Beim Trendsport Padel gibt es nun sogar Preisgeld
Padel-SM in Rüti
Die Fehraltorfer Topspielerin Larissa Meyer hatte an den erstmals in Rüti durchgeführten Schweizer Meisterschaften im Padel quasi einen Heimvorteil. Zum Titel sollte es ihr trotzdem nicht reichen.
Es sollte für Larissa Meyer nicht sein. Zum dritten Mal in Folge stand die Fehraltorferin mit ihrer Partnerin Karin Hechenberger im Final der Schweizer Meisterschaften – zum Sieg reichte es dem topgesetzten Duo in Rüti trotzdem wiederholt nicht. Das Walliser Geschwisterpaar Gaëlle und Lucie Rey setzte sich in drei Sätzen durch.
«Die beiden waren einen Tick besser. Das muss man anerkennen», sagt Meyer. Es ist ihre erste Niederlage überhaupt gegen die Reys. Den einzigen Titel holte die Oberländerin bis anhin 2021 an der Seite von Anouk Faure.
Dabei wären die Voraussetzungen in der seit März 2023 bestehenden Padel-Halle von Rüti besonders günstig gewesen. Meyer hatte quasi einen Heimvorteil. Die 43-Jährige trainiert hier regelmässig – genauso wie in Pfäffikon und Greifensee, wo kurze Zeit danach ebenso neue Padel-Courts eröffnet worden sind.
Es ist überhaupt eine Premiere, dass Titelkämpfe in der Region stattfanden. Die Halle im Rütner Joweid-Zentrum bietet acht Courts – und um sie herum ganz viel Platz.
«Es ist derzeit eine der besten Anlagen. Alles passt. Auch das Licht und die Höhe sind gut», sagt Manuel Faure, der Vizepräsident und Turnierverantwortliche vom Verband Swiss Padel. Eine Halle von ähnlicher Grössenordnung gibt es derzeit schweizweit nur noch in Agno im Tessin.
Die Aufbruchstimmung ist spürbar
Padel – eine Mischung aus Tennis und Squash – ist im Trend. Vielerorts sind jüngst neue Plätze entstanden. Und diese Aufbruchstimmung war auch an den Schweizer Meisterschaften zu spüren. Erstmals überhaupt wurde ein Preisgeld von total 3000 Franken ausgeschüttet.
Möglich wurde dies insbesondere durch zwei lokale Sponsoren. 38 Männerduos traten insgesamt an. Den Titel holten sich zum sechsten Mal Dylan Sessagesimi und Valentin Wenger. Trotz der anhaltenden Dominanz der beiden routinierten Westschweizer: Das Leistungsniveau steigt gerade bei den Männern zunehmend. Auch jüngere Spieler rücken nach und zählen bereits zum Kreis des Nationalteams.
Etwas anders sieht es bei den Frauen aus. Meyer, im Schweizer Ranking auf Platz 6, und ihre Partnerin aus Sachseln OW haben national kaum Konkurrenz. Das zeigte sich auch bei der SM, wo das Duo bis in den Final nicht gefordert wurde – und auf dem Weg dahin nur einen Punkt abgab. Im Endspiel war es aber mit der Gemütlichkeit vorbei. «Da galt es, sofort den Rhythmus zu finden», sagt Meyer.
Verbandsfunktionär Faure hoffte, dass ein 16er-Feld in Rüti gebildet werden könnte. Doch es meldeten sich letztlich nur zehn Teams an. «Die Frauen getrauen sich noch zu wenig, an solchen Meisterschaften anzutreten. Das ist schade», bedauert Faure.
Kaum reine Frauenturniere
Auch fehlt es offensichtlich (noch) an talentiertem Nachwuchs. Sämtliche Topspielerinnen sind 30 oder älter. Das zeigte sich an der Junioren-EM in Budapest von Anfang September, wo Swiss Padel deshalb nur ein männliches Team stellte.
Und diese mangelnde Konkurrenz und Quantität an Spielerinnen hat wiederum Einfluss auf den Alltag von Meyer. In der Schweiz gibt es nur ganz wenige Turniere mit Frauenkategorien.

Die Fehraltorferin muss deshalb zumeist in den Open-Kategorien antreten – mit Männern und gegen sie. Zum Vergleich: Hechenberger, die Schweizer Nummer 1, ist dort im Ranking auf Position 69 platziert, Meyer auf Rang 93. Diese Kräftemessen haben Vor- und Nachteile. «Es ist halt ein anderes, härteres Spiel», sagt Manuel Faure. Und so bleibt den Topakteurinnen oft nur die Möglichkeit, im Ausland gegen andere Frauen anzutreten.
Doch immerhin: Eine Gelegenheit gibt es dieses Jahr für Nationalspielerin Meyer noch – sogar erneut in der Region. Am 14. und 15. Dezember findet auf den neuen Courts vom Milandia in Greifensee das Masters mit den besten Schweizer Duos statt. Bei den Frauen ist es erst die zweite Austragung überhaupt.
Und für Meyer sogar eine Premiere. Im letzten Jahr musste sie wegen eines zuvor beim Europacup in Lissabon erlittenen Muskelfaserrisses verletzungsbedingt passen.
