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Hohe Ambitionen

Uster setzt auf mehr Charakterköpfe

Im FC Uster ist man sich bewusst geworden: Fussball muss nicht nur schön anzusehen sein. Nun will der FCU in einer neuen Interregio-Gruppe an die Spitze.

Einen wie ihn könnten sie noch brauchen: Der FC Uster hofft auf die Rückkehr des Langzeitverletzten Lukas Rüegg.

Foto: David Kündig

Uster setzt auf mehr Charakterköpfe

Im FC Uster ist man sich bewusst geworden: Fussball muss nicht nur schön anzusehen sein. Nun will der FCU in einer neuen Interregio-Gruppe an die Spitze.

Das sind die Lehren aus der letzten Saison

Eigentlich strebt der FC Uster nach der Spitze. Oder zumindest danach, möglichst lange oben mitzuhalten. Doch dann drohte er zeitweise gar in den Abstiegskampf zu geraten. Am Ende wurde der FCU Neunter, und Philipp Bünter, der Leiter Aktive, sagt: «Wenn ich unser Potenzial anschaue, dann sind wir unter den Erwartungen geblieben. Aber wir standen am Ende zu Recht dort, wo wir waren.» Das mag zwar auch mit Verletzungspech zu tun haben, wie Bünter sagt. Aber nicht nur das. Vor allem eine zentrale Erkenntnis formuliert er: «Immer nur schön Fussball zu spielen, reicht am Ende nicht.»

Als Vorwurf an Trainer Etienne Scholz ist das nicht zu verstehen. «Er entwickelt sich als Trainer weiter, lernt Jahr für Jahr dazu und hat auch einen anderen Fussball versucht reinzubringen.» Wobei das Wörtchen «auch» hier wichtig ist. Denn sich neu erfinden will der FCU nicht. «Spielsystem und -philosophie werden sich nicht ändern», sagt Bünter denn auch. «Es geht darum, mehr Wert auf die Situationen ohne Ball zu legen – und mit dem Ball manchmal auch etwas effizienter zu sein.»

Das hat sich im Kader getan

Die Transferbilanz ist ausgeglichen – acht sind gegangen, neun neu hinzugekommen. Und es ging laut Bünter bei der Kaderzusammenstellung auch darum, die richtigen Typen zu finden. «Wir haben Charakterköpfe gesucht und Spieler, die körperlich und auch mit ihrer Athletik Präsenz markieren können.» Der FCU will also nicht ausschliesslich Talentschuppen sein – dass sie grundsätzlich Fussball spielen können, haben die Ustermer ja schon zur Genüge gezeigt.

Viel erhofft sich Bünter beispielsweise vom 22-jährigen Verteidiger Fabian Inglin, der beim Aufstieg der SV Schaffhausen in die 1. Liga vor einem Jahr Stammspieler war, danach jedoch nur noch zu wenigen Teileinsätzen kam. Oder von Verteidiger Noah Mohammed (20) und Stürmer Falco Bonin (18), die von Red Star nach Uster kamen. Oder vom 29-jährigen Daniel Vujanovic, der lange in Österreichs Regionalligen spielte und zuletzt für Zürich City lizenziert war. «Das sind Typen, die uns helfen können», sagt Bünter.

Und dann gibt es Spieler, die zwar schon da waren, aber lange nicht mehr gespielt haben. Wie etwa den Langzeitverletzten Lukas Rüegg, dessen Comeback laut Bünter noch in den Sternen steht, auch wenn er bereits mittrainiert. Er wäre mit seinen 27 Jahren einer der wenigen Routiniers, die der Equipe in der letzten Saison hätten Halt geben können.

Die Transfers des FC Uster

Abgänge: Athanasios Fasoulakos (?), Bryan Mendes Gonçalves Luhpaty (FC Schaffhausen 2), Stephane Munduki (Pause), João Vitor Duarte Rossow (2. Mannschaft), Justin Aaron Opoku Boakye (Rapperswil-Jona 2), Muhammed Suleyt Özaydin (Veltheim), Rafail Gavriil Tsolakis (?), Dominik Cennerazzo (Dübendorf).

Zuzüge: Fabian Inglin (SV Schaffhausen), Nebojsa Lavrnja (Seefeld), Daniel Vujanovic (Zürich City SC), Francesco Salvatore (2. Mannschaft), Demian Gugger (A-Junioren), Giuliano Scarpa (Red Star), Falco Bonin (Red Star/FCZ U18), Noah Mohammed (Red Star 2), Dylan Kadi (Wiedikon).

So soll die neue Saison für den FCU werden

Der FCU bewegt sich neuerdings in ziemlich unbekanntem Gebiet. In der Gruppe 3 geht es vornehmlich in die Nordwestschweiz und nicht mehr in die Ostschweiz – und mit Bülach, Dübendorf und Red Star sind nur gerade drei Teams mit dabei, auf die der FCU in der letzten Saison getroffen war. «Die Gruppe wird eine ziemliche Wundertüte, zumindest in der Vorrunde», sagt Bünter deshalb. Er hofft, dass das für den FCU ein Vorteil sein könnte. «Es werden nicht alle hinten hineinstehen. Und wenn ein Team gegen uns mitspielen will, kommt uns das sehr entgegen.»

Was die Kräfteverhältnisse angeht, erwartet Bünter eine relativ ausgeglichene Gruppe mit «zwei, drei Teams, die vorneweg marschieren dürften». Liestal, Dornach und Zürich City hat er diesbezüglich auf dem Radar. Unter diesen Teams soll sich auch der FC Uster klassieren. Bis zum Schluss vorne mitspielen, das muss für Bünter das Ziel sein. «Wenn man fünf Runden vor Schluss schon weiss, dass man noch um die Ränge sechs bis neun spielt, ist das doch auch nicht motivierend.»

Das Potenzial dafür hat der FCU laut Bünter durchaus. Und diesmal war auch die Trainingspräsenz in der Vorbereitung grösser. Nicht nur, weil der Klub den Trainingsplan mit den Ferienplänen der Spieler abgestimmt hatte. «Es herrscht ein anderer Drive», findet Bünter.

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