Für den FC Effretikon wird es ungemütlich
Drittliga-Klub in Abstiegszone
Dem Drittligisten Effretikon missglückt der Start in die Rückrunde. Trainer Marcel Erismann ist bei seinem Stammverein mehr denn je gefordert.
Gleich zweimal legt der FC Effretikon gegen Regensdorf 2 vor. Zuerst trifft Andonis Guarnaschella, dann erzielt Noël Arnet nach rund einer Stunde das 2:1. Den Gastgebern gelingt allerdings eine schnelle Wende. Der FCE findet darauf keine Antwort mehr – und geht leer aus. Durch die 2:3-Niederlage rutscht er in der Drittliga-Gruppe 4 nun sogar auf einen Abstiegsplatz ab.
Ein Grund zur Besorgnis? «Nein», sagt Trainer Marcel Erismann. Er spricht von einer guten Leistung. «Wenn wir daran anknüpfen, werden auch die nötigen Punkte folgen», ist er überzeugt. Und dennoch: Die Effretiker geraten nach dem missglückten Start in die Rückrunde unter Druck.
In der nächsten Heimpartie gegen den direkt über dem Strich platzierten und punktgleichen SC Veltheim 2 ist ein Sieg unabdingbar. «Daraus lernen, stärker dagegenhalten und cleverer agieren», ist Erismanns Kernbotschaft an seine Mannschaft.
Nur: Weshalb tut sich der FC Effretikon überhaupt so schwer? Vor vier Jahren spielte er noch in der 2. Liga. Und in der Saison 2022/2023 resultierte eine Stufe tiefer hinter Aufsteiger Töss der zweite Platz.
Coach war damals Gürkan Sentürk, der ein knappes halbes Jahr später dem Angebot des damaligen Zweitligisten Witikon folgte – und auch gleich einige Effretiker Akteure an seine neue Wirkungsstätte mitnahm. Der plötzliche Abgang und das anschliessende Hin und Her hatten schon in der letzten Rückrunde einen negativen Einfluss auf die Resultate.
Junior, Captain, Trainer
Für Sentürks Nachfolger Erismann ist der FCE eine Herzensangelegenheit. Auf dem Eselriet ist er nicht nur gross geworden. Erismann führte später auch viele Jahre die erste Mannschaft als Captain aufs Feld. 2010 kehrte er ein erstes Mal für vier Jahre als Trainer zurück. Die Effretiker spielten da noch in der 2. Liga.
Bei seinem zweiten Engagement als Trainer in seinem Stammverein ist Erismann mehr denn je gefordert. Seit seinem Amtsantritt im November 2023 kam es zu vielen Wechseln im Kader. «Wir mussten uns von einigen Spielern trennen», sagt der 56-Jährige. Ersetzt wurden diese primär mit jungen Spielern aus den eigenen Reihen. «In den letzten Monaten war es meine Hauptaufgabe, ein Team hinzukriegen, dass gemeinsam auch denselben Weg einschlägt.»
Fehlende Verbundenheit
So richtig Ruhe kehrte erst im Verlauf dieser Winterpause ein. Wiederholt verliessen einige unzufriedene Akteure den Verein. Erismann tut sich schwer mit der zunehmend fehlenden Verbundenheit vieler Spieler zu ihren Klubs. «Es wird immer krasser.» Den Ausschlag für einen Wechsel gäben oft «ein paar Fränkli, die den Spielern versprochen werden», hat er festgestellt.
Beirren lässt sich ein erfahrener Trainer wie Erismann dadurch nicht. Sein Fokus gilt nun der Teamfestigung. Gerade die gute Vorbereitungsphase stimmt ihn zuversichtlich. Dazu beigetragen hat auch das Trainingslager auf Mallorca. Erismann ist überzeugt davon, mit den Effretikern nun auf dem richtigen Weg zu sein. Daran ändert auch das Resultat in Regensdorf nichts. «Rückschläge kann es immer geben», sagt er.
