 1969. 1961 stand Karl Oberholzer gar im Schlussgang, verlor aber gegen den Winterthurer Karl Meli, der noch heute mit neun eidgenössischen Kränzen der Erfolgreichste aller Zeiten ist.
Max Wolfensberger stammte vom rechten Zürichseeufer, verbrachte aber einen grossen Teil seines Lebens in Dürnten – er holte an den Eidgenössischen Schwingfesten zwischen 1969 und 1977 vier Kränze.
Von der grossen Enttäuschung zum König
Der erfolgreichste «Oberländer» heisst allerdings Walter Flach – und war Mitglied des Schwingklubs Winterthur. Flach lebte in Hinwil, als er 1953 in Winterthur im Schlussgang gegen Gottfried Haueter kurzen Prozess machte.
Drei Jahre zuvor in Grenchen war Flach bereits in einem Schlussgang gestanden, der in die Geschichte einging – allerdings nicht im positiven Sinn. Das Duell mit Peter Vogt, dem Schwingerkönig von 1948, endete ohne Sieger – und das Fest ohne König. Die NZZ schrieb über die beiden Schlussgangteilnehmer: «Sie enttäuschen trotz mehr als einer halbstündigen Arbeitszeit derart gründlich, dass wir uns über diesen Schlussgang am liebsten ausschweigen würden. Beide Kämpfer haben leider mit diesem passiven Verhalten der Sache einen schlechten Dienst erwiesen.»
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