Sein Sieg ist alles andere als eine Überraschung
David Baumberger gewinnt die 1. Etappe auf die Farneralp und erfüllt damit seine Erwartungen. Bei den Frauen siegt mit Daniela Schwarz eine frühere Fussball-Nationalspielerin.
Die Ausgangslage am 5-Tage-Berglauf-Cup präsentiert sich so offen wie seit langem nicht mehr. Also sicher bei den Männern. Das hat mit dem Fehlen von Jens-Michael Gossauer zu tun. Der Läufer des LC Uster dominierte den Anlass zuletzt, läuft heuer aber höchstens die eine oder andere Etappe. Und keinesfalls die für die Gesamtwertung benötigten vier Teilstücke.
Gossauer fehlte wie angekündigt am Montag auf der 1. Etappe von Wald auf die Farneralp. Sie gilt als wohl härtestes Stück Arbeit in dieser Laufwoche voller Aufstiege. Mit ihren über 500 m Höhendifferenz, die es zu bewältigen gilt. Die 5,4 km lange Strecke am schnellsten absolvierte bei den Männern David Baumberger.
Etwas mehr als 19 Minuten benötigte der Zolliker dafür, wobei er fand: «Es ging alles optimal auf.» Baumberger knüpfte dem zweitklassierten Martin Bader (Hombrechtikon) rund eine halbe Minute ab, der mit einem Lachen sagte, er sei das Rennen zu schnell angegangen, «was bei mir immer der Fall ist». Dritter wurde Mark Lagerström. Der Dübendorfer brauchte anderthalb Minuten länger als der Sieger.
Baumbergers Erfolg kommt keineswegs überraschend. Einerseits hat der nicht einmal 20-Jährige bereits einmal eine Etappe am Berglauf-Cup für sich entschieden. Vor zwei Jahren war das, als er damals beim knackigen Lauf auf den Bachtel alle düpierte. Zentraler aber ist: Baumberger ist ein starker OL-Läufer, steht im Junioren-Nationalkader und nahm heuer an der Junioren-WM teil.
Der Jungspund hatte sich vor der Etappe gute Chancen ausgerechnet, da er sich mit Steigungen auskennt. «Ich trainiere schon sehr viel. Und im OL ist uphill ebenfalls wichtig, darum bin ich schon ready für so etwas», begründete er seine Ambitionen. Baumberger enttäuschte sich selbst also nicht. Und gab zu: «Es ist schon ein cooles Gefühl, vorne zu sein.»
Hart am Limit
Während Männersieger Baumberger sich in Aufstiegen daheim fühlt, ist das Terrain bei Daniela Schwarz aus dem zürcherischen Ebertswil für gewöhnlich flach, wie die Frauensiegerin hinterher erklärte. Sie habe versucht, möglichst gleichmässig zu rennen, sagte Schwarz über ihre Taktik. Was aufgrund der unterschiedlich steilen Stellen aber eine knifflige Aufgabe war. Das Fazit der 39-Jährigen: «Ich bin hart am Limit gerannt.»
Erstmals überhaupt ist Schwarz eine Etappe am Berglauf-Cup gelaufen – und sie hat vor, den Rest der Woche ebenfalls zu absolvieren. Mit ihrem Sieg hat sie ein Zeichen gesetzt. Denn Daniela Schwarz ist keine, die spontan die verstaubten Laufschuhe aus dem Keller klaubte, um einmal ihren Fitnesszustand zu testen.
Schwarz weist eine überaus interessante sportliche Vita auf. Mit knapp 16 debütierte die frühere Fussballerin einst mit dem DFC Schwerzenbach in der NLA, wurde Nationalspielerin und spielte auch im Ausland. Später etablierte sich Schwarz in der Ausdauerszene. Sie erkämpfte sich unter anderem an der Langdistanz-Duathlon-WM den 5. Platz, absolvierte Ironman-Wettkämpfe und gewann den mittlerweile eingestellten Multisport-Anlass Gigathlon.
Schwarz dürfte die erste Anwärterin auf den Gesamtsieg der Frauen sein. Keine Ambitionen auf diesen hat derweil die am Montag zweiklassierte Walderin Salome Wildermuth – sie wird keine weiteren Etappen absolvieren und damit schon am Dienstag fehlen, wenn die Läuferinnen und Läufer sich von Bauma Richtung Sunehof aufmachen.