Darum fällt die Oberländer Bilanz durchzogen aus
Kantonales Schwingfest
Zwei Kränze gab es am Kantonalen in Urdorf für den Schwingklub Zürcher Oberland. Gut ist das nicht. Und doch ist das Fazit nicht nur negativ.
Es ist ein deutliches Fazit. «Vier Kränze wären genial gewesen, drei gut. Zwei sind aber zu wenig», sagt Daniel Spörri. Der Präsident des Schwingklubs Zürcher Oberland kann mit der Ausbeute seiner Schwinger am Zürcher Kantonalschwingfest in Urdorf vom Samstag nicht zufrieden sein.
Nicola Funk (Gibswil) im geteilten fünften Rang und Arjuna Fuster (Bubikon) im geteilten sechsten Rang waren die besten Oberländer – und eben die beiden einzigen, die sich einen Kranz sicherten. Für Funk war es der neunte, für Fuster der vierte.
Fuster nahe am Exploit
Gerade Fuster, der am Dienstag seinen 22. Geburtstag feiert, war aus Oberländer Sicht der grosse Lichtblick. Er schrammte nur knapp an einem noch viel besseren Resultat vorbei. Nach dem fünften Gang, in dem er den Appenzeller Teilverbandskranzer Markus Schläpfer mit Maximalnote gebodigt hatte, lag der Bubiker nämlich im geteilten dritten Rang.
Nur einen halben Punkt trennte ihn von den beiden Schlussgangteilnehmern Armon Orlik und Samir Leuppi. Mit Marco Good erhielt er einen Eidgenossen für den sechsten Gang zugeteilt. Fuster kassierte zwar die einzige Niederlage des Tages, es war aber keineswegs eine zwingende. «Das war auf Augenhöhe», urteilt Spörri.
Der 26-Jährige Funk schloss einen Viertelpunkt besser ab als Fuster – er unterlag dem Thurgauer Teilverbandskranzer Elias Kundert im zweiten Gang und verlor im fünften ebenfalls gegen Good. Seine weiteren vier Gegner bezwang der Gibswiler erwartungsgemäss und bewies damit, was Spörri über ihn sagte: «Er ist fit und parat».
Kindlimann mit Luft nach oben
Für den Oberländer Teamleader gilt das nur bedingt. Noch hat Fabian Kindlimann in dieser Saison keinen Kranz gewonnen – in Urdorf fehlte ihm dazu ein halber Punkt. Der Fischenthaler blieb ohne Niederlage, haderte aber vor allem mit dem entscheidenden sechsten Gang gegen den St. Galler Teilverbandskranzer Pascal Heierli, auf den er regelmässig trifft und den er auch schon oft bezwungen hat. Er endete ohne Sieger – was dazu führte, dass letztlich beide den Kranz verpassten. Ein besseres Resultat vergab der 34-Jährige auch im dritten Gang, als er gegen den Rheintaler Janosch Kobler stellte.

Schon am Thurgauer Kantonalen hatte Kindlimann den Kranz um einen halben Punkt verpasst. «Fabian ist noch nicht so im Strumpf», findet Spörri deshalb. Allerdings ist der Routinier auch noch nicht so unter Leistungsdruck wie andere, die sich schon früh in der Saison für das Eidgenössische von Ende August in Mollis aufdrängen wollen.
Kindlimann hat schon vier Teilnahmen im Palmares, er hat in seiner Karriere bisher 56 Kränze gewonnen – im Normalfall dürfte sein Aufgebot für Mollis Formsache sein. Und die Saison ist noch sehr jung.
Eicher bleibt Jäger
Sehr jung, das ist auch Fabio Eicher. Vor zwei Monaten wurde der Steger erst 17 Jahre alt – und in Urdorf war er sehr nahe an seinem ersten Kranzgewinn überhaupt. Nach fünf Gängen mit drei Siegen und zwei Niederlagen lag noch alles drin. Dann aber verlor Eicher gegen den um zwei Jahre älteren Bündner Niklas Lötscher – und wartet weiterhin auf den ersten Kranz.
Enttäuscht sei Eicher darob nicht gewesen, sagt Spörri. «Er bleibt wohl lieber noch ein wenig in der Rolle des Jägers.» Was auch den Vorteil mit sich bringt, dass ihm weniger starke Gegner zugeteilt werden.
Andere Zürcher Klubs kommen auf
Für die Zukunftshoffnung Eicher kommt das ESAF heuer wohl noch etwas zu früh – andere SKZO-Exponenten sind aber auf Kurs, und insofern relativiert sich für Spörri die durchzogene Bilanz am Kantonalen auch. Nicht nur, weil Fuster und Funk überzeugt haben. Sondern auch, weil mit Gian Marco Odermatt (rekonvaleszent nach Knieoperation) und Roman Schnurrenberger (gebrochene Rippe) zwei Teamstützen in Urdorf gar nicht am Start waren.
Was Spörri aber auch feststellt: Die Konkurrenz innerhalb des Kantons ist stärker geworden – der Schwingklub Winterthur beispielsweise sicherte sich vier Kränze, darunter auch einer für den Wildberger Janosch Bachmann.
Dessen Klubkollege Samir Leuppi sorgte dafür, dass die 5000 Zuschauer am Zürcher Kantonalen bis in den Schlussgang hinein auf einen Heimsieg hoffen konnten. Gegen Armon Orlik blieb er aber chancenlos. Nach 50 Sekunden entschied der Bündner das Duell für sich – und damit das Zürcher Kantonale zum zweiten Mal in Serie und zum dritten Mal insgesamt.
