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Diese EM wird eine Oase für Fussballromantiker

Worauf sind unsere Sportredaktoren besonders gespannt? Heute schreibt David Schweizer, weshalb die Frauenfussball-EM zum Ereignis des Jahres wird – und was der FC Effretikon damit zu tun hat.

Die Frauen des FC Effretikon haben gute Chancen, in die 1. Liga aufzusteigen.

(Archiv) Foto: Robert Pfiffner

Diese EM wird eine Oase für Fussballromantiker

Das bewegt unsere Sportredaktoren 2025

Worauf sind unsere Sportredaktoren besonders gespannt? Heute schreibt David Schweizer, weshalb die Frauenfussball-EM zum Ereignis des Jahres wird – und was der FC Effretikon damit zu tun hat.

2025 wird das Jahr des Frauenfussballs. Dafür steht exemplarisch «unser» FC Effretikon mit seinem Zweitliga-Team, das zur Saisonhalbzeit auf Aufstiegskurs ist. Erstmals seit 17 Jahren könnte so ab Sommer ein Frauenteam aus der Region auf dritthöchster Stufe spielen. Es wäre ein bemerkenswerter Erfolg, weil gerade der Mädchen- und Frauenfussball eine enorme Entwicklung durchmacht. Und es spricht für das Oberland, dass mittlerweile viele Vereine ihn bewusst und nachhaltig fördern.

Genau 17 Jahre ist es auch her, als erstmals eine EM-Endrunde in der Schweiz (gemeinsam mit Österreich) durchgeführt wurde. Die Euphorie hatte nicht lange Bestand. Bereits nach zwei Gruppenspielen war der Traum eines möglichen Märchens an der Heim-Europameisterschaft vorbei. Die Gastgeber verpassten die K.-o.-Phase also vorzeitig. Auch bei mir hielt sich die Begeisterung damals in Grenzen. Ich besuchte auf eine Einladung hin gerade mal eine EM-Partie – in Wien!

Das ist dieses Mal vor der ersten Frauen-EM in der Schweiz im Juli ganz anders. Am Tag nach der Auslosung wurde vom Europäischen Fussballverband Uefa ein neues Kontingent an Tickets freigeschaltet. Ich nutzte diese Gelegenheit punktgenau, um sicher nicht leer auszugehen. Es sollte sich lohnen. Gleich von sieben Spielen habe ich Eintrittskarten – schweizweit auf fünf Städte verteilt.

Warum aber dieser ganze Enthusiasmus? Für einen hoffnungslosen Fussballromantiker wie mich ist dieser Grossanlass zumindest noch halbwegs eine Oase. Und Erfahrungswerte habe ich durchaus.

Ich war nicht nur an EM- und WM-Spielen bei den Männern – sondern sah seit 2015 auch Endrundenpartien der Frauen in Kanada, den Niederlanden und Frankreich. Öfters in etwas kleineren Stadien. Vor allem aber in einer entspannten Atmosphäre, wo innerhalb und ausserhalb der Arenen keine Heerschar an Sicherheitskräften nötig ist.

Es ist aber nicht einmal das chronische Dauerthema Fangewalt und Randale, was mich immer mehr entfernt – sondern der ganze Überdruss. Also ständig nochmals aufgeblähte Turniere – und natürlich die Vergabe der Männer-Endrunden in mittlerweile oft auch fragwürdige Orte und Länder.

Wer also von alledem genug hat und den Fussball liebt, der ist bei dieser EM-Premiere in der Schweiz richtig. Weil es der Frauenfussball verdient, auf der grossen Bühne präsentiert zu werden. Und es sich lohnt, ihm sich frei von Vorurteilen hinzugeben – zu übrigens erschwinglichen Preisen.

Aber das Wichtigste ist ohnehin: Diese Europameisterschaft trifft nicht nur den Zeitgeist. Sie wird dafür sorgen, dass sich die Anzahl Fussball spielender Mädchen und Frauen vervielfachen wird. Auch in unserer Region, sodass es nicht weitere 17 Jahre dauert bis zum nächsten Aufstieg in die 1. Liga.

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