8 Oberländer, 8000 Schwingfans und 10’000 Flaschen Bier
Für die Athleten des Schwingklubs Zürcher Oberland ist das Nordostschweizer Schwingfest einer der Saisonhöhepunkte. Das NOS in Zahlen.
Die Oberländer: Kindlimann hat schon 7
Am Nordostschweizer Schwingfest in St. Gallen treten 170 Schwinger an. Elf davon sind Eidgenossen. Zu dieser illustren Gruppe zählt Fabian Kindlimann. Der Fischenthaler (34) ist nicht nur der erfahrenste Athlet des Schwingklubs Zürcher Oberland (SKZO). Er ist mit 57 gewonnenen Kränzen, darunter sieben an Teilverbandsfesten, wie das NOS eines ist, ebenfalls das erfolgreichste aktive SKZO-Mitglied.
Kindlimann schlug sich zuletzt mit einer Schulterverletzung herum. Deshalb pausierte er am Sonntag. Seinen Platz am Schwarzsee-Schwinget nahm Teamkollege Gian Maria Odermatt ein.

Der Ustermer ist erst 20, hat aber bereits zwei NOS-Kränze gewonnen. Und sagt nach seinem geglückten Comeback nach mehrwöchiger Verletzungspause logischerweise: «Ein weiterer wäre schön.»
Mit dem Sternenberger Roman Schnurrenberger ist am Sonntag noch ein dritter Oberländer Teilverbandskranzer am Fest dabei. Insgesamt sieben SKZO-Schwinger stehen auf der Liste. Vereinspräsident Daniel Spörri sagt zu den Erwartungen: «Zwei Kränze müssen drinliegen.»
Der achte Oberländer in St. Gallen heisst Janos Bachmann. Der 20-jährige Wildberger tritt für den Schwingklub Winterthur an. Er ist fünffacher Kranzgewinner und strebt nach seinem ersten Kranz am NOS.
Die Favoriten: Viele Namen im Topf
Je ein Duo aus den anderen vier Teilverbänden ist am NOS auf dem Gründenmoos im Westen der Stadt dabei. Die Favoriten auf den Festsieg sind indes allesamt aus der Ostschweiz. Und es gibt zahlreiche Schwinger, die dafür infrage kommen, den rund vierjährigen Siegermuni Mike zu gewinnen.
Die Thurgauer Samuel Giger und Domenic Schneider beispielsweise, der Toggenburger Damian Ott und der Bündner Armon Orlik. Viermal triumphierte Orlik bereits am NOS. Und er ist der letzte Schwinger, der zweimal hintereinander gewann.

NOS-Rekordsieger ist er allerdings bei Weitem nicht. Das ist der 2012 verstorbene Karl Meli, der sich als Gewinner elfmal feiern liess.
Interessant wird zu sehen sein, welche Rolle der letztjährige Gewinner Werner Schlegel spielt. Der 22-Jährige feiert nach mehr als zwei Monaten verletzungsbedingter Pause sein Comeback.
Das Fest: Fast alle Plätze sind schon weg
Das NOS ist zwar ein eintägiges Fest, die Eckwerte der Veranstaltung allerdings sind durchaus beeindruckend. Das Budget für den Anlass beträgt rund 900’000 Franken. Ein wichtiger Teil der Einnahmen soll aus den Ticketverkäufen kommen. Wer live dabei sein und sitzen will, ist unter Zugzwang. Wenige Tage vor dem Anlass waren nur vereinzelte der 4829 Tribünenplätze noch erhältlich, die 1256 Rasensitzplätze sind weg.
Zum ersten Schwinggrossanlass seit 1980 in St. Gallen – damals fand das Eidgenössische Schwing-und Älplerfest statt – werden 8000 Personen erwartet.

Und sie dürften aufgrund der hohen Temperaturen neben einem guten Sonnenschutz vor allem viel Flüssigkeit benötigen.
Um den Durst zu löschen, gibt es Wasserstationen, die gratis sind. Dazu stehen 18’000 Flaschen alkoholfreie Getränke und 10’000 Flaschen Bier bereit. Hunger leiden wird ebenfalls niemand: Eine Tonne Pommes frites, 7000 Würste und 2500 Feuersteak-Poulets werden die Helferinnen und Helfer unter anderem zubereiten.
