Uster jubelt – und entgeht dem ganz grossen Zittern
UHC Uster im Penaltyglück
Uster steht erstmals seit 2022 wieder in den NLA-Playoffs. Die Ustermer machten es allerdings unnötig spannend.
Und plötzlich schien alles gegen den UHC Uster zu laufen. 2:3 lagen die Ustermer im Penaltyschiessen gegen Malans hinten, als Yves Klöti anlief. Der eben erst eingewechselte Malanser Torhüter Röst parierte Klötis Versuch zwar – doch der Ball kullerte mehrere Sekunden später noch über die Torlinie. Aufreizend langsam, als viele gar nicht mehr hinschauten, denn die Schiedsrichter hatten bereits abgepfiffen und liessen nicht mit sich diskutieren.
Der Aufruhr war gross – und er wäre wohl noch grösser geworden, hätte Uster den Match verloren. Doch weil Uster-Torhüter Nicolas Brütsch gleich die nächsten beiden Malanser Versuche abwehrte und Claudio Schmid sowie Josia Pfister – an seinem 22. Geburtstag – trafen, bleibt der nicht anerkannte Treffer eine Randnotiz.
Mit dem Sieg gegen Malans sicherte sich der UHC Uster den Einzug in die Playoffs definitiv vor der letzten Runde. Bei einer Niederlage wäre es womöglich ganz brenzlig geworden, zumal Uster noch bei Leader Zug antreten muss. «So haben wir nun aber drei Wochen Zeit, uns auf die Playoffs einzustellen», sagt Sascha Rhyner, Usters Assistenztrainer. «Wir hätten zwar Chancen gehabt für sechs Punkte an diesem Wochenende», fand er. «Aber am Ende hätte es auch schlechter herauskommen können.»
Doch eigentlich machten es die Ustermer auch unnötig spannend, denn sie hätten schon am Samstag für klare Verhältnisse sorgen können mit einem Sieg in Chur. Doch die Ustermer verloren nach Verlängerung 6:7. Sechs Minuten vor Schluss hatten sie noch 6:3 geführt, mussten dann aber die Churer, die zwingend einen Sieg brauchten, um ihre Playoff-Chancen zu wahren, noch herankommen lassen.
Am Sonntag gegen Malans hingegen liefen die Ustermer im Schlussabschnitt einem 1:2-Rückstand hinterher, bis Klöti in der 54. Minute mit einem platzierten Schuss ausglich und die Verlängerung ermöglichte. In der Schlussphase bekundete Uster aber auch Glück, als Malans mehrfach die Torumrandung traf. Auch Keeper Nicola Brütsch zeichnete sich mehrfach aus. Lanciert worden war die Partie von Pascal Schmuki, der quasi mit der ersten Ballberührung nach 54 Sekunden das 1:0 erzielte. Malans gelang im Mittelabschnitt dann die Wende. Das 1:1 fiel sechs Sekunden vor Ende der einzigen Ustermer Strafe; das 1:2 elf Sekunden vor der zweiten Pause.
Noch nie brauchte es so viele Punkte
Unnötig spannend machten es die Ustermer auch mit der Playoff-Qualifikation, wenn man bedenkt, dass sie nach sechs Partien Mitte Oktober ungeschlagen von der Tabellenspitze grüssten. Klar war damals zwar, dass die Ustermer über ihren Verhältnissen lebten – doch es sah nicht danach aus, dass es mit der definitiven Playoff-Qualifikation bis zur zweitletzten Runde dauern würde. «Klar hätten wir gerne noch mehr rausgeholt», sagt Rhyner, «aber wir hätten vor der Saison für diese 34 Punkte blind unterschrieben, zumal man mit 30 Punkten noch nie die Playoffs verpasst hat.»
Tatsächlich reichten seit Einführung der Zwölferliga in der Saison 2010/2011 30 Zähler stets für die Playoff-Qualifikation. Heuer ist die Konstellation in der Liga aber insofern speziell, als die Teams zwischen Rang 3 und Rang 10 relativ eng beisammen sind und es danach eine klare Zäsur gibt. Letzte Saison hatte Uster als Schlusslicht 15 Zähler – heuer kommen die Teams auf den letzten beiden Rängen zusammen auf diesen Wert.