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Das waren die denkwürdigsten Momente im Regionalsport

Das Oberländer Sportjahr 2024 war geprägt von Emotionen, Rücktritten – und einer grossen Tragödie.

Die Erstliga-Finalserie zwischen dem EHC Dübendorf und dem EHC Wetzikon gehörte zu den Höhepunkten des Oberländer Sportjahrs.

Foto: David Kündig

Das waren die denkwürdigsten Momente im Regionalsport

Jahresrückblick

Von Hochgefühlen bis zu tiefer Trauer: Das Sportjahr 2024 deckte aus regionaler Optik die ganze emotionale Bandbreite ab.

Natalie Maag jubelt über WM-Silber

Natalie Maag, WM 2024
Natalie Maag ballt im Ziel die Faust – da ahnt sie noch nicht, dass ihre Fahrt für eine Medaille reichen würde.

Den 26. Januar wird Natalie Maag nicht mehr so schnell vergessen: An den Weltmeisterschaften im deutschen Altenberg gewinnt die 26-jährige Rodlerin aus Wernetshausen die Silbermedaille im Sprint. Im zweiten Lauf verbessert sie sich vom 8. Rang aufs Podest – und muss lediglich ihrer besten Freundin Julia Taubitz den Vortritt lassen.

Wetzikon triumphiert in der Derby-Finalserie

Wetziker Jubel
Der EHCW hat es geschafft: Der Sieg im Final gegen Dübendorf bedeutet den Aufstieg in die MHL.

Es ist einer der grössten Momente in der Geschichte des EHC Wetzikon: Vor über 2500 Zuschauern in der Wetziker Eishalle entscheidet der EHCW am 9. März die Playoff-Finalserie der Erstliga-Ostgruppe gegen den EHC Dübendorf mit 3:1 Siegen für sich und feiert den langersehnten Aufstieg in die höchste Amateurliga MHL. Später setzt sich der EHCW auch in der nationalen Finalserie gegen Sion 3:1 durch und wird Erstliga-Meister. Auch für die Dübendorfer nimmt die Saison noch ein gutes Ende: Sie gewinnen das Spiel um Platz 3 gegen Wiki-Münsingen und kehren damit ein Jahr nach dem Abstieg in die MHL zurück.

Dominik Peter kehrt nicht in den Weltcup zurück

Dominik Peter
Er verlässt die Sprungschanzen der Welt: Dominik Peter hört auf.

Aus seiner Pause wird ein Rücktritt: Weltcup-Skispringer Dominik Peter kehrt am 15. März im Alter von 22 Jahren dem Spitzensport definitiv den Rücken. «Die Probleme mit der Ernährung löschten das Feuer, das ich für den Sport hatte», sagt der Fischenthaler im Abschiedsinterview.

Ustermerinnen gelingt die Rückkehr

Die Erstliga-Handballerinnen des TV Uster steigen auf.
Die Erstliga-Handballerinnen des TV Uster steigen auf.

Die Handballerinnen des TV Uster verlieren zwar ihre letzte Erstliga-Finalrundenpartie in Malters 25:26, dennoch haben sie am 23. März Grund zum Jubeln: Nach sieben Jahren gelingt der Equipe die Rückkehr in die zweithöchste nationale Liga SPL2.

Gilles Roulin tritt zurück

Porträt von Gilles Roulin auf dem Hochwachtturm bei Egg.
Gilles Roulin auf dem Pfannenstiel-Turm: Der Grüninger hängt seine Skikarriere an den Nagel.

Sieben Jahre lang gehört Gilles Roulin zum Schweizer Speed-Team im Weltcup. Dann tritt der Grüninger am 27. März zurück – nach etwas über 100 Starts auf höchster Stufe. Den ersten Gedanken an den Rücktritt hatte der 29-Jährige im Dezember zuvor in Bormio vor dem Training: «Da fragte ich mich, ob ich noch am richtigen Ort bin. Ich konnte das in dem Moment nicht beantworten. Aber der Gedanke löste vieles aus.»

Pfannenstiel steigt wieder in die NLB auf

Der UHC Pfannenstiel feiert in Zollbrück seine NLB-Rückkehr.
Der UHC Pfannenstiel feiert seine Rückkehr in die NLB.

Der UHC Pfannenstiel krönt seine Saison und steigt am 13. April fünf Jahre nach dem Abstieg wieder in die Nationalliga B auf. In den Auf-/Abstiegsplayoffs entscheidet «Pfanni» das Duell gegen Eggiwil für sich – ausgerechnet gegen jenes Team, das dem UHC Pfannenstiel den NLB-Platz einst abgeluchst hatte.

Fabienne Kocher holt Gran-Slam-Sieg

Fabienne Kocher
Jubel zum Karriereabschluss: Fabienne Kocher gewinnt erstmals ein Grand-Slam-Turnier.

Es ist ein historischer Erfolg: Fabienne Kocher gewinnt am 3. Mai als erste weibliche Schweizer Judoka ein Grand-Slam-Turnier. In Duschanbe in Tadschikistan setzt sich die 30-jährige Riedikerin in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm im reinen Schweizer Final gegen Binta Ndiaye durch. Kocher verbessert mit dem Triumph ihre Ausgangslage im Olympia-Ranking deutlich, zwei Turniere verbleiben ihr noch, um Ndiaye zu überholen und sich das Ticket für die Sommerspiele in Paris zu sichern. Doch es reicht nicht: An der WM Ende Mai scheitert sie in der dritten Runde. «Einen Kampf mehr hätte ich gebraucht», sagt Kocher danach. Wie angekündigt beendet sie ihre Karriere – und wird Trainerin.

Schweizer Squasher gewinnen Bronze an der Team-EM in Uster

Griffig Sporthalle Uster, Squash EM, Dimitri Steinmann
Dimitri Steinmanns Freudenschrei: Der Dübendorfer sichert der Schweiz in Uster Bronze an der Team-EM.

In Uster trifft sich vom 1. bis 4. Mai die Squash-Elite des Kontinents für die Team-EM – und die Schweizer schaffen den Sprung aufs Podest. Der Dübendorfer Dimitri Steinmann holt im Spiel um Platz 3 gegen Wales die entscheidenden Satzgewinne, um der Schweizer Equipe die Bronzemedaille zu sichern. Mit dabei im Team sind auch die Ustermer Robin Gadola und David Bernet, wobei Letzterer in der Partie um Bronze nicht zum Einsatz kommt.

WM-Bronze für Nils Stump

WM-Bronze für Nils Stump vom Judoclub Uster in Abu Dhabi.
Nils Stump bejubelt seine Bronzemedaille.

Seinen Titel aus dem Vorjahr vermag er zwar nicht zu verteidigen, doch der Ustermer Nils Stump kehrt erneut mit einer Medaille von Weltmeisterschaften zurück. In Abu Dhabi sichert sich der 27-Jährige am 20. Mai die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm, obwohl ihn eine Schulterverletzung im Vorfeld beeinträchtigt hatte. Es bleibt allerdings das einzige Highlight im Olympia-Jahr. In Paris tritt er als Medaillenkandidat an – und verliert bereits seinen ersten Kampf.

Brüttisellen steigt auf, Rüti steigt ab

Jubel Brüttisellen nach Spielschluss
Jubel, Trubel, Aufstiegsparty: Der FC Brüttisellen-Dietlikon kehrt in die 2. Liga zurück.

Dank einem 3:1-Erfolg im Derby gegen Volketswil in der letzten Drittliga-Meisterschaftsrunde am 23. Juni gelingt dem FC Brüttisellen-Dietlikon nach zwei Jahren die Rückkehr in die 2. Liga. Die Brüttiseller entscheiden das Aufstiegsduell gegen Küsnacht um einen Punkt für sich. Den umgekehrten Weg muss der FC Rüti gehen, der drei Jahre nach dem Abstieg aus der 2. Liga interregional auch den Fall in die 3. Liga nicht vermeiden kann. Die Relegation zieht einen Exodus von Leistungsträgern nach sich – unter anderen verlässt Torgarant Taulant Syla den Verein.

Antonio Djakovic holt zwei EM-Medaillen

Sein Fokus gilt den Olympischen Spielen, die Europameisterschaften im Juni in Belgrad sind für Antonio Djakovic eigentlich nur ein Formtest aus dem Training heraus. Und doch brilliert der 21-jährige Ustermer: Djakovic gewinnt Bronze über 200 m Crawl und über 400 m Crawl. Es ist aber ein nur vermeintlich gutes Omen für Olympia: In Paris verpasst er die angestrebten Finalqualifikationen deutlich.

Riccardo Rancan gewinnt gleich zwei Weltmeistertitel

Riccardo Rancan
Riccardo Rancan holt in Edinburgh gleich zwei Goldmedaillen.

Die OL-Weltmeisterschaften in Schottland werden für den Ustermer Riccardo Rancan zu Festspielen: Der 28-Jährige holt am 14. Juli mit der Sprintstaffel den Weltmeistertitel und doppelt zwei Tage später mit dem Sieg im K.-o.-Sprint nach. «Doppelweltmeister, das tönt wie ein Märchen», sagt Rancan im Interview.

Isa Pulver wird Weltmeisterin

Ultracyclerin Isa Pulver aus Wetzikon am Race Around Poland
Da hat sie gut lachen: Isa Pulver ist die beste Ultracyclerin des Jahres.

6 Tage, 21 Stunden und 29 Minuten. So lange benötigt die gebürtige Wetzikerin Isa Pulver für die 3600 Kilometer und 30’000 Höhenmeter am Race Around Poland. Pulver sichert sich damit am 14. Juli nicht nur den Rennsieg, sondern auch den Weltmeistertitel im Ultracycling. Im Frühling hatte die 53-Jährige bereits den Europameistertitel gewonnen.

Die Oberländer sind an Olympia nicht in Feierlaune

Am 11. August gehen die Olympischen Sommerspiele in Paris zu Ende – und für die Athletinnen und Athleten aus dem Oberland gibt es mehr Enttäuschungen als Erfolgserlebnisse. Das beste Resultat liefert Kitesurferin Elena Lengwiler mit einem 6. Rang. Ein Diplom gibt es auch für den Mönchaltorfer BMX-Fahrer Simon Marquart – doch der hatte sich eigentlich viel mehr als den 7. Rang erhofft. «Davon kann man sich nichts kaufen», sagt der Medaillenkandidat danach. Aufs Podest wollte eigentlich auch Springreiter Martin Fuchs – doch der Bietenholzer verpasst das Stechen wegen eines Fehlers beim letzten Hindernis. Und der Ustermer Judoka Nils Stump, als Weltranglistendritter angetreten, scheitert bereits in der Startrunde.

Konny Loosers Feuer ist erloschen

Jahrelang gehört der Hinwiler Konny Looser zu den besten Marathon-Bikern der Welt – und dann tritt er am 20. Juli zurück, mitten während der Saison, nachdem er zusammen mit Fadri Barandun am Mehretappenrennen Transalp Vierter geworden ist. «Das Feuer ist sprichwörtlich erstickt, und es ist auch nicht mehr genügend Holz vorhanden, um es nochmals anzuzünden», schreibt Looser im Vorfeld auf seiner Website.

Transfer des Jahres: Noè Ponti schwimmt für den SC Uster

Noè Ponti posiert anlässlich einer Medienkonferenz der Swiss Aquatics Swimming am Mittwoch, 3. April 2024, in Uster. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Prominenter Neuzugang in Uster: Noè Ponti schwimmt seit Herbst für den SCU.

Klubwechsel im Schwimmsport sorgen selten für Schlagzeilen – anders war es im September beim Transfer von Noè Ponti zum SC Uster. Der Tessiner trainiert zwar weiterhin in seiner Heimat, seine Lizenz aber ist nun in Uster – und dass das kein Etikettenschwindel ist, beweist Ponti gleich selber, indem er seinen ersten Einsatz für den SCU an einer Papiersammlung bestreitet. Im Wasser gelingen ihm im Herbst ganz grosse Dinge: Ponti holt drei Weltmeistertitel an der Kurzbahn-WM in Budapest und schwimmt drei Weltrekorde – noch nie gelang einem Schweizer Schwimmer etwas Vergleichbares.

Weltklasse am Greifenseelauf: Dominic Lobalu gibt sich die Ehre

Greifenseelauf 2024 Zieleinlauf Elite
Der Favorit setzt sich durch: Dominic Lobalu lässt sich am Greifenseelauf feiern.

Novum am Greifenseelauf: Bei der 45. Austragung am 21. September wird das Hauptrennen bereits am Vormittag gestartet – was bei den rund 7000 Läuferinnen und Läufern über die Halbmarathonstrecke für zahlreiche persönliche Bestzeiten sorgt. An der Spitze drückt Weltklasseläufer Dominic Lobalu dem Rennen seinen Stempel auf und siegt mit einer halben Minute Vorsprung auf den Ustermer Ali Abdi-Salam. Bei den Frauen wird die Wetzikerin Fabienne Schlumpf Zweite hinter Rebecca Chepkwoni aus Kenia.

Tragödie an der Rad-WM: Muriel Furrer erliegt ihren Verletzungen

Muriel Furrer
Kerzen und Blumen für die Verstorbene: Die Trauerstätte für Muriel Furrer bei der Wasserkirche in Zürich.

Die Rad-Weltmeisterschaften in Zürich hätten zum grossen Sportfest werden sollen – doch sie werden von einer grossen Tragödie überschattet und geprägt: Am 27. September erliegt Nachwuchsfahrerin Muriel Furrer aus Egg den schweren Verletzungen, die sie am Vortag bei einem Sturz in einem Waldstück im U19-Strassenrennen erlitten hatte, wobei sie lange nicht aufgefunden wurde. Die Umstände des tragischen Unfalls bleiben teilweise bis heute unklar.

Fabienne Schlumpf brilliert in New York

«Das ist der Marathon, den man einfach mal machen muss», sagt Fabienne Schlumpf im Vorfeld des New York Marathon. Am 3. November tut sie genau das – und brilliert dabei in einem Weltklassefeld. «Ich will mich in diesem Feld behaupten und etwas mitreden, wenn auch vielleicht nicht gerade um den Sieg», hatte sie angekündigt. Gelungen ist ihr einiges mehr. Zeitweise führt sie das Rennen an, am Ende wird sie als beste Europäerin Fünfte – und senkt ihren Schweizer Rekord in einem reinen Frauenrennen auf 2:26:31 Stunden.

Jeannine Gmelin tritt erneut zurück

Jeannine Gmelin kehrt dem Spitzensport ein zweites Mal den Rücken – diesmal endgültig. Am 18. November erklärt die Ustermer Weltklasse-Ruderin ihren Rücktritt. Schon im Januar 2023 hatte sie ein erstes Mal aufgehört, war danach aber noch einmal zurückgekehrt, weil sie sich für die Olympischen Spiele qualifizieren wollte. Das gelang nicht.

Sauber: Zwar nicht ohne Punkte, aber Letzter

Valtteri Bottas, Kick Sauber F1 Team C44; 2024 Chinese Grand Prix, Formula One World Championship
Auf dem Heckflügel stand «entfesselt» – aber von hinten sah die Konkurrenz Sauber kaum je in dieser Saison.

Der 1. Dezember bringt die Erlösung für das Hinwiler Sauber-Team: Dank dem 8. Rang von Zhou Guanyu im GP von Katar, dem zweitletzten Rennen der Formel-1-Saison, beendet der Rennstall die Durststrecke von 27 Rennen respektive 60 Wochen ohne WM-Punkte. Das Jahr 2024 geht damit nicht als schlechteste Saison in die Teamgeschichte ein – aber noch immer als eine der schlechtesten. Sauber bleibt nämlich auf der Strecke abgeschlagen WM-Letzter.

Tadesse Abraham läuft zum Abschluss Rekord

Zum Abschluss gelingt Tadesse Abraham noch einmal ein Highlight: Der Marathonläufer des LC Uster verbessert im letzten Marathon seiner Karriere am 1. Dezember in Valencia in 2:04:40 Stunden seinen eigenen Schweizer Rekord über die 42,195 Kilometer um 21 Sekunden.

Stefanie Siegenthaler hört auf

Sie gehört seit 2014 dem Schweizer Nationalkader an und ist die gute Seele des Teams – doch nun hört sie auf: Kunstturnerin Stefanie Siegenthaler aus Bertschikon tritt am 18. Dezember im Alter von 26 Jahren vom Spitzensport zurück.

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