Abo

Sport

Zurückhaltende Oberländer Teams

Wenn die Favoritenrolle wie eine heisse Kartoffel ist

Wer hat das Zeug, um in der Drittliga-Gruppe 6 den Ton anzugeben? Volketswil und Pfäffikon – sagt die Konkurrenz. Forsche Töne spucken diese zwei Teams aber keine.

Der FC Pfäffikon (Leandro Sillitto, rechts) zählt in der Gruppe 6 zu den Topteams, hat aber viel Konkurrenz – wie Volketswil (links oben), Wetzikon sowie Rüti (Paulo Peixoto, links im Bild) und Hinwil.

Fotos: Christian Merz/David Kündig

Wenn die Favoritenrolle wie eine heisse Kartoffel ist

Wer hat das Zeug, um in der Drittliga-Gruppe 6 den Ton anzugeben? Volketswil und Pfäffikon – sagt die Konkurrenz. Forsche Töne spucken diese zwei Teams aber keine.

Offiziell ist es einfach die Drittliga-Gruppe 6. Aber da acht von zwölf Teams aus der Region sind, kann man auch einfach von der Oberland-Gruppe sprechen. Neu in dieser ist neben den Aufsteigern Maur und Mönchaltorf, die es im Kampf um den Ligaerhalt schwer haben dürften, auch der FC Volketswil.

Die Volketswiler haben letzte Saison mit ihrem Finalvorstoss im Regionalcup für Furore gesorgt. Und sie haben sich unter Antonio Limata in der Meisterschaft zu einem Spitzenteam entwickelt. Explizit vom Aufstieg sprechen will Trainer Limata nach dem 2. Platz in der Vorsaison in der Gruppe 3 dennoch nicht. Er erwartet in der neuen Umgebung eine ausgeglichene Angelegenheit und sagt mit Blick auf die Konkurrenz: «Viele sind bereit für den nächsten Schritt. Wir wollen da auch ein Wort mitreden.»

Neu ist es nicht, dass man sich unter ambitionierten Teams die Favoritenrolle gegenseitig übergibt wie eine heisse Kartoffel. Zweiter war letzte Saison auch Pfäffikon – in der Gruppe 6. Trainer Kurt Kobel sieht sein Team, von dem er Fortschritte im Umschaltspiel von der Offensive in die Defensive erwartet, in der Spitzengruppe. Das schon. Er sagt aber auch: «Der klare Favorit ist Volketswil.»

Warum ist der Sprung in die 2. Liga so schwierig? Diese Frage diskutieren drei Regional-Fussball-Experten in unserem Stammtisch. Video: Simon Grässle

Fragt man sich durch die Konkurrenz, zählen Volketswil und Pfäffikon zu den meistgenannten Aufstiegsanwärtern. Der Rütner Sportchef Aykut Ugras begründet seine Wahl so: «Beide hatten keine tragischen Abgänge und haben sich punktuell gut verstärkt.»

Visar Ramani, der neue Trainer des FC Wetzikon, ist derweil überzeugt: «Die Favoritenrolle ist klar verteilt. Volketswil und Pfäffikon müssen diese annehmen.»

Der FCW will die Angst verlieren

Wie sehr als Schwergewicht und damit selbst als Aufstiegsaspirant sieht sich der FC Wetzikon, der vom Selbstverständnis, von der Grösse und der Infrastruktur her in die 2. Liga gehört? Die Ziele seien nicht auf Zahlen ausgelegt, sondern auf die Entwicklung, sagt Ramani.

Er beerbte Anfang Juli Adrian Nikci. Der Ex-Profi hatte im Frühling den Vertrag noch verlängert, verabschiedete sich aber nach nur einer Saison wieder.

Nikcis Erfolgsausweis auf den Meierwiesen ist überschaubar. Als Fünfter fehlten dem FCW letzte Saison satte 19 Punkte zum Aufstiegsplatz. Ramanis Aufgabe ist es nun, die in den letzten Jahren stets enttäuschenden Wetziker zurück in die Spur zu bringen. Ein Unterfangen, für das er Geduld einfordert.

«Wir brauchen diese Saison, um zusammen zu wachsen, um uns in verschiedenen Bereichen zu verbessern», sagt Ramani. Er spricht davon, einen dominanten FC Wetzikon sehen zu wollen, «der keine Angst vor dem Gegner hat».

Das Potenzial zur Überraschung

Die Wetziker gehören nach dem erneuten Neuanfang zu den Anwärtern auf einen Platz im ersten Tabellendrittel. Wie vielleicht auch der FC Hinwil, dem von zahlreichen Gegnern das Potenzial zur Überraschung attestiert wird.

«Die darf man nicht unterschätzen, die haben unter Igor Drmic gute Fortschritte gemacht», windet der Rütner Sportchef Ugras dem Lokalrivalen ein Kränzchen. Und meldet zugleich fürs eigene Team den Anspruch auf die erweiterte Spitze an: «Unser Ziel ist es, unter die Top 4 zu kommen.»

Nach dem Abstieg aus der 2. Liga stabilisierte sich der FCR eine Liga weiter unten mit dem guten 4. Rang. Nun hat er den Abgang von Harbin Osmani, Riccardo Scalia und Stefano Calendo und damit von einigen Routiniers zu verkraften. Topscorer Flavio Milano ist aber noch immer da. Und laut Ugras passt auch die Mischung zwischen jungen und routinierten Spielern.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.