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Das sind die Olympia-Hoffnungen aus der Region

In etwas weniger als einem Jahr finden die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Vor vier Jahren in Peking waren fünf Einzelsportler aus der Region dabei. Diesmal könnten es mehr sein.

Die Olympischen Ringe im Schnee in Bormio: Das «Stelvio Ski Center» gehört zu den Schauplätzen der Winterspiele im Februar 2026.

Foto: Keystone

Das sind die Olympia-Hoffnungen aus der Region

Wer hat die besten Chancen für die Winterspiele 2026

In etwas weniger als einem Jahr finden die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt. Vor vier Jahren in Peking waren fünf Einzelsportler aus der Region dabei. Diesmal könnten es mehr sein.

Sie sind sichere Werte

Cyril Fähndrich, Langlauf

Cyril Fähndrich

Seine Schwester Nadine wird eine der grossen Schweizer Medaillenhoffnungen sein – das kann man von Cyril Fähndrich nicht behaupten. Doch der in Gossau lebende Zentralschweizer hat gute Qualifikationschancen, wenn er sein Potenzial abruft. Dieses liess er in der letzten Saison mit einem Podestplatz an der Tour de Ski aufblitzen – ausgerechnet in Val di Fiemme, wo auch die Olympiarennen ausgetragen werden. Heuer allerdings kommt er nicht wie gewünscht auf Touren – ein 20. Rang ist sein Bestwert.


Livia Kaiser, Eiskunstlauf

Livia Kaiser

Die für den Dübendorfer EC startende Ostschweizerin ist die zweite Frau neben Kimmy Repond im Olympiakader des nationalen Verbands – und für sie dürfte die Qualifikation Formsache sein, wenn sie ihre Leistungen aus den letzten Jahren bestätigt. In der letzten Saison stieg Kaiser als WM-Neunte und EM-Vierte in die Weltspitze auf. Quotenplätze gibt es im März an der WM in Boston zu holen – und dass es für die Schweiz zwei werden, ist durchaus realistisch.


Natalie Maag, Rodeln

Natalie Maag

Für die Olympianeunte von 2022 sollen die Spiele in Mailand und Cortina zum Karrierehöhepunkt werden. Eine Medaille ist keine Utopie. Sich mit einem Platz in den Top 15 des Gesamtweltcups das Olympia-Ticket zu sichern, ist für die in der Weltspitze etablierten Wernetshauserin reine Formsache. Die einzige Schweizer Toprodlerin hat die kürzlich zu Ende gegangene Saison im Gesamtweltcup auf Rang 5 beendet. Im letzten Rennen wurde sie Zweite – es ist Maags beste Weltcup-Klassierung überhaupt. Die 27-Jährige verliert am Start zwar noch immer Zeit, sie gehört aber fahrerisch zu den besten fünf Rodlerinnen der Welt.


Elena Mathis, Curling

Elena Mathis

Die Bäretswilerin hat das Olympia-Ticket eigentlich schon so gut wie auf sicher. Seit 2023 spielt sie für ihre zweite Heimat Italien Curling. Und das nicht in irgendeinem Team, sondern im klar besten. Das Quartett von Skip Stefania Constantini liegt an 15. Stelle in der Weltrangliste, nationenbereinigt ist es der 6. Rang. Es ist das einzige italienische Team von internationalem Format – die Selektion ist damit nur Formsache. Es werden effektiv Heimspiele für die Equipe, die für den aus Cortina stammenden CC Dolomiti spielt. Und die Ambitionen werden hoch sein, nicht zuletzt wegen der EM-Silbermedaille 2023 und dem 4. WM-Rang 2024.


Kaitlyn McGregor, Eisschnelllauf

Kaitlyn McGregor

Im dritten Anlauf sollte es klappen. Ein erstes Mal verpasste Kaitlyn McGregor 2014 die Olympischen Spiele – und trat zurück. Nach ihrem Comeback blieb ihr auch 2022 der Traum von Olympia vergönnt. Mittlerweile ist die Ebmatingerin aber wieder die schnellste Schweizerin und gehört im Massenstart weltweit sogar zur Top Ten. Das Ticket dürfte für sie also nur eine Formsache sein. Gut möglich ist zudem, dass sie sich für weitere Rennen über Einzeldistanzen qualifiziert. Die Schweizerinnen hoffen zudem mit Leaderin McGregor, es in der Team-Verfolgung an Olympia zu schaffen.


Dominik Schläpfer, Bob

Dominik Schläpfer

Wäre der Wilemer nicht Anschieber, sondern Pilot, dann wüsste er: Wenn ich meine bisherigen Resultate bestätige, bin ich dabei. Denn Stand heute hätten sich sowohl im Zweier als auch im Vierer gleich drei Schweizer Schlitten den Quotenplatz geholt – und Schläpfer hätte auch die Selektionskriterien erfüllt, weil er im Weltcup heuer schon dreimal in den Top 6 war. Doch Schläpfer ist eben nicht Pilot, sondern «Starter». Und da ist die Sache etwas komplizierter, weil der Verband ein Wort mitredet. Von rund 25 bis 30 derzeit international aktiven Schweizer Anschiebern werden höchstens rund ein Dutzend an die Spiele reisen. Diesen Cut dürfte Schläpfer allerdings schaffen.


Sebastian Stalder, Biathlon

Sebastian Stalder

Weit über 100 Weltcuprennen hat Sebastian Stalder schon absolviert, mehrfach schnupperte er an einem Podestplatz. 2022 feierte der Walder an den Spielen in China zudem seine Olympia-Premiere. Der 27-Jährige gehört zu den weltbesten Schützen. Und hat sich auf einem Niveau etabliert, wo die Olympia-Qualifikation 2026 kein Problem darstellen sollte. Stalder müsste dafür im nächsten Winter einmal in die Top 15 laufen. Es ist eine Platzierung, die er diese Saison dreimal schaffte. In einer Saison notabene, in der er bisher grösstenteils klar hinter seinen Erwartungen blieb – auch wegen gesundheitlichen Problemen.


Anja Weber, Langlauf

Anja Weber

Vor vier Jahren in Peking war sie dabei, obschon sie die Kriterien nur zur Hälfte erfüllt hatte und eben erst in den Weltcup aufgestiegen war. Unterdessen stellen die Selektionskriterien für die Hinwilerin keine hohe Hürde mehr dar. In dieser Saison stand sie erstmals auf dem Weltcup-Podest im Teamsprint und mit der Staffel; im Einzel ist sie im Sprint eine Top-Ten-Kandidatin. Weber betreibt zwar weiterhin Langlauf und Triathlon parallel, ihr Fokus liegt aber klar auf dem Winter, zumindest bis zu den Spielen in Mailand und Cortina. Und im Gegensatz zu Peking vor vier Jahren wird es für sie nicht mehr nur darum gehen, Erfahrungen zu sammeln.


Sie sind Wackelkandidaten

Rea Kindlimann, Skispringen

Rea Kindlimann

Wird die Gibswilerin die zweite Schweizerin nach Bigna Windmüller, die als Skispringerin an Olympischen Winterspielen teilnimmt? Ihr erklärtes Ziel ist es. Auf einer Crowdfunding-Plattform schrieb sie: «Im Februar 2026 würde ich gerne nach Italien reisen ... aber nicht in die Ferien, so, wie alle anderen es machen.» Das Feld der Frauen wird mit 50 Starterinnen so gross sein wie noch nie an Olympischen Spielen, was die Chancen für die Schweiz auf mindestens einen Quotenplatz erhöht. Sie selber hat kürzlich erstmals Weltcup-Punkte geholt. Gelingt ihr das noch öfter, sind auch ihre Reisepläne realistisch.


Natalie Schär, Skicross

Natalie Schär

Grosse Töne? Die sind von Natalie Schär nie zu vernehmen. Dafür ist die Nänikerin nicht der Typ. Schär ist Pragmatikerin durch und durch, Gas gibt sie nur im Parcours. Dank dem in der letzten Saison im Europacup gewonnenen persönlichen Weltcup-Ticket kann sie diesen Winter immer auf höchster Stufe fahren. Rang 7 ist da ihr Bestwert. Schär aber ist sich bewusst: Um sich im starken Schweizer Team zu behaupten und in der Weltspitze zu etablieren, steht ihr noch viel Arbeit bevor. Denkt sie ab und zu an die Spiele 2026? «Wenn ich ehrlich bin, gar nicht», sagt Schär. «Ich bin nicht in der Position für Olympia-Träume.»


Felix Trunz, Skispringen

Felix Trunz

Noch wartet Felix Trunz auf seinen ersten Weltcup-Punkt. Nahe dran war der 18-Jährige vom Skiclub am Bachtel an der Vierschanzentournee, wo er in Garmisch-Partenkirchen als 31. den Finaldurchgang hauchdünn verpasste. Eine massive Steigerung braucht er nicht für das Olympia-Ticket – aber er braucht eine Steigerung, zumindest zwei Top-25-Plätze sind gefragt. Das liegt drin, wenn seine Entwicklung nicht ins Stocken gerät. Sein Potenzial ist unbestritten gross, er liess es im Sommer-GP (5. Rang als Bestresultat) aufblitzen. Und der 4. Rang an den Olympischen Jugendspielen 2024 zeigt, in welche Richtung es für Trunz gehen könnte.


Sie brauchen einen Exploit

Selina Isler, Bob

Selina Isler

Sie denkt gross. Die Weisslinger Bobpilotin bezeichnet die Spiele auf ihrem Sporthilfe-Profil als Ziel – doch um dieses zu erreichen, muss sie einen steilen Aufstieg hinlegen. Erst seit dieser Saison ist sie im Europacup unterwegs. Für die Olympia-Qualifikation sind allerdings Weltcup-Resultate gefragt. Weil Isler mit ihren 21 Jahren im Bobsport noch länger zu den Juniorinnen zählt, ist die Resultathürde zwar nicht ganz so hoch. Doch es gibt noch ein anderes Problem. Höchstens drei, realistischerweise eher zwei Frauen-Startplätze wird die Schweiz pro Disziplin haben. Und Isler ist derzeit national die Nummer 4. Sie dürfte deshalb ihren Fokus eher auf 2030 legen.


Viktor Maksyagin, Freeski

Viktor Maksyagin

Der Ebmatinger Freeski-Athlet holte kürzlich am European Youth Olympic Festival Gold im Slopestyle und Bronze im Big Air. Sein Potenzial ist unbestritten gross. Doch für den 17-Jährigen dürften die Spiele im nächsten Februar noch etwas zu früh kommen. Erst einen Weltcup-Einsatz hat er hinter sich. Zweimal in die Top 20 müsste er es schaffen. Und das bei grosser teaminternen Konkurrenz. Im Slopestyle figurieren derzeit nämlich gleich vier Schweizer unter den Top 20 der Weltcup-Disziplinenwertung.


Alessio Miggiano, Ski Alpin

Alessio Miggiano

Er gehört zu den weltbesten Abfahrern seines Jahrgangs 2002, und der Bubiker ist auf dem besten Weg, sich in der Abfahrt einen Weltcup-Fixplatz für die nächste Saison zu ergattern. Gelingt ihm das, hat er theoretisch die Chance, mit zwei Top-15-Rängen auf höchster Stufe die Selektionskriterien zu erfüllen. Doch die Spiele im Heimatland seines Vaters dürften für Miggiano noch zu früh kommen. Denn nicht nur die Resultathürde ist sehr hoch – sondern auch die Konkurrenz im Schweizer Speed-Team. Und an Olympia gibt es wie an der WM nur vier Startplätze pro Disziplin.


Gion Stalder, Biathlon

Gion Stalder

Gion Stalder stand in den letzten Jahren stets im Schatten seines um ein Jahr älteren Bruders Sebastian. Dabei wird dem Walder attestiert, alles mitzubringen, um den Durchbruch auf höchster Stufe zu schaffen. Dieser ist Gion Stalder noch nicht gelungen. Etwas mehr als eine Handvoll Einzel-Rennen hat er seit seiner Weltcup-Premiere 2023 bestritten. Unter die Top 70 schaffte er es aber noch nie. Um die Selektionskriterien zu erfüllen, müsste er einmal in die Top 15 oder zweimal in die Top 25 laufen oder mehrere Topresultate im IBU-Cup abliefern, wo Stalder grösstenteils antritt. Klar ist in jedem Fall: Er steht vor einer schwierigen Aufgabe.


Nicola Wigger, Langlauf

Nicola Wigger

Seine Eltern waren je dreimal mit dabei. Wird der 23-Jährige der nächste Olympiateilnehmer in der Familie? Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich Nicola Wigger ziemlich steigern. Der Gibswiler startete zwar im Dezember 2021 erstmals im Weltcup, hat sich aber noch nicht dort festgebissen, sondern pendelt zwischen Weltcup und Continental Cup. Sein Bestresultat auf höchster Stufe ist im Einzel ein 34. Rang, zumeist klassierte er sich aber jenseits der Top 40. Und für die Selektion müsste er zumindest zweimal in die Top 25 laufen.

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