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Zu reden gab Sauber nur neben der Strecke

Sportlich ist Sauber irrelevant, daran änderte sich auch in Belgien nichts. Und doch gab das Team zu Diskussionen Anlass.

Valtteri Bottas in einem TV-Interview: In Belgien war Sauber das grosse Gesprächsthema – aber nicht aus sportlichen Gründen.

Foto: Sauber Motorsport

Zu reden gab Sauber nur neben der Strecke

Keine Punkte in Belgien

Auch im GP von Belgien bleiben die Sauber-Piloten ohne Punkte. Das Hinwiler Team war aber in Spa-Francorchamps doch das grosse Thema.

Auch in Belgien gab es keine Punkte für das Hinwiler Sauber-Team: Valtteri Bottas wurde 15., Zhou Guanyu schied schon nach wenigen Runden mit technischen Problemen aus.

Bottas fuhr in Spa-Francorchamps zwar zeitweise in den Top Ten, und lange sah es aus, als würde er als einer der weniger Piloten auf eine Ein-Stopp-Strategie setzen. Doch die Sauber-Strategen entschieden sich anders. Rund 18 Sekunden fehlten am Ende auf einen Punkterang. 14 Rennen in dieser Saison dauert die Durstrecke nun, 19 Rennen insgesamt.

Erfolgreich mit einer Ein-Stopp-Strategie war vermeintlich Mercedes-Pilot George Russell, der vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton als erster über die Ziellinie fuhr. Allerdings wurde Russell zwei Stunden nach dem Rennen disqualifiziert, weil sein Auto zu leicht war. Hamilton erbte den Sieg vor Oscar Piastri im McLaren und dem von der Pole Position aus gestarteten Charles Leclerc im Ferrari.

Für mehr Gesprächsstoff als im Rennen sorgte Sauber, respektive Audi, im Vorfeld des GP von Belgien. Der am Dienstag letzter Woche bekanntgegebene Wechsel in der Führungsetage des Sauber-Teams war eines der dominierenden Gesprächsthemen. Kaum ein Protagonist, der nicht zu den Neuigkeiten der vergangenen Woche befragt wurde und seinen Kommentar zum Rauswurf von CEO Andreas Seidl und der Verpflichtung von Mattia Binotto abgab.

Und dabei kamen doch einige interessante Aussagen zusammen. Nicht von Sauber-Teamvertreter Alessandro Alunni Bravi, der an der offiziellen Fia-Pressekonferenz mehr oder weniger das wiederholte, was in der Medienmitteilung von Audi stand, und auf die Frage, ob Binotto auch Teamchef werde, antwortete: «Er ist der Leader des Teams und es ist seine Entscheidung, wie er das Managementteam zusammenstellt.»

Valtteri Bottas bezeichnete den Führungswechsel als «ziemlich plötzliche News, ich glaube es ging alles sehr schnell.» Jeder Wechsel in der Teamführung brauche etwas Zeit, «es ist ein wenig ein Reset». Das Team sei in den letzten Jahren auch aufgrund vieler Wechsel nicht sehr stabil gewesen. «Das hilft uns im Moment natürlich nicht, aber die Entscheidungen wurden auch getroffen, um ab 2026 konkurrenzfähig zu sein.»

Bottas: «Wir werden sicher reden»

Ein «Reset» ist es auch für die Vertragsgespräche von Bottas mit Sauber. «Wir werden sicher reden», sagt der Finne. Mit Seidl und dem ebenfalls abgesetzten Verwaltungsratspräsidenten Oliver Hoffmann sind nun nicht nur seine beiden Ansprechpartner weg – sondern auch jene Figuren, die den Transfer von Nico Hülkenberg zu Sauber verantworten. Der Deutsche wurde von Audi-Chef Gernot Döllner persönlich über die Änderungen informiert. «Das habe ich so nicht kommen sehen», sagte Hülkenberg in Belgien. «Für mich ändert sich nichts, ausser dass meine Ansprechpersonen nicht mehr da sind und es andere Menschen sein werden.» Einer davon ist Mattia Binotto, der sich bei Hülkenberg bereits telefonisch gemeldet hat.

Sainz: «Nehme mir Zeit»

Womöglich hat sich Binotto auch schon bei Carlos Sainz gemeldet. Schliesslich holte der Italiener den Spanier einst zu Ferrari. Und Sainz galt bisher für Audi als Wunschkandidat. Geändert dürfte sich daran nicht viel haben, schliesslich ist der Spanier der statistisch beste Fahrer, der für die nächste Saison noch über keinen Vertrag verfügt. Hülkenberg sagt dazu: «Ich hätte ihn gerne als Teamkollegen. Wir wären das stärkste Fahrerpaket, was aktuell möglich wäre.»

Und ändert der Wechsel von Binotto zu Sauber für Sainz selber etwas. «Nicht wirklich», sagt der Spanier. «Es gibt jede Woche Veränderungen in vielen Teams. Ich nehme mir Zeit, um alles zu analysieren.» Womit man diesbezüglich so schlau ist wie zuvor.

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