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Der FCZ wollte ihn nicht mehr – künftig spielt er für einen Quartierverein

Fussballprofi Cédric Brunner ist seit dieser Saison ohne Verein. Jetzt hat der Maurmer einen Schlussstrich gezogen.

Ist mit sich im Reinen: Cédric Brunner aus Maur verlässt die Profifussball-Bühne.

(Archiv) Foto: Urs Jaudas

Der FCZ wollte ihn nicht mehr – künftig spielt er für einen Quartierverein

Rücktritt mit 30

Läuft Cédric Brunner nochmals als Fussballprofi auf? Nein. Der Maurmer beendet nach einigen Monaten ohne Vertrag seine Karriere.

«Wars das jetzt?» Diese Frage stellte sich Cédric Brunner im letzten November. Der ehemalige Bundesliga-Profi war da schon seit einigen Monaten vertrags- und vereinslos. Offen erzählte der Maurmer, dass er noch gerne irgendwo spielen würde, aber nicht mehr um jeden Preis.

Brunner setzte sich gleich auch eine Deadline. Seine Ansage: Kommt im Wintertransferfenster nicht mehr das passende Angebot, wird er einen Schlussstrich als Profi ziehen.

Dieses Transferfenster geht nun Ende Januar zu. Und Brunner hört tatsächlich auf – mit gerade mal 30. Er spielt aber ab der Rückrunde zumindest noch für den Drittligisten FC Wollishofen, den Leader der Gruppe 2. Es ist wie so oft in solchen Fällen ein Beziehungsdelikt. Durch einen Freund landet er beim Stadtzürcher Quartierverein.

«Cédric ist ein cooler Typ und kann uns sicher helfen, unseren neuen Kunstrasen im August in der 2. Liga einzuweihen», sagt FCW-Präsident Rolf von Allmen.

Das Veto von Canepa

Brunner selbst, der am Dienstag auf eine Anfrage nicht reagierte, wäre gerne nochmals für den FC Zürich aufgelaufen. Dort, wo seine grosse Reise begonnen hatte. Im Vorfeld des Cup-Derbys im Dezember antwortete er auf einen Instagram-Beitrag des FCZ schmissig: «Ich het morn Ziit.»

Doch es gibt keine Rückkehr. Diese schloss Präsident Ancillo Canepa kategorisch aus, wie er mehrfach sagte. «Spieler, die bei uns ausgebildet werden und sich weigern, den Vertrag zu verlängern, um ablösefrei ins Ausland zu wechseln, kommen nicht zurück, solange wir am Ruder sind.» Der gebürtige Rütner trat dabei sogar nach: «Das hat mit Charakter zu tun.»

Den Worten Canepas entgegnete Brunner im Fussball-Podcast «Sykora Gisler» unaufgeregt: «Ich hätte gerne verlängert. Doch das neue Angebot war schlechter als mein erster stufenbasierter Profivertrag.»

Der Kreis wird sich also nicht mehr schliessen. Als Zwölfjähriger war er einst von seinem Stammklub FC Maur zum Stadtklub gewechselt. Brunner durchlief sämtliche Etagen im Nachwuchs – und debütierte im Mai 2014 mit 20 in der Super League.

Bis er sich zu einer Stammkraft mauserte, dauerte es einen Moment. Mit dem FCZ stieg der Aussenverteidiger aus der Super League ab – und postwendend wieder auf. Als grösste Erfolge blieben zwei Cup-Titel – ehe er im Sommer 2018 nach Deutschland wechselte.

Die Fans der Südkurve verabschiedeten ihn mit einem Transparent: «12 Jahre FCZ – Danke Cedi!». Bei ihnen hatte er sich kurz vor dem Vertragsende mit dem Siegestor in der Nachspielzeit eines Cup-Derbys gegen die Grasshoppers unsterblich gemacht.

Auf und Ab bei Bielefeld und Schalke

Brunner erlebte hinterher sechs abwechslungsreiche Jahre in der Fremde. Zuerst bei der Arminia Bielefeld, mit der er in der zweiten Saison den Sprung in die Bundesliga schaffte – und damit gegen die ganz Grossen auflief. Nach einer erinnerungsträchtigen Partie gegen Bayern München sagte er: «Ich bin schon sehr stolz, dass ich es geschafft habe.»

Den Wiederabstieg im Jahr 2022 konnte auch Brunner nicht abwenden. Er machte aber so viel Eindruck, dass ihn mit Schalke 04 ein weiterer Traditionsverein verpflichtete. Der Klub aus der Arbeiterstadt Gelsenkirchen hat eine besondere Aura. Das Stadion mit einem Fassungsvermögen von über 60’000 Fans ist nahezu bei jedem Spiel ausverkauft. «Die Kraft von Schalke spürst du jeden Tag», betonte der Maurmer.

Portrait von Fussballer Cédric Brunner. 12.11..2024 (URS JAUDAS/TAGES-ANZEIGER)
Macht mit 30 Schluss: Cédric Brunner spielte bis 2018 beim FCZ und dann sechs Jahre in Deutschland.

Dem sportlichen Erfolg läuft der Verein aus dem Ruhrpott jedoch seit geraumer Zeit hinterher. Brunner musste ein drittes Mal in seiner Karriere absteigen. Die sofortige Rückkehr verpasste Schalke anschliessend deutlich – und für Brunner hatte es im Rahmen einer «Verjüngungskur» am Ende keinen Platz mehr.

Brunner kann die Trennung einordnen. «Ich bin kein Ronaldo, kein Messi. Schon während der Rückrunde merkte ich, dass meine Zeit ablaufen würde. Darum war ich auch nicht am Boden zerstört, als man mir das mitteilte.»

Nach dem Vertragsende gab es einige Klubs, die Interesse bekundeten. Für Brunner war nichts stimmig genug.

Er orientierte sich vielmehr über den Tellerrand hinaus und sagte: «Ich trauere nichts nach und plane zweigleisig.» In Düsseldorf, wo er noch immer viel Zeit verbringt, ist er Inhaber zweier Cafés. Wer Brunner ausserdem in den sozialen Medien folgt, sieht ihn oft in einem Fitnessstudio in Zürich trainieren – an dem er mitbeteiligt ist.

Beim FC Wollishofen dürfte man sich darüber freuen. «Ich war noch nie so fit unterwegs», sagte Brunner kürzlich.

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