Sie meistert die Strapazen mit Bravour
Wetziker Ultraradfahrerin
«Schlaf wird definitiv überbewertet», sagt Isabelle Pulver nach dem Triumph am Race Around Poland. Sie ist beim Nonstopp-Rennen eine Klasse für sich.
Nach dem Europameistertitel im Mai wird die Ultraradfahrerin Isabelle Pulver auch Weltmeisterin. Die 53-jährige Wetzikerin setzte sich beim Rundkurs in Polen überlegen durch.
Als grosse Favoritin am vergangenen Samstag in Warschau gestartet, legte Pulver bei täglichen Regenfällen eine Strecke von 3600 Kilometern und 30'000 Höhenmetern zurück.
In Endphase noch gesteigert
Unterwegs war sie als Solofahrerin inklusive Schlafpausen mit einem Schnitt von 21,7 Kilometer pro Stunde. Zum Ende des Rennens konnten sie diesen zweitweise sogar auf 25 Kilometer pro Stunde steigern.
Ihre Zeit von 6 Tagen, 21 Stunden und 29 Minuten wurde selbst bei den Männern nur von drei Teilnehmern unterboten.
Die seit geraumer Zeit im Bernbiet lebende Oberländerin war mit drei verschiedenen Rädern ins Rennen gestartet: einem Zeitfahrrennrad für die Fläche, einem Berg- und einem Allroundrad. Diese Strategie bewährte sich auf den zum Teil sehr holprigen, ungeteerten Strassen.
Auf Flüssignahrung gesetzt
Genauso wie der Entscheid auf Flüssignahrung zu setzen und gegen Ende des Rennens, die Schlafstrategie dahingehend anzupassen, jede Minute in die sehr kurzen Schlafpausen zu investieren. «Ich bin überglücklich», sagte Pulver. «Schlaf wird definitiv überbewertet. Jetzt gehe ich zuerst ein Glace essen.»

Für Pulver ist es nach dem EM-Titel in Italien und dem letztjährigen Sieg beim Race Across America der nächste grosse Erfolg. Und das Race Around Polen bleibt damit auch fest in Oberländer Händen.
Vor einem Jahr hatte sich bereits die Fehraltorferin Nicole Reist durchgesetzt, die unlängst zum Ende ihrer Karriere am Race Across America auf bittere Art ausgebremst wurde.
