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Diesem Derby fehlten die Emotionen

Der FC Greifensee gewann das mässig spektakuläre Zweitliga-Derby gegen Gossau. Die Gäste waren in der Offensive zu harmlos.

Der FC Greifensee mit Patrick Schmid (links) setzte sich gegen den FC Gossau (rechts Jan Weickgenannt) durch.

Foto: David Kündig

Diesem Derby fehlten die Emotionen

Greifensee schlägt Gossau

Der FC Greifensee gewann das mässig spektakuläre Zweitliga-Derby gegen Gossau. Die Gäste waren in der Offensive zu harmlos.

Daniel Hess

Erst ganz am Ende, als die Partie längst entschieden war, ging im Zweitliga-Derby zwischen Greifensee und Gossau doch noch die Post ab. Die Nickligkeiten auf dem Feld häuften sich im selben Mass wie die verbalen Aussetzer auf diesem und daneben. Wüste Beschimpfungen konnten ebenso wenig mehr zurückgehalten werden wie gegenseitige Vorwürfe – aus mit Schmerzen am Boden liegenden Spielern wurden in den Augen des Gegners Simulanten und aus klaren Fouls klare Schwalben. Und den armen Schiedsrichter mochte niemand mehr. Auch nach dem Schlusspfiff verschafften einige Spieler ihrem Ärger noch Luft, und es dauerte ein Weilchen, bis sich sämtliche Gemüter beruhigt hatten.

Der Funke sprang nicht

Zuvor war das Zweitliga-Duell zwischen Greifensee und Gossau, das dank einem direkt verwandelten Freistoss von Levin Brunner und einem Treffer von Dario Hanhart 2:0 für das Heimteam endete, für Derby-Verhältnisse erstaunlich gesittet verlaufen; die lediglich zwei gelben Karten sind nur ein Indiz dafür. Sie seien gar nicht erst «dorthin gekommen, wo die Emotionen entstehen», sagte Andreas Häsler danach. Diese kämen ja nicht aus dem Nichts. «Es braucht einen Funken, der sie entzündet», so der Trainer der unterlegenen Gossauer.

Selbst für den Greifenseer Assistenzcoach Simon Schaich war es bei aller Freude über den Erfolg «etwas enttäuschend, wie wenig emotional es heute geworden ist». Dazu beigetragen haben dürfte indes auch ein Schock in der ersten Hälfte, der einen längeren Spielunterbruch zur Folge hatte. Greifensees Melvin Mwakunemwa hatte über Herzflimmern geklagt und musste zu genaueren Untersuchungen ins Spital gebracht werden.

Greifensee präsenter

Nicht nur die Sehnsucht nach einem von noch mehr Leidenschaft geprägten Duell einte die beiden Trainer. Sie, die sich in der hektischen Schlussphase ein Wortgefecht geliefert hatten, kurz darauf aber wieder friedlich bei einem Bier zusammensassen, waren auch gleicher Meinung bei der Beurteilung des Spielausgangs. «Sie waren präsenter und haben viel mehr Zweikämpfe gewonnen als wir», so Häsler, dessen ersatzgeschwächte Mannschaft sich äusserst schwertat gegen die robuste Verteidigung um Patrick Ley und Captain Pascal Unholz.

Angesichts des «schlechten Platzes» hätten sie überwiegend mit hohen Bällen operieren müssen, was gegen «die Türme dort hinten» wenig überraschend nicht von Erfolg gekrönt gewesen sei, sagte der Gossauer Coach. Tatsächlich blieb der FCG bis auf zwei Aktionen in der ersten Hälfte harmlos; daran vermochte auch der etwas ausser Form geratene Topscorer Riley Christen nichts zu ändern. Selbst nach dem zweiten Gegentreffer kurz nach der Pause war die Reaktion der Gossauer überschaubar.

«Kann knüppelhart werden»

Schaich pflichtete seinem Gegenüber bei und verwies auf das Chancenplus der Greifenseer, die schon in den Startminuten zwei Tore hätten erzielen können. Ebenso hob er die Stärke der Greifenseer bei den zweiten Bällen hervor, die ihnen das Leben leichter machten. Davon, dass der Ligaerhalt nach der guten Hinrunde und dem zweiten Rückrundensieg im dritten Spiel bereits in Griffweite sei, will Greifensees Assistenztrainer dennoch nichts wissen. «Darüber freue ich mich erst, wenn es auch rechnerisch feststeht», sagt Schaich.

Häsler, dessen Gossauer nun zwei Punkte hinter Greifensee im vermeintlich immer noch sicheren Mittelfeld liegen, hat zwar das Ziel «Top 6» weiter im Auge. Aber auch er schliesst nicht aus, dass sein Team noch in den Abstiegskampf verwickelt wird. «Es kann knüppelhart werden für uns», prophezeit er. Bleibt Gossau derart zahnlos wie im Derby, könnte er damit recht haben.

Greifensee - Gossau 2:0 (1:0). – Tore: 30. Brunner 1:0. 47. Hanhart 2:0.

Thayngen - Brüttisellen-Dietlikon 0:2 (0:1). – Tore: 17. Sisic 0:1. 48. Dzepo 0:2.

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