Dieses Fazit zieht der neue Sauber-Teamchef
Erstes Rennen unter Jonathan Wheatley
In Japan gab es für das Sauber-Team keine Punkte. Jonathan Wheatley stand erstmals an der Boxenmauer.
Sie hätten ihn wohl lieber anders begrüsst. Doch im ersten Rennen unter dem neuen Teamchef Jonathan Wheatley war das Hinwiler Sauber-Team im Kampf um WM-Punkte chancenlos. In Japan fuhren Nico Hülkenberg (16.) und Gabriel Bortoleto (19.) ein unauffälliges Rennen im hinteren Mittelfeld. Hülkenberg schien in Suzuka der stärkere der beiden, «die Pace wäre gar nicht so verkehrt gewesen, aber ich steckte das ganze Rennen im Verkehr fest», sagte der Deutsche. Für Überholmanöver reichte es dann eben doch nicht – das gilt auch für Bortoleto, der am Funk ebenfalls von einer guten Pace sprach, aber zumeist hinter anderen Autos feststeckte, an denen er nicht vorbeikam.
Für Wheatley ist das eine neue Welt. Der 57-jährige Brite war an acht Konstrukteure-Weltmeistertiteln beteiligt (einer mit Benetton, einer mit Renault, sechs mit Red Bull). Nun steht er seit dem 1. April an der Spitze eines Teams, das zwar mittelfristig mit Audi grosse Pläne hat, sich kurzfristig aber dagegen wehren muss, nicht wieder WM-Letzter zu werden.
Mit Wheatley hat Sauber nach etwas mehr als zwei Jahren wieder einen richtigen Teamchef. Frédéric Vasseur hatte diese Rolle zuletzt bis Ende 2022 inne. Danach gab es keinen «Team Principal» mehr; 2023 und 2024 war Alessandro Alunni Bravi als «Teamvertreter» das Gesicht des Rennstalls. Anstelle des Anwalts sitzt nun mit Wheatley einer in der Schaltzentrale, der 1991 bei Benetton als Mechaniker in die Formel 1 gekommen war, sich bis 2001 zum Chefmechaniker hochgearbeitet hatte und 2006 als Team Manager zu Red Bull wechselte.

Entsprechend gross sind die Hoffnungen, die man bei Sauber in Wheatley setzt. Schliesslich galt er in seinen 18 Jahren bei Red Bull als einer der grossen Erfolgsfaktoren. «Es ist eine spannende Geschichte», sagte Hülkenberg in einem TV-Interview, «wir haben dem entgegengefiebert, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm.» Doch klar ist für den Deutschen auch: «Da darf man jetzt auch keine Wunder erwarten.»
Hülkenberg fehlt die Harmonie
Klar ist nach dem GP von Japan auch: Der starke Saisonstart mit den sechs Punkten zum Auftakt in Australien war ein Ausreisser nach oben, begünstigt von Hülkenbergs Fahrkünsten im Regen. Unter normalen Bedingungen – und gerade wenn wie in Suzuka niemand ausfällt – kann Sauber nicht aus eigener Kraft um WM-Punkte kämpfen. Erstmals in dieser Saison scheiterten beide Autos schon im ersten Teil des Qualifyings. Hülkenberg verpasste den Vorstoss in den zweiten Abschnitt um nur 16 Tausendstel, «es ist nach wie vor alles sehr eng im Mittelfeld», sagte er.
Man kann aber auch sagen: Ein Fortschritt gegenüber der letzten Saison ist sichtbar – Sauber ist näher an der Konkurrenz. Umso wichtiger wäre da ein Auto, das den Piloten das Leben etwas einfacher macht. In Suzuka war das nicht der Fall. «Es ist schwierig, die Harmonie mit dem Auto zu finden», sagte Hülkenberg nach dem Qualifying.
Und was sagte eigentlich Wheatley? Der neue Chef sah «viel Positives», betonte im Team-Communiqué das gute Teamwork und «besonders einige ermutigende Boxenstopp-Zeiten» und empfand das Rennen als guten Start zum «Triple-Header» mit drei Rennwochenenden in Serie. Am nächsten Sonntag gastiert der Formel-1-Zirkus in Bahrain, eine Woche später in Saudi-Arabien.
Den Sieg in Suzuka holte sich Weltmeister Max Verstappen im Red Bull – der Niederländer verwies das eigentlich favorisierte McLaren-Duo Lando Norris und Oscar Piastri auf die Plätze 2 und 3.
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