Ein Spektakel im Schatten der Strassen-WM
Radcross Illnau
Mit dem Radcross Illnau erfolgt am Sonntag der Start in die Saison. Das Aushängeschild des Rennens ist erneut der bereits dreifache Sieger Kevin Kuhn aus Gibswil.
– Die 12. Austragung
Der Zeitpunkt am Sonntag ist für einmal etwas unglücklich. Aufgrund der zeitgleichen Rad- und Para-Cycling-WM in Zürich. «Natürlich ist dies ein Wermutstropfen, wir hoffen aber, dass trotzdem viele Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg nach Illnau finden», sagt OK-Präsident Eric Brüngger. Von einem «Spektakel im Schatten der Strassen-WM» ist deshalb bei den Veranstaltern die Rede. Die bisherige rund 2,5 Kilometer lange Strecke wurde leicht angepasst. Sie führt – für die Fans gut ersichtlich – mehrheitlich über die Felder rund um das Schulhaus Hagen. Begleitet werden die Rennen der 15 Kategorien von Speaker Till Bitterli, einem Radsport-Fan seit Kindestagen. An seiner Seite fungiert der ehemalige Fahrer Michael Alborn aus Nänikon als Experte.
Höhepunkt des Tags sind wie gewohnt die Elite-Rennen. Die Preisgelder bei den Frauen und Männern wurden auf diese Austragung angeglichen. «Dies ist mir sehr wichtig, wir wollen damit den Frauenradsport fördern», sagt Brüngger. Den Rennsonntag eröffnen erneut die Fahrerinnen und Fahrer der Kategorie «Cross für alle». Es folgen die diversen Nachwuchskategorien bis hin zu den Allerkleinsten, mit Jahrgang 2022. Der Eintritt am Radcross Illnau ist wiederholt gratis.
– Das Feld
Erster Anwärter auf den Sieg im Elite-Rennen ist Kevin Kuhn. Dem Gibswiler am ehesten noch die Show stehlen können der Romand Loris Rouiller oder der Italiener Gioele Bertolini. Bei den Frauen kämpft mit Lara Krähemann aus Egg ebenso eine Oberländerin um den Tagessieg im internationalen Feld.
– Der Topfavorit
Kevin Kuhn, wer sonst? Mit drei Siegen infolge ist der Lokalmatador der Rekordsieger von Illnau. Für den Gibswiler kommt das Rennen allerdings recht früh. Mit der Vorbereitung zur Quersaison hat er erst begonnen. Kuhn reist deshalb hinterher gleich mit seinem Team in ein zweiwöchiges Trainingslager. Zum Abschluss wird der 26-Jährige am 13. Oktober in Steinmaur antreten. Eine Woche später geht es für Kuhn mit dem ersten Superprestige-Rennen in Belgien los. Weltcup-Auftakt ist sogar erst am 24. November in Antwerpen (BEL). Er sagt: «Mein Aufbau ist darauf angelegt, dass ich im Dezember und Januar in Form bin.»
Trotzdem ist Kuhn natürlich bei seinem Heimrennen in Illnau erneut zu favorisieren. Mehr als ein Erfolg konnte in der Geschichte des Radcross bis anhin der Niederländer David van der Poel feiern, der 2017 und 2018 vorneweg fuhr. Nebst Kuhn sind mit Julien Taramarcaz (2012) und Marcel Wildhaber (2011) nur zwei andere Schweizer in der Gewinnerliste bei den Elite-Männern.

– Die Geschichte
Die Idee entstand 2011 aus der Not. «Wie andere habe ich beobachtet, dass der Quersport in der Krise steckt», sagt Beat Brüngger, der Gründer und OK-Präsident des Radcross Illnau. Die Brünggers sind eigentlich keine Radsport-Familie Sie wachsen dann aber durch ihre Söhne Nico und Eric, die beide für den VC Hittnau Rennen fahren, in den Sport hinein. Brüngger senior organisiert insgesamt zehnmal das Radcross Illnau.
Nur zweimal fand der Anlass nicht statt. 2013 wegen eines Defizits von 3000 Franken aus dem Vorjahr. Das schlechte Wetter und Risiken im Rahmenprogramm waren die Hauptgründe für die schlechte Bilanz. «Es fehlt an Leuten, die gewillt sind, alles zu geben», sagte Beat Brüngger zur Pause. «Es wäre schade, wenn es das Radcross nicht mehr geben würde.»
Doch die Wolken am Radquer-Himmel verzogen sich schnell wieder. Und der Anlass findet seither regelmässig statt – mit einer coronabedingten Ausnahme 2020. Nach der Jubiläumsausgabe tritt Beat Brüngger zwei Jahre später vom Führungsposten ab. Seither fungiert Sohn Eric als OK-Chef.
