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Nach WM-Silber

Nun fehlt nur noch ein Kapitel in der SCU-Erfolgsgeschichte

Noè Ponti ist kaum ein Jahr nach seinem Wechsel zu Uster bereits einer der erfolgreichsten Schwimmer des Klubs auf internationaler Ebene. Doch gelingt es ihm, auch die letzte Lücke zu schliessen?

Noè Pontis WM-Silbermedaille hat für den SC Uster eine besondere Bedeutung.

Foto: Keystone

Nun fehlt nur noch ein Kapitel in der SCU-Erfolgsgeschichte

Noè Ponti ist kaum ein Jahr nach seinem Wechsel zu Uster bereits einer der erfolgreichsten Schwimmer des Klubs auf internationaler Ebene. Doch gelingt es ihm, auch die letzte Lücke zu schliessen?

Seit Montag gibt es einen weissen Fleck weniger in der Erfolgsgeschichte des Schwimmclubs Uster (SCU). Die Silbermedaille von Noè Ponti über 50 m Delfin war die erste Medaille an einer Langbahn-WM von einem Mitglied des SCU. Das ist Ponti nun seit etwas weniger als einem Jahr – und auch wenn der Tessiner seine Trainingsbasis weiterhin in Tenero hat, so erhoffte er sich mit dem Klubwechsel doch neue Impulse für den nächsten Olympia-Zyklus. Immer wieder andere Reize zu setzen, darum geht es bei vielen Sportlern, die nicht nur an die Spitze kommen, sondern auch längerfristig dort verbleiben wollen.

Seit seinem Transfer zu Uster hat sich Ponti definitiv an der absoluten Weltspitze festgesetzt. Drei WM-Titel auf der Kurzbahn letzten Dezember (mit zwei Weltrekorden) und jetzt der Vizeweltmeistertitel im 50-Meter-Becken – mit diesen vier Medaillen ist er auch der erfolgreichste SCU-Schwimmer an Weltmeisterschaften überhaupt.

Vor ihm hatte der SCU bisher zwei WM-Medaillen auf seinem Konto: Remo Lütolf gewann 1999 an der Kurzbahn-WM in Hongkong Bronze über 50 m Brust, und Antonio Djakovic holte 2021 an der Kurzbahn-WM in Abu Dhabi Bronze über 400 m Crawl.

Die Bilanz ist auch ohne ihn sehenswert

Wer will, kann nun sagen: Der SCU schmückt sich mit fremden Federn. Und es wird sicher auch im SCU niemand bestreiten, dass der Ustermer Anteil an Pontis Erfolgen nicht allzu riesig ist. Doch vorwerfen lassen muss sich der Klub nichts – nicht zuletzt war es Ponti selber, der den Wechsel angestossen hatte.

Das betonte der im April abgetretene SCU-Präsident Philippe Walter immer wieder gerne. «Dass der erfolgreichste Schwimmer, den die Schweiz je hatte, letzten September anrief und sagte: ‹Philippe, ich will für den Schwimmclub Uster lizenziert werden›, das war für uns ein Riesenerfolg», sagte Walter vor einigen Wochen in einem Interview.

Ponti mag zwar nun alles überstrahlen – doch die SCU-Erfolgsbilanz ist auch so durchaus sehenswert, und das nicht nur auf nationaler Ebene. 38 Medaillen hat der Verein bisher an internationalen Meisterschaften geholt.

77 wären es übrigens gar, wenn man die hierzulande recht unbekannten Kleinstaatenspiele dazuzählt – alle zwei Jahre finden sie statt, teilnahmeberechtigt sind europäische Staaten mit weniger als einer Million Einwohnern. Die Liechtensteiner Julia Hassler und Christoph Meier, die in Uster trainierten, hamsterten zwischen 2011 und 2019 insgesamt 39 Medaillen an diesen Kleinstaatenspielen.

Doch zurück zu den 38 SCU-Medaillen an internationalen Meisterschaften. 27 davon entfallen auf Welt- und Europameisterschaften bei der Elite – und sie wurden von insgesamt neun Schwimmern und vier Schwimmerinnen gewonnen.

Für sieben blieb es bei einer Medaille (jedenfalls als SCU-Mitglied), darunter auch für Adrian Andermatt, Dominique und Andrea Quadri. Das Trio holte an der Kurzbahn-EM 1996 in Rostock jeweils Bronze und schrieb damit Geschichte – es waren die ersten Ustermer EM-Medaillen überhaupt.

Für die erste Ustermer Medaille an einer WM sorgte Remo Lütolf 1999 in Hongkong auf der Kurzbahn. Später erweiterte der gebürtige Rheintaler sein Palmarès mit dreimal Bronze an Europameisterschaften und avancierte zum erfolgreichsten SCU-Medaillensammler. Bis Antonio Djakovic ihn übertrumpfte, als er vor einem Jahr an der EM in Belgrad seine Medaillen Nummer 4 und 5 holte.

Mit erst 22 Jahren steht Djakovic bei fünf Elite-Medaillen – und hat bereits 13 Teilnahmen an Welt- oder Europameisterschaften hinter sich. In dieser Statistik steht Lütolf mit 19 internationalen Meisterschaften beim SCU zuoberst – gut möglich, dass Djakovic ihn noch einholt.

Und Djakovic seinerseits könnte den Spitzenplatz bei den Medaillensammlern bald verlieren. Womöglich schliesst Ponti an der WM in Singapur bereits am Samstag zu ihm auf. Dann ist er über 100 m Delfin im Einsatz.

Noch etwas länger, und zwar bis 2028, dauert es, bis Ponti das letzte noch fehlende Kapitel in der SCU-Erfolgsgeschichte schreiben könnte. Olympia-Finals erreichten schon vier Ustermer. Aber noch keiner gewann eine Olympia-Medaille.

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