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Auf die Dorfchilbi folgt für den FC Effretikon das nächste Fest

Die Frauen des FC Effretikon haben sich wiederholt für den Schweizer Cup qualifiziert. Nach dem FC St. Gallen heisst der Gegner nun GC.

Die Effretiker Frauen freuen sich im letztlich verlorenen Cup-Final gegen Höngg über einen Torerfolg.

Archivfoto: Robert Pfiffner

Auf die Dorfchilbi folgt für den FC Effretikon das nächste Fest

Spiel des Jahres

Eine besondere Bühne für die Zweitliga-Frauen des FC Effretikon: Am Mittwoch treffen sie im Schweizer Cup auf die Grasshoppers aus der höchsten Liga.

— Das Losglück: Erneut gegen einen Grossen

Zum zweiten Mal in Folge steht der FC Effretikon in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups. Vor einem Jahr schaffte der Zweitligist dank dem Finalsieg im FVRZ-Cup die Qualifikation – und traf dann auf die Frauen des FC St. Gallen (0:9). In diesem Juni stand der FCE erneut im Cup-Final. Diesen verlor er zwar gegen das gleichklassige Höngg. Nach einer Regeländerung schafft es nun aber auch das im Endspiel unterlegene Team als zweiter Vertreter des Zürcher Regionalverbands in die 1/32-Finals.

Danach war den Effretikerinnen das Losglück erneut hold. Wie St. Gallen spielen die Grasshoppers in der Women’s Super League – der höchsten Spielklasse in der Schweiz.

Und auch für die GC Frauen ist es der zweite Besuch nacheinander in der Region. Letzte Saison kam der damalige Zweitligist Schwerzenbach zum Handkuss. Die Grasshoppers kannten aber auf dem Sportplatz Zimikerried wenig Pardon – und feierten einen 14:0-Kantersieg!

— Die Ausgangslage: Frisch nach einem freien Wochenende

Der Start in die Meisterschaft ist Effretikon mit zwei Siegen über Küsnacht und Höngg (je 2:1) geglückt. Trainer Patrik Meier sagt: «Ich würde gerne vorne mitspielen und bin der Meinung, dass wir das Zeug dazu hätten.» Nur: Seit dem Aufstieg 2019 war die beste Klassierung des FCE ein sechster Rang (2021/2024). «Uns fehlt es leider an Konstanz», sagt Meier.

Für das Cup-Fest gegen GC ist die Ausgangslage aber ideal. Die Effretikerinnen waren spielfrei. Allerdings stellt sich die Frage, wie gut sich die Spielerinnen von der Dorfchilbi Illnau vom Wochenende erholt haben.

Sportplatz Griespark, Effretikon Nadine Baker(C)
Effretikerin mit NLA-Erfahrung: Nadine Baker spielte für den FC Zürich und Cup-Gegner GC auf höchster Stufe.

— Die personelle Situation: So sieht es beim FCE aus

Mit 32 Jahren ist Captain Nadine Baker nicht nur die erfahrenste Akteurin. Die seit 2021 für den FCE spielende Mittelfeldspielerin kam in jungen Jahren beim FCZ und GC auf höchster Stufe zum Einsatz. Mit Zürich war sie sogar Schweizer Meisterin geworden. Trainer Meier sagt über Baker: «Nadine ist nicht nur eine ausgezeichnete Fussballerin, sondern auch mit ihrer Einstellung ein Vorbild.»

Ob Baker aber gegen ihren früheren Klub zum Einsatz kommt, ist fraglich. Aufgrund einer hartnäckigen Fussverletzung hat sie in dieser Saison noch keine Partie bestritten.

Etwas Besonderes ist das Duell gegen GC sicher auch für Ramona Erismann. Die junge Torfrau wechselte im Sommer aus dem Nachwuchs des FCZ zu den Grasshoppers. Sie kommt aber, mit einer Doppellizenz ausgestattet, weiterhin verschiedentlich bei Effretikon in der 2. Liga zum Einsatz. Dies, weil die Stammtorfrau des FCE nach einer Schulterverletzung noch immer rekonvaleszent ist.

— Die Gegnerinnen: Viel Geld und ein 85-jähriger Macher

Fast drei Jahre war Lara Dickenmann das Gesicht des Vereins. In diesem Mai ist die 135-fache Nationalspielerin, die in der Öffentlichkeit kaum zu spüren war, als General Managerin abgetreten.

Dafür spinnt im Hintergrund der mittlerweile 85-jährige Erich Vogel die Fäden. Dass er etwas mit der Trennung von Dickenmann zu tun hat, wies er im «Blick« zurück. «Wir wurden alle auf dem falschen Fuss erwischt», sagte er zum Vorwurf. Vogel, der in seiner Karriere bei den grössten Schweizer Klubs als Manager tätig war, soll die GC Frauen mit seinem Know-how auf Kurs bringen.

Als mögliche neue Sportchefin war bei GC zudem schon die frühere Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg gehandelt worden. Genug Geld soll bei den Grasshoppers jedenfalls für die Frauenabteilung vorhanden sein. Laut «Blick« verfügen sie mit rund 1,8 Millionen Franken über eines der grössten Budgets der Klubs in der Women’s Super League.

— Die Saison: Eine Neue, die schon gegen den FCE traf

Die GC Frauen sind mit je zwei Siegen und Unentschieden solide in die Saison gekommen – obwohl die bekanntesten Namen den Verein im Sommer verliessen.

Allen voran Fussball-Influencerin Anna Markovic (3,3 Millionen Follower auf Instagram!), die neu für Braga in Portugal aufläuft. Oder aber die erst 17-jährige Sydney Schertenleib, die einen Vertrag beim FC Barcelona erhielt, dort aber vorderhand im zweiten Team zum Einsatz kommen sollte.

Ausserdem hat die frühere deutsche Nationalspielerin Anna Blässe (37) ihren Rücktritt gegeben. Die Ehefrau von Ex-General-Managerin Dickenmann war auch in der Region als Fitnesstrainerin unterwegs.

Von den Neuverpflichtungen hat Géraldine Ess mit vier Saisontoren schon auf sich aufmerksam gemacht. Die Effretikerinnen dürften sich ohnehin an die Stürmerin erinnern. Ess erzielte vor einem Jahr vier der neun Tore gegen den FCE im Cup – damals im Trikot des FC St. Gallen.

— Das Palmarès von GC: Titel gab es nur als Schwerzenbach

Titel? Streng genommen haben Effretikons Gegnerinnen als GC noch nie etwas gewonnen. Und doch: Drei Cup-Siege und eine Meisterschaft stehen im Palmarès.

Sie wurden entweder als FC Schwerzenbach (Cup: 1992, 2003 – Meister 1999) oder als FFC United Schwerzenbach (2008) errungen. In der Folgesaison trat der Klub als GC/Schwerzenbach an. Ein Jahr später verschwand der Name Schwerzenbach mit der Integration in den Grasshopper Club ganz. Immerhin: 2022 standen die Grasshoppers zuletzt im Cup-Final. Sie unterlagen dort aber den FCZ Frauen deutlich 1:4.

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