Hinwil richtet den Blick nach oben
Oberländer Drittligist
Der FC Hinwil hat sich vom vermeintlichen Abstieg gut erholt – und spielt bis anhin eine solide Saison in der 3. Liga.
Ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte? Hinwils Trainer Igor Drmic muss da nicht lange überlegen. «Wir hatten genügend Chancen, um das Spiel für uns zu entscheiden», sagt er nach dem torlosen Remis gegen Aufsteiger Uster 2.
Es ist ein Resultat, dass keinem Team so richtig weiterhilft. Beide verharren dadurch im hinteren Tabellenmittelfeld der Drittliga-Gruppe 6.
Und doch: Der FC Hinwil hat eine solide erste Saisonphase hinter sich. Nach einem Fehlstart mit zwei Niederlagen musste er seit Anfang September nur noch einmal als Verlierer vom Feld.
Der FCH trotzte den Spitzenteams von Pfäffikon und Rüti ein Unentschieden ab und besiegte das höher gehandelte Männedorf.
Das späte Happy End
Es sind keine selbstverständlichen Ergebnisse. Gerade nach der letzten Meisterschaft, in der die Hinwiler, auf Platz 11 klassiert, abgestiegen wären. Und dies obwohl sich mit Seefeld 3 ein besser rangierter Gegner freiwillig aus der 3. Liga zurückgezogen hat.
Der FCH kämpfte zunächst vergeblich gegen den Entscheid des Fussballverbands der Region Zürich an. Dieser beging allerdings bei der Anwendung der Modalitäten einen Formfehler, den eine externe Rekurskommission feststellte. Und wodurch es Mitte Juli noch zu einem Happy End kam.
«Wir sind gestärkt aus dieser Saison gekommen. Keiner im Team will eine solche Situation wieder erleben», sagt Drmic.
Er selbst hatte bei den Hinwilern in der Winterpause das Traineramt übernommen. Sie befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in arger Schieflage. Die Oberländer konnten sich mit Drmic an der Seitenlinie tatsächlich steigern. Und doch sollte es sportlich nicht ganz reichen.
Davon beirren liess sich der ältere Bruder des Fussballprofis Josip Drmic allerdings nicht. Er verlängerte seinen Vertrag um gleich drei Jahre. «Ich will nachhaltig etwas aufbauen», sagt er. Gerade der Neubau der Sportanlage Hüssenbüel eröffnet bessere Perspektiven.
Abstieg statt Aufbruchstimmung. Der Sturz in die 4. Liga wäre also für den FC Hinwil zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt gekommen. Die Ausgangslage für eine schnelle Rückkehr wäre dennoch vorhanden gewesen. Dies, weil es im Kader des Teams selbst bei einer Relegation nicht zu grossen Veränderungen gekommen wäre.
In extremis gepunktet
Nur wenige Monate später hat sich der Himmel in Hinwil deutlich aufgehellt. Deutlich stabiler tritt der FCH bis anhin auf. So drehte er gegen Egg und Männedorf das Spiel in den Schlussminuten noch zu seinen Gunsten. Und im Duell mit Zweitliga-Absteiger Rüti konnte eine Niederlage in extremis abgewendet werden.
Es ist offensichtlich: Der nachträgliche Klassenerhalt hat im Team etwas ausgelöst. Trainer Drmic sagt selbstbewusst. «Wir streben einen Platz im oberen Drittel der Tabelle an.»
Als nächster Prüfstein wartet nun Wetzikon. «Auf dieses Derby freuen wir uns riesig», sagt Drmic. Der 40-Jährige hat durchaus gute Erinnerungen an den Gegner. Das letzte Duell im Juni hatten die Hinwiler mit Drmic als Trainer 2:0 für sich entschieden.