Wird aus dem «müssen» wieder ein «dürfen»?
Das bewegt unsere Sportredaktoren 2025
Worauf sind unsere Sportredaktoren im neuen Jahr besonders gespannt? Heute schreibt Florian Bolli, warum es nicht immer einfach ist, über Sauber zu berichten.
Am 16. März werde ich meinen Wecker früh stellen müssen. Ausgerechnet an einem Sonntag! Doch das tue ich gerne, und zwar immer wieder. Denn auf den Formel-1-Saisonstart in Australien freue ich mich Jahr für Jahr wie ein kleines Kind, seit ich diese Sportart als Zehnjähriger für mich entdeckt habe. Das Duell zwischen Ayrton Senna und Alain Prost zog mich damals in den Bann.
Unterdessen hat sich die Formel 1 ziemlich verändert, genau wie mein Fokus darauf. Seit bald 20 Jahren verfolge ich sie nicht mehr ausschliesslich aus persönlichem Interesse, sondern auch aus journalistischem. Als Formel-1-Zuschauer habe ich mich für das Hinwiler Sauber-Team seit seinem Einstieg 1993 interessiert, als Sportjournalist schreibe ich seit 2006 über den Rennstall. Mein erstes von vielen Interviews mit Peter Sauber drehte sich um die Frage, wie er nach dem Verkauf seiner Firma an BMW eigentlich das erste Jahr ohne eigenes Formel-1-Team überstanden habe.
Meine emotionale Bindung zum Hinwiler Rennstall war nie sonderlich gross – ich fand es immer spannend, dass die Schweiz in der Formel 1 vertreten ist, aber ich fieberte und litt nie so mit, wie wenn es um den Herzensklub geht. Gelitten habe ich aber trotzdem in der letzten Saison. Denn irgendwann gehen einem die Ideen aus, wie man das nächste punktelose Rennen übertiteln soll. Und irgendwann ist man die Schönfärberei und das Gerede von positiver Entwicklung in den Teamcommuniqués leid.

