Sie sind die Meisterinnen der letzten Sekunden
Floorball Riders schaffen Ligaerhalt
Die Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti spielen auch nächste Saison in der NLA. Im Playout-Duell gegen Wasa St. Gallen setzen sich die Oberländerinnen dank sehr späten Toren durch.
Mehr Herzschlag-Finale geht kaum: Als die letzte Minute im fünften Spiel der Best-of-7-Playout-Serie zwischen den Floorball Riders und Wasa St. Gallen anbricht, liegen die Oberländerinnen 2:3 zurück. Dann gleicht Julia Rozite mit einem beherzten Distanzschuss aus. 37 Sekunden sind noch zu spielen, eine Verlängerung scheint unumgänglich. Doch dann passiert es. In buchstäblich letzter Sekunde steht Malin Brolund goldrichtig. Die Riders-Topscorerin schiesst die Oberländerinnen ins Glück und zum Ligaerhalt.
4:1 entscheiden die Riders die Playout-Serie für sich – daran hatten im Vorfeld höchstens sie selber geglaubt. Die Favoritenrolle hatte klar den St. Gallerinnen gehört, die Riders hatten die Qualifikation bekanntlich auf dem letzten Rang beendet.
Mit dem Promi-Faktor
«Der Druck war immens gross, und das Team hat in dieser Serie grossen Willen gezeigt, selbst wenn es in Rückstand geriet», sagt Riders-Sportchef Giovanni Marti. «Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft.» Schon am Samstag hatten die Riders bewiesen, dass ihr «Glaube bis zuletzt» eben keine Worthülse ist: Den 3:2-Siegtreffer im Heimspiel erzielte Hannah Götze nämlich vier Sekunden vor Schluss.
Die Tatsache, dass dies die frühste Entscheidung der gesamten Serie war, zeigt, was für ein enges Duell sich die beiden Teams effektiv lieferten. Drei von fünf Partien gingen in die Verlängerung.
Es war eine spannende Serie, in der man aber auch sah, weshalb die beiden Teams eben nicht in den Playoffs, sondern nur um den Ligaerhalt spielen. Auch am Sonntag mussten sich die Riders vorwerfen lassen, zu einfache Tore zugelassen und im Gegenzug von kapitalen Fehlern der Gegnerinnen nicht profitiert zu haben. Doch das dürfte den Oberländerinnen vorerst herzlich egal sein. Wie vor einem Jahr überraschten sie in den Playouts alle – damals eliminierten sie Aergera Giffers, das noch bis in die letzte Qualifikationsrunde im Rennen um einen Playoff-Platz war, 4:0.
Damals wie heute war die Serie von langer Hand vorbereitet. «Wir haben alles darauf ausgerichtet», sagt Marti. Das heisst nicht nur, dass man sich mit dem Gegner beschäftigte, sondern auch mit sich selber. «Wir haben den Spielerinnen die Wichtigkeit dieses Ligaerhalts vor Augen gehalten.» Und was die mentale Seite anbelangt, griff Marti in die Promi-Trickkiste. Fussball-Nationaltrainer Murat Yakin und der ehemalige Hockey-Nationalcoach Ralph Krueger richteten sich per Videobotschaft ans Team – und Ex-Fussball-Nationaltorhüter Pascal Zuberbühler schaute am Samstag gleich selber am Heimspiel vorbei.

«Sie fanden treffende Worte, das kam sehr gut an beim Team», sagt Marti. Für ihn war das aber nur ein kleiner Mosaikstein. «Ohne einen gut funktionierenden Staff wäre das nicht möglich gewesen.»