Der FC Fehraltorf muss sich strecken
Schwierige Saison nach Trainerwechsel
Drittligist Fehraltorf gehört in der Gruppe 6 zum Kreis der möglichen Absteiger. Es gibt trotzdem auch Grund zur Zuversicht.
Es ist noch alles offen, als die Drittliga-Partie zwischen Egg und Fehraltorf beim Stand von 1:1 nach 62 Minuten wegen eines medizinischen Notfalls bei einem Zuschauer abgebrochen wird. «Wir hatten etwas Mühe gehabt, ins Spiel zu kommen. Doch je länger es dauerte, desto mehr kamen wir in den Flow», sagt Fehraltorfs Trainer Giovanni Migliaccio.
Für beide Teams ist der Auftaktmatch der zweiten Meisterschaftshälfte von grosser Bedeutung. Nur ein Sieg hilft ihnen im Abstiegskampf der Gruppe 6 weiter. Wann das Derby neu angesetzt wird, ist noch offen.
Nur der harte Kern bleibt
Dass für Egg als Aufsteiger die 3. Liga eine ziemliche Herausforderung ist, kommt nicht überraschend.
Sogar von Beginn weg in Rücklage gerät Fehraltorf. Nach drei Partien liegt der FCF ohne Punkt am Tabellenende. Trainer Migliaccio spricht von einem «turbulenten Sommer». Der langjährige Juniorentrainer des FC Wetzikon tritt bei der Rückkehr zu seinem Stammverein eine schwierige Aufgabe an. Bei der Vorstellung taucht nur der harte Kern des alten Teams auf. Ein Teil des Kaders wechselt lieber mit dem scheidenden Coach Adrian Nikci zu Gruppengegner Wetzikon.
Migliaccio und sein Assistent Pasquale Natale sind sofort gefordert – und müssen auf Spielersuche gehen. Sie sind erfolgreich. Viele der Neuen sind jedoch im Juniorenalter oder kommen aus der 4. Liga. «Wir wussten, dass es hart wird. Jeder Punkt in der Vorrunde war für uns Gold wert», sagt Migliaccio.
Tatsächlich steigern sich die Fehraltorfer im Verlauf des Herbsts. Dennoch überwintern sie als Tabellenzweitletzter auf einem Abstiegsrang.
Von seiner Zuversicht hat Trainer Migliaccio aber nichts verloren. «Die Mannschaft wird jede Woche besser. Gerade im taktischen Bereich», findet er. Ein Grund dafür sind auch die Videoanalysen nach den Spielen und die Zusatztrainings, die er anbietet.
Das Fundament fehlt
Der FCF steigt früh in die Wintervorbereitung ein. Die guten Trainingspräsenzen bestätigen Migliaccio, auf dem richtigen Weg zu sein. Erstmals nach vielen Jahren geht es sogar wieder in ein Trainingslager. «Das war für den Teamspirit wichtig», sagt der 47-Jährige.
Der aktuelle 12. Platz ist zum Teil auch auf die Versäumnisse der letzten Jahre zurückzuführen. Die Fehraltorfer kehren zwar mit Ex-Profi Nikci 2023 sofort in die 3. Liga zurück. Der Aufstieg und die anschliessende Etablierung hängen aber auch sehr an einzelnen Spielern. Das Fundament fehlt wiederum. Der Verein hat derzeit weder ein zweites Aktivteam noch A-Junioren.
Kein Grund zum Hadern für Migliaccio. Viel lieber lässt er willige B-Junioren ins Training reinschnuppern und freut sich über die Verpflichtung eines neuen Goalietrainers. Gemeinsam mit Sportchef Carlo Corradino ist er um Nachhaltigkeit und bessere Strukturen bemüht. Migliaccio sagt: «Ich bin eine treue Seele und denke langfristig. Egal was passiert.»