Das ist die Oberländer Delegation an der Nordisch-WM
Saisonhöhepunkt im hohen Norden
Langläuferin Anja Weber könnte an den Weltmeisterschaften in Trondheim eine Medaille gewinnen – doch die Hinwilerin ist nicht die einzige Teilnehmerin aus der Region.
Die Medaillenkandidatin: Anja Webers beste Saison

An ihre zweiten Elite-Weltmeisterschaften reist Anja Weber als Medaillenkandidatin. Die 23-jährige Hinwilerin zählt an den Titelkämpfen in Trondheim (26. Februar bis 9. März) im Teamsprint im klassischen Stil mit Nadine Fähndrich am Mittwoch in einer Woche zum Favoritenkreis. Das Duo lief im vergangenen Dezember am Heim-Weltcup in Davos auf den dritten Rang – es war Webers erster Podestplatz auf höchster Stufe.
Welchen Stellenwert der WM-Teamsprint für Weber hat, zeigt die Tatsache, dass sie für ihn ausgerechnet jene Disziplin auslässt, in der sie vor drei Jahren U23-Weltmeisterin geworden Jahr: die 10 km im klassischen Stil. «Ich wäre da sehr gerne gelaufen. Aber der Teamsprint findet am Tag danach statt, und ich konzentriere mich darauf, dann bereit zu sein.» Bereit für den Medaillenkampf auf einem Parcours, den sie als sehr selektiv beschreibt. «Es ist ein gutes Profil mit zwei harten Aufstiegen und relativ langen Abfahrten.»
Vier von sechs WM-Rennen wird Weber bestreiten. Im Einzel liegt der Fokus auf dem Skating-Sprint zum Auftakt am Donnerstag. Unterdessen übersteht sie im Weltcup nicht nur die Qualifikation, sondern lief auch bereits zweimal in den Halbfinal und einmal in den Final. «Es ist deutlich meine beste Saison bisher», sagt sie, «vor allem im Sprint läuft es super. Ich bin sehr stabil geworden.» Für ihre WM-Ambitionen heisst das: «Mit einem Halbfinaleinzug wäre ich sehr zufrieden.»
Nicht ganz so hoch liegt die Latte für den Skiathlon vom Sonntag, den sie «einfach mitnehmen will». Im Optimalfall liegt da ein Resultat in den Top 15 bis Top 20 drin. Zum Abschluss wird Weber in der Frauen-Staffel am Freitag in einer Woche laufen. «Das wird spannend – aber ich sehe die grösseren Chancen im Teamsprint.» Das Rennen über 50 km Skating am letzten Tag der WM lässt sie aus.
Die WM-Debütantin: Rea Kindlimanns gutes Timing

Damit hatte sie nicht gerechnet: Erstmals in ihrer Karriere ist Rea Kindlimann für einen Grossanlass aufgeboten worden. Und so ist für die junge Skispringerin aus Gibswil die nordische WM der vorläufige Karrierehöhepunkt. Sie sagt: «Es ist das Grösste, das ich bisher erreichte.» Am Montag reiste die 22-Jährige nach Trondheim, wobei sie die Schanzen am WM-Ort nicht kennt und sich erst auf sie einlassen muss. Kindlimanns Hauptziel für die zwei Springen auf der Normal- und der Grossschanze? «Ich möchte durch die Qualifikation kommen.»
Einige Tage vor ihren Einsätzen überwiegt bei der C-Kader-Athletin die Vorfreude. Sie weiss aber schon jetzt, dass später auch Nervosität dazukommen wird. Das Timing könnte für die Oberländerin, die diesen Winter auf zweithöchster Stufe dreimal in die Top Ten sprang, derweil kaum besser sein. Es ist nur etwas mehr als zehn Tage her, dass Kindlimann zwei wichtige Premieren schaffte. Im ersten von zwei Springen im slowakischen Ljubno überstand die C-Kader-Athletin erstmals im Weltcup die Qualifikation. Danach sicherte sie sich mit Rang 28 gleich auch noch ihre ersten Punkte im Weltcup. «Das war ein Riesenhighlight», schwärmt Kindlimann.
In welchen Bereichen hat sie Fortschritte gemacht? «Auf der Schanze ging es nochmals einen Schritt vorwärts», sagt sie. «Und mental bin ich stabiler geworden, ich behalte länger die Nerven.» Letzteres ist aus ihrer Sicht auch in Trondheim entscheidend. Kindlimann versucht, möglichst locker zu bleiben. Und die mit ihrem ersten Grossanlass verbundenen Emotionen nicht zu nahe an sich heranzulassen.

