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So startet Sauber in die neue Saison

Am Sonntag beginnt die neue Saison mit dem GP von Australien. Die wichtigsten Fakten zum Hinwiler Sauber-Team.

Ein letztes Mal in giftgrün unterwegs: Kann sich Sauber vom letzten WM-Rang lösen?

Foto: Sauber Motorsport

So startet Sauber in die neue Saison

Letztes Jahr vor der Audi-Ära

Am Sonntag beginnt die neue Saison mit dem GP von Australien. Die wichtigsten Fakten zum Hinwiler Sauber-Team.

Die Ausgangslage: Die Dernière für den sperrigen Namen

Als «Stake F1 Team Kick Sauber» ist der von der Hinwiler Sauber Motorsport AG betriebene Rennstall für die Formel-1-Saison 2025 gemeldet. Ab 2026 ist Sauber Audi-Werksteam, der aktuell sperrige Name taucht deshalb definitiv ein letztes Mal in den Startlisten auf, auch die giftgrüne Farbe am Auto dürfte auf Abschiedstour gehen. Das Team gab sich diese Identität im letzten Jahr und schrieb «unleashed» (entfesselt) auf den Heckflügel. Ein schriller Auftritt, mit dem man die beiden Jahre der Transformation zum Audi-Werksteam füllen wollte. Weniger schrill war, was das Team dann auf der Strecke lieferte – und daran dürfte sich auch in dieser Saison wenig ändern.

Das Team: Das Audi-Mosaik nimmt Form an

Nein, es ist kein Scherz: Ab dem 1. April wird Sauber wieder einen Teamchef haben. Jonathan Wheatley heisst er, kommt von Red Bull, und es gibt Leute, die seinen Anteil am Erfolg seines ehemaligen Teams als mindestens so gross einstufen wie jenen von Design-Superhirn Adrian Newey.

Jonathan Wheatley
Mit Jonathan Wheatley hat Sauber bald wieder einen Teamchef, der diese Bezeichnung auch tatsächlich trägt.

Einen Teamchef, der effektiv diese Bezeichnung trug, hatte Sauber seit dem Abgang von Frédéric Vasseur zu Ferrari Ende 2022 nicht mehr. Alessandro Alunni Bravi war seither zwar so etwas wie Teamchef, offiziell aber nur «Teamrepräsentant». Und Mattia Binottos Job wird mit den Abkürzungen COO (Chief Operating Officer) und CTO (Chief Technical Officer) umschrieben. Das Wirrwarr an Bezeichnungen passt zu einem Team im Wandel – und Wheatleys Ankunft stellt nun einen wichtigen Mosaikstein dar. Die Neubesetzung der Führungsriege ging zwar nicht ohne Stolperer über die Bühne – vom eigentlich als starken Mann installierten Andreas Seidl trennte sich Audi bekanntlich während der letzten Saison. Aber vielleicht findet man nun ja im zweiten Anlauf zu personeller Konstanz.

Die Piloten: Routinier, Neuling – aber kein grosser Name

Einmal Neubesetzung, bitte – das gilt nicht nur für die Führungsetage, sondern auch für die Fahrer. Valtteri Bottas und Zhou Guanyu mussten gehen, das Duo stand für die Erfolglosigkeit der vergangenen beiden Saisons. Ihre Nachfolger Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto haben nun zumindest vertraglich die Sicherheit, dass sie nicht nur diese letzte Übergangssaison bestreiten dürfen, sondern auch 2026 beim Audi-Debüt ihre Cockpits behalten.

Nico Hulkenberg of Germany and Stake F1 Team Kick Sauber and Gabriel Bortoleto of Brazil and Stake F1 Team Kick Sauber looks on during previews ahead of the F1 Grand Prix of Australia at Albert Park Grand Prix Circuit on March 13, 2025 in Melbourne, Australia.
Das Duo für die Audi-Ära: Nico Hülkenberg (links) und Gabriel Bortoleto stehen über diese Saison hinaus unter Vertrag.

Es ist ein Duo, das Sinn macht: Hier der 37-jährige Deutsche, der die Erfahrung von 227 GP-Teilnahmen mitbringt – und den ungeliebten Rekord jenes Piloten mit den meisten Rennstarts ohne Podestplatz. Dort der 20-jährige brasilianische Emporkömmling, der einen steilen Aufstieg hinter sich und für viele eine grosse Zukunft vor sich hat. Was fehlt, ist der grosse Name, den sich Audi eigentlich gewünscht hätte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, wird sich Bortoleto denken.

Das Auto: Eher Testobjekt als Hoffnungsträger

Die Urteile in den Fachmedien über den Boliden mit der Bezeichnung C45 waren teilweise vernichtend. «Fahr keinen Sauber», schrieben die einen, und andere fanden «die Pace in den Tests wenig inspirierend, es sei denn, man hat sich darauf konzentriert, komplett unbemerkt zu bleiben.» Ein Hoffnungsträger ist der Bolide nicht – aber gewissermassen ein Testobjekt. Mattia Binotto will in dieser Saison nämlich auch den Beweis antreten, dass das Team Fortschritte machen kann. Lerneffekte möchte er sehen, auf ganz vielen Ebenen, nicht nur an der Rennstrecke, sondern auch in Hinwil. «Es geht um die Art und Weise, wie wir designen und entwickeln im Windkanal und im Simulator – da gibt es viel Raum zu wachsen.»

Die sportliche Perspektive: Erneut droht die rote Laterne

Letzter nach der Saison 2024, Letzter bei den Vorsaisontests: Sauber wird sich heuer wohl wiederum am Ende des Feldes bewegen. Was auch damit zu tun hat, dass es die letzte Saison vor einem grossen Reglementswechsel ist. Da passiert im Normalfall nicht sehr viel – und die Entwicklung am Auto wird eher früher als später eingestellt, um sich auf den neuen Boliden zu konzentrieren und den kurzfristigen Erfolg für die langfristigen Chancen zu opfern. Auch Sauber wird das nicht anders machen. Denn vom künftigen Audi-Werksteam wird deutlich mehr erwartet werden, als vom WM-Letzten mit dem sperrigen Namen.

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