Der nächste zaghafte Anlauf des FC Wetzikon
Oberländer Drittligist
Kann sich der FC Wetzikon nachhaltig im Spitzenfeld der Drittliga-Gruppe 6 etablieren? Warum nicht – nach einem Stotterstart haben die Oberländer den Tritt gefunden.
Fünf Spiele in Folge ist der FC Wetzikon nun wettbewerbsübergreifend ohne Niederlage. Und durch den 2:1-Sieg bei Fehraltorf rückte er auf Platz 5 der Drittliga-Gruppe 6 vor.
Es war für einige Spieler auf beiden Seiten ein besonderes Duell, da sie vor Kurzem noch das Trikot des anderen Klubs trugen.
Gleiches gilt für die beiden Trainerduos. Fehraltorfs Giovanni Migliaccio und Pasquale Natale betreuten letzten Saison noch die B-Junioren des FC Wetzikon. Ihre Gegenüber Adrian Nikci und Elzedin Coko etablierten derweil den FCF wieder in der 3. Liga – bis sie gemeinsam im Juli auf die Meierwiesen wechselten.

FCW-Trainerassistent Coko spricht von einem emotionalen, aber fairen Spiel. Die Gäste überzeugen gerade in der ersten Hälfte. Zuerst trifft Dion Sylaj per Kopf, dann unmittelbar nach dem Wiederanstoss ausgerechnet der Ex-Fehraltorfer Ilir Sabani mit einem Schuss aus rund 40 Metern Distanz.
Dem Heimteam gelingt in der hektischen Schlussphase nur noch das Anschlusstor. «Wir hätten das Spiel früher entscheiden müssen. So wurde es nochmals brenzlig», sagt Coko.
Wetzikons Rückstand auf Leader Wald beträgt noch drei Punkte – wobei dieser noch eine Nachholpartie zu bestreiten hat.
Das Ziel: «oben mitspielen»
Und doch: Der holprig in die Meisterschaft gestartete FCW ist zumindest wieder in der oberen Tabellenhälfte klassiert. «Oben mitspielen», es ist auch eine beliebte und gleichzeitig schwammige Aussage von Trainern.
Nikci äusserte sich hierbei im Vorfeld der Saison nicht anders. Dies unterstreicht sein Trainerkollege Coko – selbst nach dem bereits achten Spieltag. «Wir hatten viele Änderungen im Kader. Und einige verletzungsbedingte Ausfälle. Es braucht also etwas Zeit.»
Er weiss aber genauso, dass die Ansprüche bei einem Verein mit dem Selbstverständnis und der Infrastruktur des FCW deutlich höher als Mittelmass in der 3. Liga sind.
Nur: Die Realität ist eine andere. Seit 2021 nehmen die Oberländer nun vergeblich neuen Anlauf in Richtung 2. Liga. Eigentlich ging es seither sogar eher langsam rückwärts statt nach vorne. Dafür reicht ein Blick auf die Statistik – mit den Plätzen 2 (2,41 Punkte im Schnitt), 3 (2,0) und zuletzt 5 (1,64).
Nach Roman Marostica und Antonio Convertito ist Ex-Profi Nikci bereits der dritte Trainer, der den Wiederaufstieg anpeilt. Selbst wenn dieser das Wort «Aufstieg» vorderhand gar nicht erst aufgreift.
Nach Cup-Erfolg in Spur
Es ist irgendwie verständlich. Mit 1,5 Punkten hat auch der bisherige Schnitt des neuen Trainergespanns noch Luft nach oben. Und doch haben die Oberländer seit dem Cup-Erfolg über den Zweitligisten Wiesendangen von Mitte September zu einer gewissen Stabilität gefunden.
Zusätzlich Zuversicht gibt den Wetzikern ausserdem das Restprogramm im Spätherbst. «Wir hatten bis anhin vor allem die auf dem Papier stärkeren Gegner», sagt Coko.
