Nun ist Uster am Tiefpunkt angelangt
Niederlage gegen den Letzten
Der FC Uster hat auch gegen das Schlusslicht nicht gewinnen können. Er unterlag Red Star trotz spielerischer Dominanz 0:2.
Der FC Uster gerät immer mehr in die Bredouille. Nachdem er in den ersten drei Interregio-Rückrundenpartien nur einen Punkt errungen hatte, fand er selbst gegen den bis dato Tabellenletzten Red Star nicht in die Spur zurück und unterlag auswärts 0:2. Die Ustermer waren ihrem Gegner zwar wie erwartet spielerisch und taktisch überlegen und erarbeiteten sich weit mehr Möglichkeiten. Aufgrund einer geradezu verblüffenden Ineffizienz vor dem Tor, zu der auch der ausserordentlich gut aufgelegte Torhüter der Red Stars beitrug, und eines – wie es Trainer Etienne Scholz leicht dramatisch nannte – «maximalen Implodierens» in der Viertelstunde vor der Pause brachte es der FCU aber fertig, auch dieses Spiel zu verlieren und unter den Strich abzurutschen. Nun gelte es definitiv, das Saisonziel neu zu definieren, sagt Scholz. «Es kann nur noch Nicht-Abstieg lauten.»
An Grenzen gestossen
Zu denken geben muss den Ustermern insbesondere, dass sie mit ihrer Spielphilosophie aktuell an Grenzen stossen. Sie werden zwar von allen Seiten gelobt für ihren schön anzusehenden, konstruktiven Spielaufbau, für die taktischen Finessen und die fussballerischen Qualitäten, mit denen sie zweifelsohne ins oberste Drittel der Tabelle gehörten. Die Realität ist aber eine andere, und dafür gibt es Gründe.
Der Schiedsrichter – auch wenn er gestern vor dem zweiten Gegentor ein klares Handspiel nicht ahndete – oder der Zustand des Rasens seien es nicht. «Aber offenbar machen Mannschaften, die uns spielerisch unterlegen sind, andere Dinge besser», sagt Scholz. Dass genau solche Qualitäten wie Kampfbereitschaft, Lauffreude, Fokussierung oder mentale Stärke im Abstiegskampf besonders gefragt sein werden, ist sich der FCU-Trainer bewusst. Und deshalb ist er bereit, in den kommenden Wochen das taktische Element etwas in den Hintergrund zu rücken und sich intensiver den sogenannten Basics zuzuwenden – auch wenn er diese eigentlich als «Voraussetzung, um einen Fussballplatz zu betreten», betrachtet.
«Sich für nichts zu schade sein»
«Jetzt geht es ums Überleben, da dürfen wir uns für nichts zu schade sein, das müssen die Spieler begreifen», sagt Scholz, der sich trotz allem Ungemach darauf freut, im Kampf gegen den Abstieg etwas Neues zu lernen. Dass bis auf Aggressivleader Patrick Schlatter, der zusammen mit Ivan Jakovljev am geeignetsten dafür scheint, beim Ziehen des Karrens aus dem Dreck voranzugehen, auch kaum ein Akteur Erfahrung darin hat, dürfte das unverhofft eingetretene Unterfangen allerdings nicht leichter machen.