Die Schmach übertönt die positiven Trends in Hinwil
Analyse zur Sauber-Saison
Das Sauber-Team war in der Formel-1-Saison 2024 so schlecht wie kaum je – daran ist Besitzerin Audi nicht unschuldig.
Es begann auffällig. Eine schrille Teampräsentation, neongrün lackierte Autos, eine aggressive Attitüde. Alles sollte besser und anders werden. In den beiden Jahren bis zur ersten Saison als Audi-Werksteam wollten sie bei Sauber Aufbruchsstimmung verbreiten. Viel aggressiver und selbstbewusster, als es der Hinwiler Rennstall bisher je getan hatte. «Unleashed» schrieben die Marketingverantwortlichen auf den Heckflügel des C44-Ferrari – «entfesselt» also.
Es war ein Schuss in den Ofen. Den Schriftzug sah die Konkurrenz äusserst selten. Denn die beiden Sauber-Boliden fuhren meistens am hinteren Ende des Felds. Wer es positiv sehen will, kann sagen: Wenigstens haben sie die schlimmste Schmach vermieden, und die Saison 2024 geht nicht als schlechtestes Formel-1-Jahr in die Geschichte des Hinwiler Rennstalls ein. Der achte Rang von Zhou Guanyu in Katar letzten Sonntag brachte diesbezüglich die Erlösung.
Es ist nicht die zweite Saison ohne Punkte nach 2014. Aber es bleibt eine der schlechtesten seit dem Formel-1-Einstieg 1993. Passiert in Abu Dhabi am Sonntag kein Wunder (es bräuchte mindestens die Ränge 6 und 7), beendet Sauber die Saison als WM-Letzter. Erst zum zweiten Mal überhaupt nach 2017. Das ist eine sportliche Schmach, die finanzielle Auswirkungen hat. Letztes Jahr erhielt Sauber als WM-Neunter umgerechnet rund 59 Millionen Preisgeld, der WM-Letzte Haas gut 51 Millionen.

