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Profifussballer aus Volketswil

Er wurde bereits verabschiedet – und darf trotzdem auf eine Rückkehr hoffen

Der Volketswiler Andi Hoti ist mit Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Der Leihspieler würde gern bleiben. Darf aber nicht. Oder doch?

Der Volketswiler Andi Hoti wurde bei Dynamo Dresden schnell zur Fixkraft.

Foto: Keystone

Er wurde bereits verabschiedet – und darf trotzdem auf eine Rückkehr hoffen

Profifussballer aus Volketswil

Einen Schritt zurück, um neuen Anlauf zu nehmen. Dies gilt für den Volketswiler Andi Hoti, dem mit Dynamo Dresden der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelang.

Die Bilder von der Aufstiegsfeier sind eindrücklich. Über 20’000 Fans säumten am Tag nach dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga die Strassen, als die Mannschaft von Dynamo Dresden mit einem offenen Partytruck durch die Stadt fuhr.

Mittendrin war auch der Volketswiler Andi Hoti, der bei den «Immer wieder Dynamo»-Gesängen auf dem Bus sogar mit einstimmte.

Der Enthusiasmus kommt nicht von ungefähr. Genau 30 Jahre ist es her, als der beliebteste Ost-Klub wegen finanzieller Verfehlungen in die damalige Regionalliga Nordost zwangsrelegiert wurde. Dies, nachdem er zuvor sogar während vier Saisons in der Bundesliga gespielt hatte.

Seither pendelte Dynamo immer zwischen der 2. und der 3. Liga. Geblieben sind aber stets die Begeisterung und die Leidensfähigkeit der Anhängerinnen und Anhänger für den Verein in der Stadt. Als eigentliches Kulturgut gilt er, und so kamen auch in dieser Saison fast 29’000 Fans im Schnitt ins Rudolf-Harbig-Stadion. Kein anderer Verein in der gesamten Liga konnte selbst in diesem Bereich da mithalten.

Andi Hoti bei Dynamo Dresden
Andi Hoti nach dem Aufstieg mit seinen Teamkollegen beim Marsch durch die Dresdner Innenstadt.

«Die Fans sind total fussballverrückt und tun alles für den Verein», sagt Baykal Bellusci von der SBE-Management-Agentur, die Hoti betreut. Er hat ihn erst im Januar auf Leihbasis zum Traditionsverein vermittelt, nachdem Hoti beim 1. FC Magdeburg in seinem zweiten Vertragsjahr kaum mehr zum Einsatz gekommen war. Als Innenverteidiger stand der 22-Jährige beim Zweitligisten in der Hierarchie nur auf der vierten Position. «Es war die beste Variante», bekräftigt Bellusci.

Ein altbekannter Trainer

Tatsächlich. Die Luftveränderung sollte sich für den früheren FCZ-Junior Hoti auszahlen. In Dresden traf er auf Thomas Stamm, der schon in der Saison 2022/2023 in der zweiten Mannschaft des SC Freiburg sein Trainer war – und auf ihn erneut baute.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit wurde der 1,91 Meter grosse Abwehrspieler so schnell zur unumstrittenen Stammkraft. Nur eine von zehn Partien mit ihm ging in diesem Frühling verloren, sodass sich Dynamo an der Spitze etablierte. Für das Fachmagazin «Kicker» gehörte er mit einem Notenschnitt von 3,28 zu den konstantesten Akteuren bei Dynamo.

Andi Hoti bei Dynamo Dresden
Dynamo Dresden schaffte mit Andi Hoti nach drei Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

Ausgebremst wurde Hoti dann Anfang April von einer Muskelverletzung, die ihn bis zum Saisonende ausser Gefecht setzte. Den Dresdner Aufstieg nach drei Jahren in der 3. Liga musste er dadurch von aussen miterleben.

Doch wie geht es nun mit ihm nach Ablauf des Leihvertrags weiter? Vor dem letzten Spiel gegen die SpVgg Unterhaching wurde der Volketswiler, der im vergangenen November im Nationalteam des Kosovo debütierte, sogar offiziell auf dem Rasen verabschiedet. Das letzte Wort ist dennoch längst nicht gesprochen.

Magdeburgs Geschäftsführer stellt sich quer

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Dresden den «temporeichen und gross gewachsenen Hoti», wie ihn die lokalen Medien beschrieben, gerne halten würde. Ein Jahr Vertrag hat er noch in Magdeburg, wodurch eine Ablösesumme nötig wäre. Im Raum steht hierbei ein Betrag von 220’000 Euro. Es ist eine stattliche Summe, zumal FCM-Geschäftsführer Otmar Schork im Ruf steht, ein harter Verhandlungspartner zu sein.

Erschwerend kommt hinzu: Magdeburgs Trainer Christian Titz steht nach einer starken Saison, die in der 2. Bundesliga mit Platz 5 endete, vor einem vorzeitigen Absprung. Diese Personalie könnte wiederum auch einen möglichen definitiven Transfer von Hoti nach Dresden hinauszögern. Denkbar ist nämlich, dass ein neuer Coach auch die Situation von Hoti in Magdeburg neu beurteilen würde.

Es ist also derzeit vor allem Geduld gefragt. Zumal das Transferfenster ohnehin erst am 1. Juli offiziell öffnet. Hotis Berater Bellusci hofft derweil trotzdem auf eine baldige Einigung. Er sagt: «Dresden hat einen Plan und setzt auf ihn.»

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