So ungefährlich war Uster noch selten
FCU verliert schon wieder
Der FC Uster unterlag in Chur nach einem offensiv ungewohnt zahmen Auftritt 0:1. Nach der zweiten Rückrunden-Niederlage muss er sich immer mehr nach hinten orientieren.
Vom FC Uster hatte man erwarten dürfen, dass er sich nach der Winterpause, ähnlich wie in den Vorjahren, gegenüber der Hinrunde deutlich verbessert zeigt. Davon ist bisher allerdings weder leistungs- noch resultatmässig etwas zu sehen. Ganz im Gegenteil: In Chur verloren die Ustermer nach einer von Harmlosigkeit geprägten Darbietung auch ihr zweites Rückrundenspiel.
Der einzige Gegentreffer beim 0:1 fiel nach einem Eckball tief in der Nachspielzeit – bezeichnend für die ungemütliche Lage, in der sich der FCU jetzt befindet. Nach der neuerlichen Niederlage liegt er nämlich nicht nur erstmals hinter Dübendorf, dem Rivalen aus der Region, sondern auch nur noch dank der geringeren Anzahl Strafpunkte über dem Strich.
Enorme Schwierigkeiten in der Offensive
Die Ustermer liessen im Bündnerland zwar viel weniger zu als zuletzt gegen die Reserven des FC Schaffhausen, die dem FCU mit ihrem aggressiven Pressing das Leben bedeutend schwerer gemacht hatten; ausser bei ihrem Treffer schafften es die Churer gerade noch zweimal in die Nähe des gegnerischen Tores. Augenfälliger waren indes die enormen Schwierigkeiten der sonst so spielfreudigen Gäste beim Kreieren von Gelegenheiten.
Die Intensität fehlte, die Box-Besetzung war zu wenig klar, und die Laufwege stimmten ebenso wenig wie das Timing bei den Flanken. Und drang Uster einmal etwas weiter vor, brachten die Churer jedes Mal einen Fuss dazwischen. «Ich weiss nicht, wie wir heute hätten ein Tor schiessen können», sagte Scholz, etwas ratlos ob der Zahmheit seiner Schützlinge.
Kann Uster Abstiegskampf?
Muss man sich deshalb nun ernsthafte Sorgen machen um den FC Uster? Scholz glaubt das nicht. Aufgrund der vorhandenen Qualität, den Trainingsleistungen und den auch im jüngsten Spiel gezeigten Ansätzen sei er nach wie vor überzeugt von der Stärke seiner Mannschaft. Dass die Spieler nicht vertraut sind damit, in den Abstiegsstrudel mit hineingezogen zu werden, sei allerdings «ein spannender Aspekt», findet Scholz, der nicht bestreitet, dass es um das Selbstvertrauen einiger Akteure bereits jetzt nicht zum Besten bestellt ist. «Einige machen sich zu viele Gedanken auf dem Platz», sagt der FCU-Coach, was etwa dazu führe, dass sie zuweilen einen Rückpass einem für potenzielle Gefahr sorgenden Zuspiel nach vorne vorzögen.
Auch die technischen Unzulänglichkeiten, die sich die Ustermer auf dem kleinen Churer Kunstrasen in ungewohnt hohem Masse leisteten, könnten demselben Problem entspringen. Der Trainer weiss jedenfalls, wo er ansetzen muss. Es gelte, in Zone 3 wieder viel mehr Durchschlagskraft zu entwickeln, ohne dabei in der Defensivarbeit, die diesmal fast tadellos funktionierte, nachzulassen.
Chur - Uster 1:0 (0:0). – Tor: 95. 1:0.