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Weiter weg, aber näher dran

Julien Apothéloz erlebte heuer eine negative Premiere – trotzdem beurteilt der junge Gockhauser seine Saison als positiv.

Julien Apothéloz ballt die Faust – der Gockhauser hatte in der vergangenen Saison oft Grund zum Jubeln.

Foto: Gruppe C Photography

Weiter weg, aber näher dran

Gockhauser Rennfahrer

Julien Apothéloz ist mit seiner Saison zufrieden – und hält sich Optionen offen.

Den 11. August würde er wohl am liebsten vergessen. Zumindest den Nachmittag. Doch an diesem Tag erlebte Julien Apothéloz im Prototype Cup Germany innert weniger Stunden eine Achterbahn der Emotionen.

In Hockenheim gewann er erst von der Poleposition aus – und produzierte danach den ersten selbst verschuldeten Unfall seiner Rennfahrerkarriere. Der Gockhauser blieb unverletzt, sein LMP3-Bolide wurde aber beim Abflug in die Reifenstapel ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. «Das war ein harter Dämpfer», sagt er. «Es war wichtig, das ich am Wochenende darauf wieder im Auto sass und ein gutes Comeback machte.»

Auch die sportliche Saisonbilanz trug in Hockenheim einen Schaden davon – und zwar einen entscheidenden: In der Endabrechnung fehlten Apothéloz und seinem Teamkollegen Riccardo Cirelli lediglich zwölf Punkte zum Gesamtsieg. Bei seinem Unfall lag Apothéloz auf dem vierten Rang.

Unterdessen ist klar: Dieser vierte Rang hätte sogar zum Gesamtsieg gereicht. So aber wurde Apothéloz Gesamtdritter – nach dem zweiten Gesamtrang in der Debütsaison. Rangmässig ist das ein Rückschritt, «doch ich war näher dran», sagt er. Zu Recht. 2023 betrug der Rückstand auf den Gesamtsieg 50 Zähler, nun waren es noch 12 – also einer pro Rennen.

Im Qualifying der Beste

Zufrieden ist Apothéloz darum mit der Saison, die ihm und seinem Team Mücke Motorsport zwei Siege und sechs weitere Podestplätze einbrachte. Die beiden vor ihnen klassierten Teams seien «einen Tick konstanter als wir» gewesen. Bei sich selber hat er einen weiteren Entwicklungsschritt ausgemacht, «aber diese Steigerung hatte ich von mir erwartet».

Konstanter wollte er werden, früher und schneller ans Limit gehen können. Dass ihm dies gelungen ist, beweist auch die Tatsache, dass er im Qualifying über die ganze Saison hinweg der stärkste Fahrer im gesamten Feld war.

Dazu kommt: Apothéloz war mit seinen 23 Jahren erstmals der erfahrenere Pilot eines Duos – seine Aufgabe war es auch, ein Massstab für den erst 16-jährigen Riccardo Cirelli zu sein. Dass dessen Lernkurve die Saison hindurch in die richtige Richtung zeigte, daran dürfte auch Apothéloz seinen Anteil gehabt haben.

Julien Apothéloz
Zweimal grüssten sie von der obersten Podeststufe: Julien Apothéloz (rechts) und sein jüngerer Teamkollege Riccardo Cirelli.

Wohl auch deshalb ist ein Verbleib bei Mücke und damit eine dritte Saison im Prototype Cup Germany eine realistische Option. Das Team würde gerne mit ihm weitermachen, sagt Apothéloz. Er selber lotet seine Möglichkeiten für 2025 aber noch aus.

Klar ist: Neben Langstrecken-Prototypen, wo der nächste Karriereschritt ein Aufstieg in die LMP2-Klasse wäre, befasst sich Apothéloz auch mit dem GT-Sport. Die Erfahrung in beiden Bereichen dürfte ihn seinem Ziel näherbringen: einem Profivertrag bei einem Hersteller – und Starts in der Langstrecken-WM mit den 24 Stunden von Le Mans als Höhepunkt.

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