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Muriel Furrer – für die Eggerin war Aufgeben keine Option

Mit der 18-jährigen Radfahrerin verliert die Schweiz eine Sportlerin mit grossen Hoffnungen und Träumen. Wer war das tödlich verunglückte Talent?

Auf der Strasse ist sie gestorben, ihre grosse Leidenschaft war aber das Mountainbike: Die am Freitag verstorbene Muriel Furrer während eines Rennens im August in Andorra.

Foto: Maxime Schmid (Keystone)

Muriel Furrer – für die Eggerin war Aufgeben keine Option

Nachruf auf Nachwuchstalent

Mit der 18-jährigen Radfahrerin verliert die Schweiz eine Sportlerin mit grossen Hoffnungen und Träumen. Wer war das tödlich verunglückte Talent?

Fabienne Sennhauser

An einer Weltmeisterschaft vor der eigenen Haustüre teilnehmen: Die Vorfreude über dieses einmalige Erlebnis war bei Muriel Furrer riesig. Monatelang hatte sich die 18-jährige Oberländerin aus Egg akribisch auf diesen Moment vorbereitet.

Das Strassenrennen der U-19-Juniorinnen vom Donnerstag sollte das letzte Rennen vor der Saisonpause und Höhepunkt zugleich werden. «Mein Ziel ist, alles zu geben, an mich zu glauben und mit viel Commitment zu fahren», erklärte sie unmittelbar davor.

Und sagte bei dieser Gelegenheit: «Ich habe die gesamte Strecke besichtigt und finde sie super. Mein persönliches Highlight ist der City Circuit. Die steilen Anstiege und technischen Aspekte kommen mir hier entgegen.» Auf diesem City Circuit, genauer in einem abschüssigen Waldstück oberhalb der Ortschaft Küsnacht ZH, verlor die junge Frau ihr Leben.

Volles Engagement, das hat Muriel Furrer Frau immer gegeben. Egal, ob auf der Strasse, beim Raquer oder auf dem Mountainbike. Ihr Programm war vollgepackt: Die junge Fahrerin war in diesem Jahr bereits an der Mountainbike-WM in Andorra und an der Strassen-EM in Belgien am Start gewesen. Auch auf der Bahn bestritt die Zürcher Oberländerin immer wieder Wettkämpfe. 2021 wurde Furrer in der Kategorie Omnium gar Schweizer Meisterin bei den U-17.

Ihre grosse Leidenschaft aber war von klein auf das Mountainbike. Ihr langfristiges Ziel war es denn auch, sich in dieser Disziplin im Weltcup etablieren zu können. Bei der EM im vergangenen Mai war sie in Rumänien Teil jener Equipe, die im Team Relay die Bronzemedaille gewann.

Trotz der grossen sportlichen Ambitionen vernachlässigte die Fahrerin des VC Meilen auch ihre berufliche Ausbildung nicht. Die 18-Jährige war seit 2022 KV-Lehrling an der United School of Sports und wollte die Berufsmatura absolvieren. Zielstrebig und motiviert in allen Belangen: So wird die junge Frau von ihrem Umfeld beschrieben. Auch sie selbst bezeichnete sich einst als «zielstrebig und fair» und sagte von sich: «Ich werde niemals aufgeben, auch wenn mal eine schwierige Zeit kommt.»

Überhaupt war Muriel Furrer sehr mitteilsam. Ihre Gedanken teilte sie gern auf den Sozialen Medien. Auf dem Profil ihres Instagram-Accounts schrieb sie zu einem Bild, das sie an einem Regentag während des Trainingslagers in Spanien zeigt: «Flowers don’t grow without a little rain.» Frei übersetzt: ohne Fleiss kein Preis.

Der Glaube gab ihr Halt

Zur Belohnung nach einem harten Training oder kräftezehrenden Rennen gönnte sich Furrer gerne Caramelpopcorn. So wurde sie Werbeträger für das Schweizer Unternehmen Maya Popcorn.

Auch wenn Muriel Furrer stets nach vorn schaute, sie nahm sich auch immer wieder Zeit, kurz inne zu halten und über ihr Leben nachzudenken. Ein Video, das sie während einer Trainingsfahrt in den Schweizer Bergen zeigt, versah die 18-Jährige mit dem Satz: «This life. On this Earth. In this place. Thank you Jesus.» Der Glaube gab ihr Halt.

Als Lieblingssong nannte sie einmal «Atlantis» vom britischen Musikerduo Seafret. «The birds have left their trees», heisst es in einer Zeile: «Die Vögel haben die Bäume verlassen.» Am Freitag ist Muriel Furrer ihnen gefolgt.

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