Der nächste Streich des Favoriten
Radcross Illnau
Kevin Kuhn – wer sonst? Der Gibswiler feiert den vierten Erfolg am Stück beim Radcross Illnau. Im Rennen der Frauen fährt Lara Krähemann aus Egg auf Platz 2.
So richtig gefordert wurde er eigentlich nicht. «Ich hätte gerne etwas mehr gefightet», sagte Lokalmatador Kevin Kuhn nach seinem bereits vierten Sieg in Folge am Radcross Illnau. Der Gibswiler nahm dem nächsten Verfolger Loris Rouiller 24 Sekunden ab. Dem Italiener Gioele Bertolini reichte es knapp dahinter zu Platz 3.
Kuhn und Rouiller setzten sich schon früh vom restlichen Teil des Elite-Felds ab. Doch der Westschweizer wurde von technischen Problemen ausgebremst, da ihm die Kette aus dem Rad raussprang. Kuhn war deshalb alsbald allein auf weiter Flur. «Ich versuchte mein Tempo zu fahren», konstatierte er.

Überhaupt war der 26-Jährige sein erstes Rennen eher verhalten angegangen. «Ich hatte etwas Mühe, in den Rhythmus zu kommen», sagte er sogar.
Kuhn freute sich aber über die positive Saisoneröffnung und will nun die nächsten Wochen nutzen, um am Formaufbau zu arbeiten. Mit seinem Team reist er in ein zweiwöchiges Trainingslager. Eine nächste Bestandesaufnahme gibt es für ihn vor den grossen Rennen im Ausland am 13. Oktober in Steinmaur.
Mit viel Kampfgeist
Im Rennen der Frauen durfte auch Lara Krähemann mit ihrem Abschneiden zufrieden sein. Schneller als die Eggerin war nämlich einzig die Freiburgerin Léa Stern. Die Siegerin nahm Krähemann und der drittklassierten Luxemburgerin Maïté Barthels fast eine Minute ab.

Dabei lief auch für Krähemann längst nicht alles nach Wunsch. Wegen eines platten Reifens musste sie vor der zweiten Runde das Rad wechseln – und fiel deshalb kurzzeitig auf Rang 3 zurück. «Da habe ich Kampfgeist bewiesen», freute sich die bald 25-jährige Oberländerin und sprach von einem guten Formtest.
Gegen 2000 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten die zwölfte Ausgabe des Radcross’ Illnau. «Das schöne Herbstwetter hat uns da natürlich wieder geholfen. Petrus ist uns seit je wohlgesinnt», sagte Eric Brüngger, für den es das zweite Rennen als OK-Chef war.
Der Konkurrenz getrotzt
Der gute Publikumszuspruch ist alles andere als selbstverständlich. Schliesslich wurden am Wochenende auch die UCI Rad- und Para-Cycling-Strassen-Weltmeisterschaften eröffnet. «Natürlich haben wir immer auch kurz nach Zürich geschaut und uns über die ersten Schweizer Medaillen gefreut», meinte Brüngger.

Trotz den grossen Konkurrenzveranstaltungen standen insgesamt aber 250 Athletinnen und Athleten in Illnau an der Startlinie. Rege war die Teilnahme insbesondere bei den Kleinsten. «Es ist wunderbar zu sehen, dass sich so viele Kinder für den Radsport begeistern», sagte Brüngger.
Das Tüpfelchen auf dem i war für ihn dabei der Kategoriensieg bei den «Kids 1». Dort fuhr sein Neffe Louie als Erster ins Ziel.
