Der letzte Tanz der Ur-Ustermerin
Vor dem Saisonstart
Nadine Alge hat mit den Handballerinnen des TV Uster nicht nur Auf- und Abstiege erlebt – sondern auch im Europacup gespielt.
Sie zählte schon dazu, als die Frauen des TV Uster letztmals auf höchster nationaler Stufe spielten. Das war in der Saison 2013/2014.
Und Nadine Alge erlebte den letzten Europacup-Auftritt gegen das französische Team von Dijon mit. Das liegt sogar bald 16 Jahre zurück. «Ich durfte einen Penalty werfen. Das war eine coole Erfahrung», erinnert sie sich.
Mittlerweile ist Alge 33. Und die Ustermerinnen haben zumindest nach sechs Erstliga-Jahren wieder die Rückkehr in die SPL2 geschafft. Im Kader steht auch weiter die Ur-Ustermerin – allerdings nur noch bis im Spätherbst.
Alge zieht dann zu ihrem Freund nach Aarau. Doch es ist für sie noch lange kein Grund, um mit dem Handballspielen aufzuhören. Im Gegenteil: Der Teamroutinier macht dann einen fliegenden Wechsel zum Erstligisten Zofingen. «Ich bin sehr gespannt auf die neue Umgebung», sagt Alge, die bei den Aargauerinnen ein Probetraining absolviert hat.
Von Verletzung gestoppt
Doch wieso nicht gleich ein Schlussstrich in Uster nach dem Wiederaufstieg? Sie nennt ihre Meniskusverletzung, wegen der sie den Grossteil der letzten Meisterschaft verpasst hatte. «So wollte ich hier nicht aufhören», sagt sie.
Dass Alge überhaupt so lange für den TVU aufläuft, hat auch mit Ruth Jud zu tun. Seit bald 20 Jahren ist sie ohne Unterbruch ihre Trainerin. «Ruth ist wohl die konstanteste Person in meinem Leben. Mir hat es immer gefallen, bei ihr zu trainieren», sagt Alge.
Polyvalenz ist Fluch und Segen
Dabei hatte sie lange gar keine tragende Rolle auf dem Feld inne – und wurde mal am rechten Flügel und dann wieder am Kreis eingesetzt. «Nadine kann man überall einsetzen. Und so kam sie immer zu ihrer Spielzeit», bestätigt Jud. Alge selbst bezeichnet ihre Polyvalenz als Fluch und zugleich Segen. «Ich war kein Megatalent und musste mir vieles erarbeiten», sagt sie.
Seit geraumer Zeit lenkt Alge nun das Ustermer Spiel tatsächlich auf der rechten Rückraumposition – und hat damit weit mehr Einfluss auf das Geschehen. Und dort will sie mithelfen, dass das Comeback in der SPL2 gelingt.
Zweifel daran hat sie keine. «Das Team hat einen guten Zusammenhalt. Es ist bereit für das Abenteuer», glaubt Alge. Für sie endet derweil die Reise in Uster am 9. November – nach dem Heimspiel gegen Arbon.
Usters Frauen wollen sich gleich Respekt verschaffen
Die Frauen des TV Uster sind zurück in der SPL2, und Ruth Jud sagt: «Wir wollen uns Respekt in der Liga verschaffen.» Der Aufsteiger hat zwar das zuvor mit einer Doppellizenz ausgestattete Talent Annik Schneider definitiv an den LC Brühl 2 verloren, den ersten Meisterschaftsgegner vom Sonntag. Bange ist Jud deshalb nicht. «Wir hatten noch nie so viele Anfragen von Spielerinnen», freut sie sich. Von den Neuen dürften Sophie Bühler (von Kriens) und Samira Schardt (Emmen) sogleich tragende Rollen einnehmen. Die Lücke, die Nadine Alge im November hinterlässt, soll von Salome Studer (GC Amicitia Zürich) geschlossen werden, die derzeit auf Reisen ist. (dsc)
