Das Fundament für den nächsten Aufstieg steht
Frauenfussball in der Region
Die Zweitliga-Frauen von Uster, Effretikon und Volketswil sind die Aushängeschilder in der Region.
16 Jahre ist es schon her, seit sich der FC Pfäffikon als letzte Oberländer Frauenequipe aus der 1. Liga verabschiedete. Klubs aus der Stadt Zürich, von beiden Zürichsee-Ufern und aus dem Limmattal haben sich dort etabliert. In der letzten Saison spielten nun vier Klubs aus der Region zumindest auf Stufe 2. Liga – so viele wie zuletzt 2008.
Schafft es also sogar endlich wieder ein Oberländer Team auf die dritthöchste nationale Stufe? Die besten Voraussetzungen bringt der FC Uster mit. Er stellt mittlerweile drei Aktivteams und ist auch im Bereich der Juniorinnen gut aufgestellt.
Paolo Trigila, der Leiter der Frauenabteilung, wiegelt allerdings ab. Kurzfristig sei der Aufstieg kein Thema, betont er. «Zuerst muss das Fundament stabil sein, bevor man bei einem Haus das Dach aufsetzt», sagt er bildhaft.
Und doch war es der FCU, der zunächst als Zweiter überwinterte – und die Saison zumindest auf Platz 4 beendete – mit nur sechs Punkten Rückstand zur Spitze. Höhere Erwartungen gibt es trotzdem nicht. «Das Hauptaugenmerk liegt darauf, den Nachwuchs behutsam heranzuführen und eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen», meint Trigila.
Erneut ein grosses Los gezogen
Neben Uster wusste primär erneut der FC Effretikon zu gefallen. Dieser hat sich zum eigentlichen Cup-Spezialisten gemausert. Bereits zum dritten Mal seit 2021 gelang die Finalqualifikation im Regionalcup. Selbst wenn es nicht ganz zur Titelverteidigung reichte.
Der Lohn lässt sich sehen: Der FCE steht wieder in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups und hatte wie letztes Jahr Losglück, als mit dem FC St. Gallen (0:9) ein Verein aus der höchsten Spielklasse zu Gast im Eselriet war.
Am Mittwoch, 11. September, steht nun das nächste Cup-Fest an. Dann kommt es zum Stelldichein mit den Frauen von GC, die ebenso schweizweit zu den Top Ten gehören.
Im Meisterschaftsalltag fehlte den Effretikerinnen hingegen etwas die Konstanz, sodass es «nur» zum sechsten Rang reichte. «Ich würde sehr gerne vorne mitspielen und glaube auch, dass wir das Zeug dazu hätten», sagt Trainer Patrik Meier.
Fortschritte in allen Bereichen
Die Aufbruchstimmung ist also durchaus spürbar – in der Region und darüber hinaus. Sehr zur Freude auch von Thomas Hiltbrunner, dem Leiter der Frauenabteilung im FC Volketswil. «Die Attraktivität und die Akzeptanz werden regelmässig grösser», hat er festgestellt.
Noch konkreter wird Effretikons Trainer Meier – für ihn ist klar: «Die Frauen werden technisch besser. Und sind athletisch und taktisch besser ausgebildet als noch vor ein paar Jahren.» Dem pflichtet Usters Trigila bei: «Viele Vereine investieren Ressourcen und Geld, was zu einer positiven Dynamik führt.»

Und trotzdem: Das Zweitliga-Quartett aus der Region ist wieder zu einem Trio geschrumpft. Das frisch aufgestiegene Schwerzenbach hielt zwar in vielen Partien ordentlich mit. Dennoch ging es für die Glattalerinnen als abgeschlagene Tabellenletzte gleich wieder eine Etage tiefer.
Knapp wurde es selbst für Volketswils Frauen. Sie konnten sich im Vergleich mit Lachen/Altendorf nur aufgrund der tieferen Anzahl an Strafpunkten retten. FCV-Frauenleiter Hiltbrunner hofft entsprechend, dass der Ligaerhalt dieses Mal früher bewerkstelligt werden kann.
Wenig Maur in Spielgemeinschaft
Zumindest einen leisen Berührungspunkt gibts mit einem von den insgesamt drei Aufsteigern in die
2. Liga. Dem FFC Südost Zürich, einer Spielgemeinschaft, zu der neben den Stadtklubs Witikon und Seefeld auch der FC Maur angehört.
Viel Oberland dürfte aber wohl in diesem Konglomerat nicht drinstecken, zumal die Heimpartien primär in Zürich-Witikon ausgetragen werden.
